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Bad Salzig

Lebensretter: Die Krötenschutzengel sind wieder unterwegs

Es ist wieder so weit: Erdkröten, Frösche und andere Amphibien sind derzeit wieder auf Wanderschaft. Sie machen sich auf den Weg zu Teichen, Seen und Bachläufen, um zu laichen. Oft müssen sie auf ihrem Weg zur Fortpflanzung viel befahrene Landes- und Kreisstraßen überqueren.

Moderne Schutzengel tragen Kopflampe: Hildegard Nies und Petra Lorenz sind wieder im Einsatz. Zwischen Bad Salzig und Weiler, im Bereich des Kurparks und in Richtung Buchenau sind sie jeden Abend fleißig dabei, den Amphibien über die Straße zu helfen. Außerdem transportieren sie die Tiere zum Laichen an den Teich im Kurpark.  Foto: Suzanne Breitbach
Moderne Schutzengel tragen Kopflampe: Hildegard Nies und Petra Lorenz sind wieder im Einsatz. Zwischen Bad Salzig und Weiler, im Bereich des Kurparks und in Richtung Buchenau sind sie jeden Abend fleißig dabei, den Amphibien über die Straße zu helfen. Außerdem transportieren sie die Tiere zum Laichen an den Teich im Kurpark.
Foto: Suzanne Breitbach

Sobald die ersten Nächte im Frühjahr wärmer werden, verlassen die Erdkröten ihre Winterquartiere zur Paarung und Eiablage in den Gewässern. Seit vielen Jahren engagieren sich Ehrenamtliche und sammeln über mehrere Wochen hinweg die Tiere an den vorübergehend aufgestellten Schutzzäunen ein.

Anfang der Woche wurde der knapp 800 Meter lange Amphibienschutzzaun entlang der L 212 zwischen Bad Salzig und Weiler montiert. Zur Fixierung und als Durchlassschutz wurde schaufelweise Sand verwendet, um die Stabilität des Schutzzaunes herzustellen. „Die ersten Tiere haben sich in den frostfreien Nächten am vergangenen Wochenende auf die Wanderung gemacht“, bestätigen Petra Lorenz und Hildegard Nies. Seitdem sind sie wieder abends unterwegs, um die Tiere einzusammeln und sicher zum nächsten Gewässer im Bad Salziger Kurpark zu bringen.

In ihrem Jahresbericht haben Petra Lorenz und Hildegard Nies, die sich seit Jahren für die Amphibien im Bereich von Buchenau/Bad Salzig/Weiler engagieren, die Laichwanderung zwischen dem 3. März und dem 10. April 2017 festgehalten. Im Bereich der Rheingoldstraße wurden 836 Kröten auf ihrem Wanderweg zum Laichplatz erfasst. Im Bereich Kurpark waren es 1224 Kröten auf dem Hinweg und 1322 Kröten auf dem Rückweg, die von Menschenhand vor Fahrzeugen gerettet werden konnten. Mehr als 500 Tiere haben sie in einer Nacht mit Unterstützung gesammelt und zum Teich im Kurpark transportiert. Durchschnittlich sind es 200 Tiere pro Nacht, in Rekordnächten haben sie mehr als 500 Tiere in den Eimern.

Aber nicht nur Erdkröten landen in den Eimern bei den nächtlichen Sammlungen. Ein halbes Dutzend Grasfrösche, drei Feuersalamander und ein Teichmolch haben die Tierschützer ebenfalls vor dem Überrollen durch Fahrzeuge gerettet. „Die Geschwindigkeit ist für Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich ab 20 Uhr reduziert, nicht nur zum Schutz der Tiere, sondern auch zu unserem Schutz, wenn wir entlang der Straße in Warnwesten die Tiere einsammeln“, sagt Petra Lorenz. In der Statistik der Sammlungen haben die Sammler eine Todesrate von 4,23 Prozent errechnet. 30 tote Kröten wurden im Kurpark erfasst, zehn auf der Salzbornstraße und 110 Tiere auf der L 212.

„Im vergangenen Jahr waren gefühlt weniger Kröten als sonst da. Nicht nur wir vertreten diese Meinung, auch die Gärtnerkolonne im Kurpark hatte diesen Eindruck. Die Auswertung unserer Aufzeichnungen in den vergangenen sechs Jahren ergibt eine Verringerung der Krötenzahl, die niedrigste seit sechs Jahren.“

Petra Lorenz (Holzfeld) ist seit 20 Jahren im Amphibienschutz tätig. Hildegard Nies (Braunshorn) ist durch einen Artikel in der Rhein-Hunsrück-Zeitung vor einigen Jahren auf den Amphibienschutz aufmerksam geworden. Die beiden 59 und 60 Jahre alten Frauen suchen noch Mitstreiter. Geländetaugliches Schuhwerk, eine Warnweste, eine Taschenlampe und einen Eimer sollten die Helfer mitbringen.

Wer Spaß am Tierschutz hat, gut zu Fuß und gern an der frischen Luft ist, kann sich bei Hildegard Nies unter der Telefonnummer 06746/802 388 melden.

Von unserer Reporterin
Suzanne Breitbach

Drei Amphibienschutzzäune im gesamten Kreis

Gerade mal an drei Straßen im Kreis werden Jahr für Jahr Amphibienschutzanlagen installiert, teilt der LBM mit: Neben der L 212 zwischen Bad Salzig und Weiler ist derzeit auf der K 18 bei Nannhausen ein Zaun im Bau, aber noch nicht fertig. Gefahr für die Tiere bei der Wanderung droht nicht, da der Streckenabschnitt wegen der Bauarbeiten gesperrt ist. An der L 214 zwischen Leiningen und Sauerbrunnen besteht bereits eine fest installierte Amphibienschutzanlage.

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