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    Landtagswahl: Hahn und Brücke bleiben umstritten

    Flughafen Hahn, Mittelrheinbrücke und Bildung: Diese drei Themen spielen beim Landtagswahlkampf im Rhein-Hunsrück-Kreis eine große Rolle. Noch sind es 44 Tage bis zum Urnengang. Also ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um unschlüssige Wähler von ihrer Politik zu überzeugen. Das denken sich die fünf Kandidaten des Wahlkreises 16, Siegrid Braun (Grüne), Margarete Skupin (Linke), Thomas Auler (FDP), Hans-Josef Bracht (CDU) und Joachim Mertes (SPD). Sie stellen auf Einladung der VHS Boppard sich und ihre politischen Ziele bei einer Podiumsveranstaltung in der Bopparder Stadthalle vor. Die Diskussionsrunde leitet Wolfgang Wendling, Redakteur der Rhein-Hunsrück-Zeitung.

    Daumen hoch! Die Kandidaten des Wahlkreises 16, (von links) Thomas Auler (FDP), Margarete Skupin (Linke), Hans-Josef Bracht (CDU), Siegrid Braun (Grüne) und Joachim Mertes (SPD), stellten ihre politischen Ziele vor.
    Daumen hoch! Die Kandidaten des Wahlkreises 16, (von links) Thomas Auler (FDP), Margarete Skupin (Linke), Hans-Josef Bracht (CDU), Siegrid Braun (Grüne) und Joachim Mertes (SPD), stellten ihre politischen Ziele vor.
    Foto: Maximilian Eckhardt

    Rhein-Hunsrück - Flughafen Hahn, Mittelrheinbrücke und Bildung: Diese drei Themen spielen beim Landtagswahlkampf im Rhein-Hunsrück-Kreis eine große Rolle. Noch sind es 44 Tage bis zum Urnengang. Also ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um unschlüssige Wähler von ihrer Politik zu überzeugen. Das denken sich die fünf Kandidaten des Wahlkreises 16, Siegrid Braun (Grüne), Margarete Skupin (Linke), Thomas Auler (FDP), Hans-Josef Bracht (CDU) und Joachim Mertes (SPD). Sie stellen auf Einladung der VHS Boppard sich und ihre politischen Ziele bei einer Podiumsveranstaltung in der Bopparder Stadthalle vor. Die Diskussionsrunde leitet Wolfgang Wendling, Redakteur der Rhein-Hunsrück-Zeitung.

    Flughafen Hahn: Wendling fragt zunächst: „Können wir uns den Hahn trotz eines Defizits von zwölf Millionen Euro überhaupt noch leisten?“ „90 Millionen Steuern und Sozialabgaben sind ein wirtschaftlicher Erfolg. Der Flughafen hat eine wichtige Bedeutung für unsere Region“, erklärt SPD-Mann Mertes und betont: „4000 Menschen arbeiten innerhalb des Zauns, 3500 außerhalb. Der Hahn ist ein Jobmotor.“ Dem widerspricht Skupin: „Jobmotor trifft es nicht. Dort werden viele Ein-Euro-Jobber beschäftigt. Das lehnen wir strikt ab. Wir fordern vernünftige Löhne.“ Sie kritisiert, dass die Nachtflüge am Hahn zugenommen haben: „Sollen wir Hunsrücker uns das auf Kosten unserer Gesundheit weiter gefallen lassen?“ Daraufhin stellt Auler klar: „Die Nachtflüge zu verbieten, das wäre, wie einem Hahn den Kopf abzuschlagen.“ Dann könne der Hahn seinen Platz als viertgrößter Frachtflughafen im Land nicht mehr behaupten. Mertes sieht in der Nachtflugerlaubnis sogar wirtschaftliche Chancen: „Frankfurt Airport wird anklopfen, weil es dort wegen eines möglichen Nachtflugverbots ernst wird.“ Davon unbeeindruckt zeigt sich Braun: „Wir wünschen uns ein anderes Wirtschaftskonzept.“ Bracht meldet sich zu Wort: „Zweistellige Defizite. Da muss mehr getan werden, um wirtschaftlicher zu sein. Der Flughafen als Staatsbetrieb ist keine gute Lösung.“ Dem stimmt Auler zu: „Ein privater Betreiber kann es besser.“

    Mittelrheinbrücke: „Was spricht gegen eine Fährverbindung am Mittelrhein?“, fragt ein Bürger. Darauf antwortet Bracht: „Einen 24-Stunden-Fährbetrieb zu subventionieren, wäre viel teurer als ein Brückenbau.“ Braun äußert die Befürchtung, dass ein solches Bauwerk den Weltkulturerbe-Status des Mittelrheintals gefährde. Sie erklärt: „Ich gehe davon aus, dass die Unesco nur die Fähre akzeptiert.“ Auch Skupin spricht sich gegen eine Brücke aus: „Ökonomisch und ökologisch ist ein 24-Stunden-Fährbetrieb der richtige Weg.“ Im Gegensatz zu Skupin bekennt sich neben CDU und SPD auch die FDP zu einer festen Rheinquerung. „Wir sind für die Brücke“, betont Auler. Zumindest herrscht unter allen Kandidaten Einigkeit darüber, die Bürger an dem Projekt zu beteiligen. Braun zeigt sich allerdings verwundert, weshalb ein Raumordnungsverfahren in Auftrag gegeben worden ist, ohne vorab die Bürger zum Thema Brücke zu befragen. „Mit dem Raumordnungsverfahren wird festgestellt, ob die Brücke überhaupt gebaut werden darf. Die Bürger sollen ja nicht über ein Phantom abstimmen“, verdeutlicht Mertes.

    Bildung: „Kann sich das Land trotz seiner Verschuldung beitragsfreie Kindergärten leisten?“, fragt Diskussionsleiter Wendling. Zunächst ergreift Mertes das Wort: „Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.“ Dem entgegnet Auler: „Diese Wohlfühlpolitik kommt zwar gut an. Doch Jungen und Mädchen, die heute beitragsfrei in den Kindergarten gehen, werden es eines Tages als Steuern zurückzahlen müssen.“ Drastischer bringt es Bracht auf den Punkt: „Die Kindergartenfreiheit wird über Schulden finanziert.“ Der CDU-Kandidat fordert mehr Qualität in der Bildung. Dazu zähle auch die Sprachbildung von Migrantenkindern. Diesen Aspekt greift Braun auf: „Migrantenkinder sollen in Deutschland erst ihre Muttersprache lernen.“ Dem widerspricht Bracht vehement: „Aber nicht, wenn sie hier leben. Wer am Deutschunterricht teilnehmen will, muss Deutsch verstehen können.“ Daraufhin pflichtet Skupin der Grünen bei: „Wenn Migrationskinder ihre Muttersprache beherrschen, können sie viel besser Deutsch lernen.“

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