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Boppard

Für Sanierung des Bopparder Freibads ist noch gar kein Bauantrag gestellt

Wolfgang Wendling

Mit Erstaunen reagierte die Kreisverwaltung auf die in unserer Zeitung veröffentlichte Mitteilung des Bopparder Bürgermeisters Walter Bersch, er rechne damit, dass noch vor der Sommerpause die Baugenehmigung für die Sanierung und den Umbau des Bopparder Freibades vorliegen werde. Im Sommer könnte dann mit den Abrissarbeiten begonnen werden und danach zügig die Sanierung einsetzen. Berschs optimistische zeitliche Einschätzung mündete in die Prognose, im Frühsommer 2019 würde das Thermalfreibad in Betrieb gehen.

Ein Bild aus der guten alten Bopparder Freibadzeit (2004). Wann wird sich in Buchenau wieder Freibad-Feeling einstellen?  Foto: Suzanne Breitbach
Ein Bild aus der guten alten Bopparder Freibadzeit (2004). Wann wird sich in Buchenau wieder Freibad-Feeling einstellen?
Foto: Suzanne Breitbach

Die Kreisverwaltung meldet an diesen Aussagen des Bopparder Bürgermeisters allein schon deshalb erhebliche Zweifel an, weil bisher überhaupt noch kein Bauantrag für die Freibadsanierung im Simmerner Bauamt eingegangen ist. Dies bestätigt die Bopparder Bauamtsleiterin Angela Wolf auf Anfrage unserer Zeitung. Sie rechnet damit, dass das beauftragte Planungsbüro Krieger/Monte Mare demnächst den Bauantrag einreichen werde. Selbst wenn das noch im Mai der Fall wäre, würde die Baugenehmigung auf keinen Fall vor der Sommerpause in Boppard eintreffen. Im Regelfall liegen zwischen Bauantrag und Baugenehmigung zwei Monate. Das würde bedeuten, dass die Baugenehmigung frühestens in der zweiten Julihälfte vorliegt, wahrscheinlich aber erst später. Mit den Abrissarbeiten würde dann wohl erst im Herbst begonnen werden.

Wann die Sanierung und die Umgestaltung des Freibades starten, ist also fraglich. Und das nicht nur wegen des ungeklärten Zeitplanes bei der Baugenehmigung. Es gibt auch noch wasserrechtlichen Klärungsbedarf wegen der Freilegung des Mittelbaches, der über das Freibadgelände fließen soll. Es müssen mehrere Fachbehörden eingeschaltet werden. Erst nach deren Zustimmung wird die wasserrechtliche Erlaubnis erteilt, erfahren wir von der Kreisverwaltung. Auch das braucht sicherlich seine Zeit.

Die Hoffnung des Bopparder Bürgermeisters, dass die Kreisverwaltung seiner Forderung nachkommt und eine Neuberatung der Priorisierung der zuschusswürdigen Projekte im Kreis durch den Sportstättenbeirat festlegt, dürfte sich zerschlagen haben. Die Kreisverwaltung sieht keinen Grund, an der Rechtmäßigkeit der Ergebnisse der Sitzung des Sportstättenbeirates vom 15. März zu zweifeln. Dabei wurde die Sanierung des Bopparder Freibades auf Platz drei der Prioritätenliste für 2018 eingestuft, nachdem dieses Projekt seit Dezember 2017 den Spitzenplatz eingenommen hatte. Damit sind erhebliche Zweifel angebracht, dass die Stadt Boppard in diesem Jahr einen Zuschuss für die Sanierung des Freibades erhält.

Bürgermeister Walter Bersch sieht hingegen bei der Kreisverwaltung zwei Versäumnisse, die letztlich für das Votum des Sportstättenbeirates entscheidend seien. Zum einen sei die jüngste Sitzung des Beirates innerhalb kürzester Zeit terminiert worden, und aus der Tagesordnung hätte sich nicht zwingend erschlossen, dass erneut über die aktuelle Prioritätenliste abgestimmt würde und dass Boppard seinen Spitzenplatz verlieren könnte. Schließlich sei die Stadt auch nicht darüber informiert worden.

Zum zweiten hätte es die Kreisverwaltung versäumt, den Antrag der Stadt Boppard zur Durchführung einer Planungs- und Finanzierungsberatung vom 6. Februar 2017 an die ADD weiterzuleiten. Dass noch kein Beratungsgespräch stattgefunden habe, sei mit ausschlaggebend gewesen, dass Boppard vom ersten Platz verdrängt wurde.

Die Kreisverwaltung räumt ein, dass sie den Antrag der Stadt Boppard auf ein Finanzierungsgespräch nicht weitergeleitet habe, „weil er nicht vollständig war und auch nicht dran war“, so Jugendamtsleiter Michael Gutenberger im Gespräch mit unserer Zeitung. Er bestätigt die Aussage von Innenminister Roger Lewentz, die fehlende Finanzierungsberatung sei kein Ausschlusskriterium. Aber die unvollständigen Unterlagen und die fehlende Baugenehmigung hätten dazu geführt, dass der Sportstättenbeirat am Projekt Bopparder Freibad erhebliche Zweifel hegte. „Wenn wir am Freibad festgehalten hätten, hätte die Gefahr bestanden, dass der Rhein-Hunsrück-Kreis für 2018 bei der Landesförderung leer ausginge“, sagt Gutenberger, der betont, dass sich die Kreisverwaltung gegenüber der Stadt Boppard entgegenkommend verhalten habe. So sei der Antrag der Stadtverwaltung auf Finanzierungsberatung vom 6. Februar 2017 eigentlich zu spät gestellt worden. Denn die Antragsfrist habe bereits am 31. Januar geendet.

Von unserem Redakteur Wolfgang Wendling

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