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    Kastellaun

    Aktionstag: Kastellauner Schüler diskutieren mit Hans-Josef Bracht

    Zum "Tag des politischen Gesprächs" besuchte Landtagsabgeordneter Hans-Josef Bracht die Schüler der IGS Kastellaun. Fragen zur Bildung und zur Windkraft im Hunsrück standen dabei im Zentrum der Diskussion.

    Zum "Tag des politischen Gesprächs" besuchte Hans-Josef Bracht neben Schulen in Simmern und Rheinböllen auch die IGS Kastellaun. Er diskutierte mit den Schülern auch über Windkraft.
    Zum "Tag des politischen Gesprächs" besuchte Hans-Josef Bracht neben Schulen in Simmern und Rheinböllen auch die IGS Kastellaun. Er diskutierte mit den Schülern auch über Windkraft.
    Foto: Andreas Bender

    Von unserem Mitarbeiter Andreas Bender

    In der Aula versammelten sich neben Schülern der Oberstufe auch eine Lerngruppe aus der Theodor-Heuss-Schule in Kastellaun. Die Aktion findet vor dem Hintergrund der historischen Bedeutung des 9. Novembers statt. Es soll sowohl an die Reichspogromnacht 1938, als auch an den Mauerfall 1989 erinnert werden, welche als Positiv- wie Negativbeispiel für politisches Engagement der Geschichte herausgestellt werden.

    Bracht erklärte diesen Punkt zu Beginn der Diskussion genauer: Zum Mauerfall sei es aufgrund der engagierten Bürgerproteste für mehr Demokratie in der DDR gekommen. Im Gegensatz konnte die Pogromnacht durch eine weitgehende Nichtbeteiligung der Bürger an der politischen Diskussion zustande kommen. Daher ist auch sein Appell an alle Schüler: "Jeder Bürger, ob Jung oder Alt, sollte sich in die Politik einbringen."

    Frage nach Sinn von Förderschulen

    Diese Möglichkeit wurde von den Schülern im Verlauf der Diskussion dann auch reichlich genutzt. Neben der Problematik von Waffenlieferungen der Bundesregierung in Krisengebiete, nahmen meist kritische Fragen und Anregungen zur regionalen Politik den Großteil des Gesprächs ein.

    Ein Schüler der Theodor-Heuss-Schule brachte eine Frage zur Reduzierung beziehungsweise Abschaffung der Förderschulen zu Gunsten der Inklusion behinderter Schüler in regulären Schulen ein. Der CDU-Politiker erklärte, dass eine Inklusion in manchen Fällen sinnvoll sei, wenn die Schüler nicht auf eine zusätzliche Betreuung angewiesen sind. Da dies aber nicht für alle zutrifft, sollten Förderschulen bestehen bleiben.

    Wie lässt sich Abwanderung verhindern?

    Gegenstand des Gesprächs war auch das Problem, wie die Abwanderung der Jugend von ländlichen Regionen in Städte abgebremst werden soll. Hierfür sei eine Anpassung der Arbeitschancen zwischen Stadt und Land notwenig. Dafür werde eine verbesserte Infrastruktur gebraucht, um Unternehmen langfristig anzusiedeln und bestehende Firmen an die Region zu binden. Dabei betonte Bracht die Wichtigkeit des Flughafens Hahn als Arbeitgeber.

    Ein wichtiges Thema war die Bildungspolitik, insbesondere die Finanzierung. Einige Schüler bemängelten geplante Streichungen der Förderung von Sportprogrammen der Schule und hinterfragten den politischen Ansatz, keine Neuverschuldung anzustreben, gerade wenn dies Einschränkungen im Bildungssystem zur Folge hat.

    "Prinzip der Verschuldung funktioniert nicht"

    "Bildung ist wichtig, aber es gibt Grenzen", so Bracht. Diese liegen häufig in der Finanzstruktur des Landes. Das alte Prinzip der Verschuldung, um alles auch in Zeiten schlechter Konjunktur zu finanzieren, funktioniere nicht. Es müsse ein Umdenken stattfinden, da bei Hochkonjunktur die Schulden aus den schlechteren Jahren am Ende doch nicht mehr abgebaut werden.

    Kritische Fragen zu den Windkraftanlagen im Rhein-Hunsrück-Kreis nahmen die meiste Zeit der Veranstaltung in Anspruch. Der von Windkraftkritikern oft geäußerte Aspekt der Verschandelung des Landschaftsbildes und die Naturzerstörung wurden vor dem Hintergrund der Förderung und Effizienz vorgebracht.

    Vorschlag Fördergelder für Windkraft einzuschränken

    Obwohl der gewonnene Strom den Bedarf der Region übersteigt, werden weiterhin Windräder genehmigt und gebaut. Die Schüler schlugen vor, die Fördergelder und Genehmigungen einzuschränken, um den stetigen Ausbau in der Region zurückzufahren. Bracht stimmte dem weitgehend zu, stellte aber heraus, dass der Energieüberschuss nicht bundesweit vorhanden ist, sondern eine regionale Problematik. Daher ist er auch für eine koordinierte Planung des Windkraftausbaus, inklusive der Frage nach Speichermöglichkeiten des Überschusses, und spricht sich für ein Moratorium hierzu aus.

    Damit wurde auch der Bogen zu Brachts Anliegen geschlagen, sich am politischen Prozess zu beteiligen und sich direkt an Abgeordnete zu wenden. Dies müsse schon in der eigenen Gemeinde beginnen, wenn die gestaltete Politik nicht den Vorstellungen der Bürger entspreche, wie beim viel diskutierten Thema Windkraft.

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