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    Koblenz

    Familiendrama: Bewährungsstrafe für Mutter

    Wegen gefährlicher Körperverletzung und fahrlässiger Körperverletzung ist eine 55-jährige Frau aus dem Rhein-Hunsrück Kreis vom Landgericht Koblenz zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

    Foto: ChaotiC_Photogra

    Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage wegen versuchten Totschlags erhoben.

    Was war passiert? Verteidiger Philipp Grassl nannte es einen „wahnsinnig tragischen Zwischenfall“. Am 30. Dezember geriet der behinderte Sohn der Angeklagten im Keller ihres Hauses in einen Streit mit seinem Bruder und seinem Vater.

    Auslöser war, dass der 29-Jährige dort Motorräder unterstellen und reparieren wollte. Dieser Streit eskalierte derart, dass der Vater nach oben um Hilfe rief, wohl mit den Worten „Der bringt uns alle um“.

    Daraufhin ging die Angeklagte nach unten, nahm ein Cuttermesser mit einer ca. 2 Zentimeter ausgefahrenen Klinge aus der Waschküche an sich, stach und schnitt daraufhin insgesamt sechsmal auf ihren Sohn ein. All das geschah in einem unübersichtlichen Handgemenge, wobei auch der Bruder des Opfers an der Hand verletzt wurde. Daher der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung.

    Beide Männer flohen aus dem Keller, die Angeklagte verblieb dort mit ihrem Sohn, bis die Polizei eintraf. Gegenüber einem der Beamten äußerte sie im Anschluss, sie habe ihren Sohn „erlösen“ wollen.

    Richter Ralf Bock sagte daher auch in seiner Urteilsbegründung: „Objektiv handelt es sich hier um versuchten Totschlag.“ Drei Schnitte hatten den Sohn in der Halsregion getroffen, drei Stiche im Brustbereich. Beides sehr sensible Bereiche, in denen solche Verletzungen lebensgefährlich sein können. Aber, so Richter Bock, „es war ein unbeendeter Versuch.“ Die Angeklagte hätte bis zum Eintreffen der Polizei genügend Zeit gehabt, den Versuch zu vollenden. Für die Angeklagte sprach, dass sie nicht vorbestraft ist, dass sie die Tat aufrichtig bereut, dass die Familie nach wie vor zusammen lebt und auch von Seiten des Opfers keinerlei Strafverfolgungsabsicht vorliegt.

    Daher hielt die Dritte Strafkammer das Urteil von zwei Jahren Haft zur Bewährung für angemessen. Aber, wie Richter Bock es formulierte, als „Merkzettel“ muss die Frau darüber hinaus 1000 Euro für eine gemeinnützige Institution zahlen. Thomas Krämer

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