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    Neue Ausstellung in Simmern: Ströhers Aquarelle krönen sein Schaffen

    Museen werden im hektischen Kulturleben vom Publikum nur wahrgenommen, wenn sie neue Ausstellungen präsentieren. Konsequent geht das Hunsrück-Museum diesen Weg. Zur Saisoneröffnung - nach kurzer Winterpause - werden Aquarelle, Drucke, Grafiken und Skizzen aus der Kunstsammlung Ströher präsentiert.

    Zur Saisoneröffnung präsentierte sich die Sammlung Ströher im neuen Outfit.
    Zur Saisoneröffnung präsentierte sich die Sammlung Ströher im neuen Outfit.
    Foto: Werner Dupuis

    Von unserem Reporter Werner Dupuis

    Weit über die Grenzen seiner Heimat hinweg, reicht die Bedeutung von Friedrich Karl Ströher (1876-1925). Das dokumentiert beeindruckend die aktuelle Ausstellung mit ihren vier Werkgruppen.

    Die erste Abteilung ist Zeichnungen gewidmet. Als 20-Jähriger beginnt Ströher sich ernsthaft mit der Kunst zu beschäftigen. Zeichnen gilt als Grundlage der Ausbildung in der Malerei. An einer Kunstschule in Zürich erhält er das Rüstzeug dafür. Im Fundus des Museums befinden sich etliche Kohlezeichnungen aus dieser Zeit.

    Paris inspirierte den Hunsrücker

    Ab 1900 studiert der Kunstbegabte in Paris. Skizzenblock und Zeichenmappe begleiten ihn auf allen Wegen. Es entsteht eine Fülle an Porträts und Straßenszenen. Die Großstadt und der Austausch mit Kollegen faszinieren den jungen Mann aus dem Hunsrückdorf Irmenach und scheinen ihm gut zu tun. Die Qualität seiner Arbeiten erreicht neue Dimensionen. Er wendet sich der Ölmalerei zu.

    1905 zieht Ströher nach Berlin, bekommt sein eigenes Atelier und wird Mitglied der Szene. Er bekommt Anerkennung und hat kommerziellen Erfolg.

    Ab 1912 trüben gesundheitliche Probleme das Bild. Die entscheidende Zäsur ist der Ausbruch des Ersten Weltkrieges im Sommer 1914. Seine Sammler und Käufer hatten andere Bedürfnisse, als sich mit Kunst zu beschäftigen. Der Pazifist Ströher musste Soldat werden. Sei es bedingt durch den Mangel an Farben, Leinwand oder Papier gewesen - man weiß es nicht: In der düsteren Zeit, als er den Stahlhelm tragen musste, entdeckte er den Werkstoff Holz. Es entstehen die ersten Holzschnitte, mit denen er sich auch nach Friedensschluss weiter beschäftigt und die in grandiosen Farbholzschnitten ihren künstlerischen Höhepunkt finden.

    Künstler wechselte Techniken und Medien

    1920 kehrt Ströher in den Hunsrück zurück. Die schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse im Allgemeinen und seine persönliche finanzielle Tristesse lassen ihn wieder zum Zeichenblock greifen. Es entstehen Werke mit Lithografiekreide, Pinsel und Feder. Diese Entwicklungen gehen fließend ineinander über. Ströher wechselt die Techniken und Medien, ohne auch nur im Geringsten an Qualität zu verlieren.

    Schließlich kommt noch etwas Neues dazu: Ströher entdeckt für sich das Aquarell. Er tritt damit in seien letzte produktive Lebensphase, die zugleich - so beurteilen es Kenner und Liebhaber - bei aller Qualität der anderen Genres, den Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens darstellt. Es entstehen wunderbare Landschaftsbilder, häufig aufs Wesentliche reduzierte Schilderungen der bäuerlichen Arbeiten und Porträts.

    Am 14. Dezember 1925 starb Ströher im Alter von nur 49 Jahren. Bewahrt wurde ein riesiger Fundus an Kunstwerken und Dokumenten, der dank der Weitsicht seiner Witwe bewahrt wurde. Die beeindruckende Ausstellung dokumentiert an vielen Beispielen das Lebenswerk.

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