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    Mittelrheintal: Experten nehmen Gleise unter die Lupe

    Bahnlärm ist keine theoretische Angelegenheit. Auch wenn der Physiker Lorenz Herrmann und sein Ingenieurskollege Benedikt Litschko sich bald mit einem theoretischen Modell zur Geräuschemission befassen werden, steht erst mal der praktische Teil im Vordergrund.

    Bahn-Experten: Lorenz Herrmann, Jürgen Gruber, Ronny Stöhr, Gerd Ledosquet und Bendikt Litschko (von links) sahen sich in St. Goar um. Foto: Volker Boch
    Bahn-Experten: Lorenz Herrmann, Jürgen Gruber, Ronny Stöhr, Gerd Ledosquet und Bendikt Litschko (von links) sahen sich in St. Goar um.
    Foto: Volker Boch

    Von unserem Redakteur Volker Boch

    Seit gut zwei Wochen sammeln sie im Mittelrheintal Informationen und Daten, um diese in eine Studie zu geeigneten Maßnahmen gegen den Lärm einfließen zu lassen. Das Ingenieurbüro Wölfel aus Höchberg bei Würzburg erstellt diese im Auftrag des Beirats "Leiseres Mittelrheintal".

    Für Herrmann und Litschko geht es darum, gemeinsam mit Vertretern der Bahn, der Kommunen und der Politik genau hinzuschauen, wo vor Ort die Probleme liegen. In den ersten Tagen haben sie in den rechtsrheinischen Gemeinden zwischen Oestrich-Winkel und der Verbandsgemeinde Loreley Bestandsaufnahmen vorgenommen, dann zwischen Lahnstein und Leutesdorf. Jetzt bearbeiten sie die linke Rheinseite, tags zuvor in Boppard hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Bleser die Begehung als Beiratsmitglied begleitet.

    Es ist knackig kalt, als Herrmann und Litschko mit regionalen Vertretern in Oberwesel und St. Goar unterwegs sind. "Wir sammeln Informationen, was den Bürgern hier am meisten am Herzen liegt und was an Problemen vor Ort direkt erkennbar ist", sagt Herrmann, "in der Studie geht es um die Frage, was machbar und realistisch ist." Anhand eines Schallemissionsprogramms werden Berechnungen durchgeführt, die Prognosen zulassen, welche Maßnahmen effektiv sinnvoll sind. Bis zum Januar sollen die Ergebnisse in drei Datenmodellen vorliegen und dem Beirat vorgestellt werden.

    "Hier ist ja schon einiges gemacht worden", sagt Herrmann in St. Goar. Die fünfköpfige Gruppe steht oberhalb des Kindergartens am Gleis und spricht über aktive Maßnahmen wie den Schienenstegdämpfer in St. Goar, die niedrige Schallschutzwand in Oberwesel und den Schienenstegabschirmer in St. Goarshausen.

    Jürgen Gruber, Leiter des Bauamts der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel, präzisiert die örtlichen Beschwerden und Problemstellungen und analysiert diese mit den Schall- und Bahnexperten. "In Oberwesel sind es vor allem das nördliche und südliche Ende mit den freien Strecken sowie der Schallschutz von der anderen Rheinseite", sagt er, "in St. Goar sind es besonders der Austrittsbereich nach dem Bankecktunnel und die freie Strecke nach Fellen."

    Von der DB Netz AG ist Gerd Ledosquet als Sonderbeauftragter des Vorstandsvorsitzenden vor Ort, der sich nicht nur die Vorstellungen der Bürger anhört, sondern auch aktuelle technische Details sofort erfasst. Als ein Fernzug unterhalb der St. Goarer Jugendherberge über einen ausgefahrenen Schienenstoß ruckelt und die unter dem Gleis liegende Schelle laut "nachschlägt", stört dies zwar einen Arbeiter kaum, der gerade an der Rheinfelshalle auf einer Leiter steht, aber Ledosquet notiert die Schwelle und bespricht mit Ronny Stöhr, Abschnittsmanager der DB Netz AG, mögliche Maßnahmen, um das Problem technisch anzugehen.

    Es ist klar erkennbar: Die Begehungen im Tal sind wichtige Schritte auf dem Weg zu weniger Lärm. "Die Ergebnisse der Ortstermine werden in die nächste Beiratssitzung am 5. Dezember rückgekoppelt", sagt Ledousquet, "den Ansatz der bürgernahen Erörterung der Probleme gilt es weiter zu verfolgen." Die Studie soll den Zweck erfüllen, der Politik Lösungswege aufzuzeigen. Auf dem Weg zu weniger Lärm braucht die Region die Ergebnisse der Experten - und die Unterstützung der Politik.

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