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Pfalzfeld/Emmelshausen

Damit der Radler sich wie ein König fühlt

Die Planung eines Gastronomiebetriebes am Radweg in Pfalzfeld ist abgeschlossen. Der VG-Rat Emmelshausen gab mit großer Mehrheit (eine Gegenstimme und eine Enthaltung) seinen Segen für den Bau eines multifunktionalen Gebäudes. Damit kann das Projekt konkret in Angriff genommen werden.

So soll das eingeschossige Multifunktionsgebäude in der Nähe des Keltenplatzes am Schinderhannes-Radweg in Pfalzfeld aussehen. Das Gebäude gliedert sich in zwei eigenständige Funktionsbereiche: einen Gastronomiebetrieb und einen WC-Trakt. Beide Gebäudeteile werden auf einer tragenden, gedämmten STB-Bodenplatte gegründet. Die Gebäudehülle und das Dach sind im Holzbau geplant.  Visualisierung: Michael Bretz/VG-Verwaltung Emmelshausen
So soll das eingeschossige Multifunktionsgebäude in der Nähe des Keltenplatzes am Schinderhannes-Radweg in Pfalzfeld aussehen. Das Gebäude gliedert sich in zwei eigenständige Funktionsbereiche: einen Gastronomiebetrieb und einen WC-Trakt. Beide Gebäudeteile werden auf einer tragenden, gedämmten STB-Bodenplatte gegründet. Die Gebäudehülle und das Dach sind im Holzbau geplant. Visualisierung: Michael Bretz/VG-Verwaltung Emmelshausen
Foto: bretz

Der Pfalzfelder Bahnhof war ein gefragter Haltepunkt. Er blieb es, als der Zugverkehr im Hunsrück längst eingestellt war. Wo einst die Dampflok schnaufte, hat sich vor fast zwei Jahrzehnten der Schinderhannes-Radweg der Bahntrasse bemächtigt. Weil der Radweg ohne nennenswerte Steigungen auskommt, ist er auch bei Familien und eher unsportlichen Menschen beliebt.

Da traf es sich all die Jahre gut, dass ein Café-Bistro im Pfalzfelder Bahnhof zahlreichen Touristen und Einheimischen als gastfreundlicher Anlaufpunkt diente. Nicht wenige Touristen machten zudem vom Angebot Gebrauch, in den original Bahnwaggons, die auf den übrig gebliebenen Gleisen der Hunsrückbahn standen, zu übernachten.

Der Schock in der Öffentlichkeit und bei der Kommunalpolitik saß tief, als vor einigen Jahren die Nachricht die Runde machte, der private Eigentümer des Bahnhofs wolle das Gebäude ausschließlich privat nutzen. 2016 musste die Betreiberin ihren Gastronomiebetrieb dann tatsächlich schließen. Seither gibt es zwischen Emmelshausen und Kastellaun am Radweg keine Einkehrmöglichkeit mehr.

Das soll sich bald ändern. Ganz in der Nähe des Bahnhofs, unweit des Pfalzfelder Keltenplatzes mit einer Nachbildung der berühmten Flammensäule als kulturelles Aushängeschild, entsteht den Plänen zufolge ein ästhetisch anspruchsvolles eingeschossiges Gebäude mit einer überdachten Grundfläche von rund 275 Quadratmetern.

Das Gebäude kostet etwa 410.000 Euro. Bauträger ist die Gemeinde Pfalzfeld. Da es der Kategorie „Erlebnis-Gastronomie“ zugeordnet werden kann, eine überregional bedeutsame Funktion erfüll und aufgrund der Örtlichkeit und des Umfeldes (alter Bahnhof, Flammensäule) kulturellen und historischen Glanz vermittelt, zudem auch im Fokus eines überregional bedeutsamen Radwegenetzes steht, ist das Projekt aus Sicht der VG Emmelshausen ein Fall für Leader. Die LAG Hunsrück hat die Förderwürdigkeit aus dem EU-Fördertopf für innovative Projekte im ländlichen Raum bescheinigt. Am heutigen Mittwoch, 8. November, wird sich bei der LAG-Sitzung in Morbach entscheiden, ob das Gastronomiegebäude am Radweg tatsächlich als förderwürdiges Vorhaben auserkoren wird.

Michael Bretz, Architekt und Mitarbeiter der VG-Verwaltung, der das Projekt federführend geplant hat, führte in der Sitzung des VG-Rates aus, dass er sich bei der Gestaltung des Gebäudes an der Flammensäule orientiert hat. So steht die Funktionalität im Einklang mit dem historisch-kulturellem Umfeld.

Neben dem Gastronomiegebäude soll für 138.300 Euro eine öffentliche Toilettenanlage als separates Vorhaben entstehen. Ein Förderantrag aus dem Investitionsstock des Landes für die Toilettenanlage wurde bereits gestellt. Die VG Emmelshausen übernimmt 100.000 Euro für die Toiletten. Zudem erklärt sich die VG bereit, der Gemeinde Pfalzfeld ein zinsloses Darlehen von 80.000 Euro für den Bau des Gastronomiebetriebes mit einer Laufzeit von zehn Jahren zu gewähren.

Die Multifunktionalität ist der große Trumpf des Gebäudes. Neben dem Gastronomiebereich soll im Gebäude auch eine E-Bike-Ladestation und ein Fahrrad-Reparaturbetrieb untergebracht werden. Abstellmöglichkeiten für Fahrräder runden das Angebot ab.

Neben der Gaststätte ist auch an einen Vereins- und Seniorentreff gedacht. Natürlich wird öffentliches WLAN vorhanden sein.

Von unserem Redakteur Wolfgang Wendling

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