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Kastellaun

Kastellaun setzt Energie für die Zukunft frei

Mit einem Zukunftstag möchte die Verbandsgemeinde Kastellaun den Blick für ein nachhaltigeres Leben weiten. Am Sonntag, 3. Juni, steht unter dem Motto „Erleben Sie die Zukunft schon heute!“ ein facettenreiches Programm auf dem Plan, das sich Themen der Zukunft widmet.

Gemeinsam auf die Nachhaltigkeit setzen – das ist das Ziel des Arbeitskreises, der hinter dem Programm des Zukunftstages in Kastellaun steht. Am Sonntag, 3. Juni, werden Themen bearbeitet, die alle angehen soll(t)en.
Gemeinsam auf die Nachhaltigkeit setzen – das ist das Ziel des Arbeitskreises, der hinter dem Programm des Zukunftstages in Kastellaun steht. Am Sonntag, 3. Juni, werden Themen bearbeitet, die alle angehen soll(t)en.
Foto: Werner Dupuis

Nach der Eröffnung des Zukunftstages um 11 Uhr durch die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken als Schirmherrin und Kastellauns Stadt- und VG-Bürgermeister Christian Keimer steht bis in die Abendstunden die Zukunft im Mittelpunkt der Premierenveranstaltung. Seit gut zwei Jahren läuft die Vorbereitung des Tages, der die Nachhaltigkeit und deren Bedeutung für die Menschen vor Ort in den Vordergrund stellt. „Nachhaltigkeit ist kein Thema von irgendwelchen Ökospinnern“, sagt Werner Vogt aus Beltheim, der bereits vor gut 20 Jahren als einer der Pioniere in Sachen Windkraft unterwegs war. Vogt ist einer der Impulsgeber für den Zukunftstag, der über Monate von einem aus gut einem Dutzend Mitstreiter bestehenden Arbeitskreis mit Leben erfüllt wurde.

Idee war es dabei, wie VG-Chef Keimer erläutert, sich von einer klassischen Gewerbeschau abzuheben und die Zukunftsperspektive in den Fokus zu nehmen. Die letzte Gewerbeschau gab es 2011 in der Verbandsgemeinde – dieser Gedanke wurde jetzt revolutioniert. „Wir wollten uns thematisch anders aufstellen“, sagt Keimer. Entstanden ist, begleitet von der Marketingagentur Etcetera, „eine tolle Kooperation zwischen Kommunalem, Staatlichem und Privatem.“ Neben VG und Stadt sind das Forstamt Kastellaun, die Energieagentur und die Kreisverwaltung ebenso mit im Boot wie lokale Gastronomie und Gewerbe.

Am Sonntag, 3. Juni, soll es eine Mischung aus fachlichen Vorträgen, Erlebnissen und Selbsterfahrung geben. Letzteres geschieht im Übrigen ganz praktisch. Denn aus der Region kommen 30 Elektroautos, die rund um Marktplatz und Marktstraße zu einem der mobilen Hingucker der Veranstaltung werden sollen.

Schwerpunkt E-Mobilität

Als Beifahrer oder gar am Lenker sollen Bürger die Möglichkeit haben, von der E-Auto-Erfahrung der Mitmenschen zu profitieren und mit ihnen dieses Thema zu „erfahren“. Für Handel und Handwerk interessant dürften E-Mobile sein, wie sie bereits von der Post eingesetzt werden, zudem wird ein Modelltyp präsentiert, der sich als „Dorfauto“ eignen könnte. Ein Lasten-E-Bike und E-Bikes für die Freizeitgestaltung runden diesen Teil des Angebots ab. „Wir freuen uns sehr auf diesen Tag“, sagt Kreisklimaschutzmanager Frank-Michael Uhle, dem es ein Anliegen ist, die E-Mobilität tiefer in der Bevölkerung zu verankern. Die Sparkasse Kastellaun bringt unter anderem einen E-Gabelstapler an den Start. Seitens des Unternehmens Hahn Automation wird ein Pflegeroboter vorgestellt. Der Tag ist zugleich Auftakt für die regionale Energiewende- und Klimaschutzwoche der Energieagentur.

Aber es ist eben nicht allein die Mobilität, die nachhaltig beleuchtet werden soll. Das Forstamt Kastellaun nimmt so den Wald in den Blick. „Der Wald der Zukunft ist ein Teil aller Lebensbereiche, die sich verändern werden“, sagt Forstamtsleiter Michael Diemer. Neben seiner bedeutenden ökologischen Funktion ist der Wald zugleich Wirtschafts- und Erholungsraum. Das Bewusstsein für die Natur und den Menschen soll die Walderfahrung ebenso schärfen wie der Umgang des Menschen mit Ressourcen. So widmen sich Judith Vogt vom Kirchberger Laden „Gutes unverpackt“ und die Hundheimer Bloggerin Rachel Suhre dem Konsumverhalten der Gegenwart beziehungsweise der Herausforderung, dieses deutlich zu verbessern. „Wir wollen die Eigenverantwortung und das Bewusstsein wecken“, sagt Vogt, die sich der Müllvermeidung annimmt und klar formuliert: „Die Besucher sollen Bock darauf bekommen, ihre eigene und die Zukunft ihrer Kinder selbst zu gestalten.“ Suhre wird am Zukunftstag mit einem Upcycling-Workshop zeigen, was sich aus offensichtlich nutzlosem Verpackungsmüll Nutzbringendes gestalten lässt.

Appetit auf Kennenlernen macht die Gastronomie. Dirk Hallmann gibt einen Vorgeschmack auf den Tag: Neben nachhaltig erzeugten regionalen Produkten, bei denen – natürlich – besonders die Kartoffel in den Fokus rückt, gibt es verschiedene Leckerbissen von Zucchini und Tomaten aus der Region bis hin zu Garnelen aus nachhaltiger Zucht. Hallmann hat extra für den Tag einen Experten für das Gebiet „proteinreiche Nachhaltigkeit“ aus Köln organisiert – mutige Verkoster können sich dann einmal an Heuschrecken & Co. versuchen.

Leckerbissen für jeden

Hallmann verspricht mit einem wissenden Lächeln, dass auch jeder „Normalgeschmack“ auf seine Kosten kommen wird. Dazu gibt es nachhaltig produziertes Craft-Bier. Nicht nur für Gaumen und Magen gibt es Nahrung am Zukunftstag, sondern auch für den Geist. Zahlreiche Vorträge vertiefen den Nachhaltigkeitsgedanken. Unter anderem wird der Berliner Professor Volker Quaschning zu regenerativen Energiesystemen sprechen, die IGS Kastellaun hat eine Ausstellung zu sogenannten „Earth-shiphäusern“ erarbeitet – zu autonomen Häusern. Gezeigt werden die Filme „Hunsrücker Fluchtgeschichten“ und „Power to Change“. Der Tag soll etwas bewegen – im Denken. Volker Boch

Der Zukunftstag beginnt am Sonntag, 3. Juni, um 11 Uhr. Das vollständige Programm und eine Ausstellerliste für den Zukunftstag gibt es unter www.kastellaun.de

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