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    Boppard

    Das Eschensterben sucht Boppard heim

    Waldvisiten gehören zum Alltag der Revierförster. Dabei entdecken die Fachleute oft neue Krankheiten oder gewinnen Erkenntnisse. So ist es auch Revierförster Johannes Nass und Forststudent Sebastian Schmitz, der derzeit beim Forstamt Boppard ein Praktikum absolviert, ergangen. Bei einer der jüngsten Visiten wurde festgestellt, dass die Kronen der Eschen kaum Laub tragen. Für Boppard als zweitgrößter kommunaler Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz eine Beeinträchtigung in der Forstwirtschaft.

    Revierförster Johannes Nass (links) und Forststudent Sebastian Schmitz erläutern die Pilzkrankheit, die die Esche heimgesucht hat. Das Absterben der Bäume führt zu einem enormen wirtschaftlichen Verlust für den Bopparder Stadtwald. Foto: Suzanne Breitbach
    Revierförster Johannes Nass (links) und Forststudent Sebastian Schmitz erläutern die Pilzkrankheit, die die Esche heimgesucht hat. Das Absterben der Bäume führt zu einem enormen wirtschaftlichen Verlust für den Bopparder Stadtwald.
    Foto: Suzanne Breitbach

    Von unserer Mitarbeiterin Suzanne Breitbach

    Als Ursache wird das Eschentriebsterben vermutet, das seit Anfang des 21. Jahrhundert bekannt ist. Dafür könnte ein Pilz verantwortlich sein, der die Triebe befällt und so für das Blättersterben und den damit verbundenen Abwurf sorgt. Als Folge lichtet sich die Baumkrone.

    "Der Pilz rückt in das gesunde Blatt ein. Die Sporen werden vom Wind auf den Blatttrieben abgesetzt", beschreiben die Forstleute die Ausbreitung, die wohl im Osten Europas eingesetzt hat und sich den Weg bis in den Südwesten der Bundesrepublik gebahnt hat. Ursprünglich stammt der Pilz aus dem asiatischen Raum. "Wir sind vollkommen machtlos. Die Problematik kann nicht durch Maßnahmen eingedämmt werden", erläutert Forstamtsleiter Gerd Loskant die Situation der Eschen.

    Der Pilz "Hymenoscyphus pseudoalbidus" (Falsches Weißes Stengelbecherchen), der die Eschen befällt, ähnelt dem seit Ende der 70er-Jahre bekannten "Weißen Stengelbecherchen" (Hymenoscyphus albidus), der seitdem sein Unwesen in deutschen Wäldern treibt.

    Betroffen sind überwiegend junge und mittelalte Bäume. Die Eschen, die bereits mehr als 100 Jahre alt sind, sind bislang im Wald von Boppard verschont geblieben. "Im Osten Deutschlands sind viele Eschenbestände betroffen, der wirtschaftliche Verlust enorm", ergänzt das Forstamt Boppard. Fundstellen sind am Schwarzen Tor im Bopparder Mühltal sowie im Brodenbacher Tal zwischen Herschwiesen und Udenhausen.

    Hier hat das Forstamt Boppard erste Beobachtungen aufgenommen. Betroffen sind überwiegend Einzelbäume, die an Fließgewässern stocken oder trockene Kalkstandorte als Lebensraum bevorzugen. Als Vorteil sehen die Waldexperten die Verstreutheit der Bäume im Bopparder Wald, was gegen die Ausbreitung des Pilzes helfen könnte.

    Als Folge des Pilzbefalls ist mit einer Entwertung des Holzes zu rechnen. Der Stamm verfärbt sich und ist forstwirtschaftlich nur noch als Brennholz nutzbar. Wegen fehlender Lösungen wird daher beim Forstamt Boppard künftig auf den planmäßigen Eschenanbau verzichtet. Die Esche wird dann im Bopparder Stadtwald nur noch vereinzelt beigemischt im Wald zu finden sein.

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