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    13. Dezember: Populäre Luzia – Lichtgestalt bringt Weihnachtsglanz in dunklen Zeiten

    "St. Luzia aus Syrakus, Dir gilt heute unser Ehrengruß. Du lebtest christlich, gut und rein, Du sollst drum unser Vorbild sein." Dieses Lied singen die Mastershausener jedes Jahr in der Luzia-Messe.

    Eine wunderschöne barocke Darstellung der heiligen Luzia befindet sich in der Mastershausener Pfarrkirche.  Foto: Wolfgang Wendling
    Eine wunderschöne barocke Darstellung der heiligen Luzia befindet sich in der Mastershausener Pfarrkirche.
    Foto: Wolfgang Wendling

    Von unserem Redakteur Wolfgang Wendling

    Wer die drei Strophen getextet hat, ist unbekannt. Es dürfte sich aber um einen Einheimischen handeln. Denn außerhalb des Dorfes ist das Lied, das nach der Melodie des bekannten Kirchenliedes "Ihr Freunde Gottes allzugleich" gesungen wird, unbekannt.

    Keine Frage, Luzia ist die Lichtgestalt in der Adventszeit, in ihr spiegelt sich der Glanz der Weihnacht wider. In Dante Alighieris Göttlicher Komödie tritt sie als "Trägerin des himmlischen Lichts" in Erscheinung.

    Die Martyrerin aus der Zeit der Christenverfolgung unter dem römischen Kaiser Diokletian (Anfang des 4. Jahrhunderts) gehört weltweit zu den populärsten Heiligen. Nach ihr ist ein Inselstaat in der Pazifik benannt, ein Departement in Argentinien und ein Kanton in Ecuador. Etwa 30 Städte rund um den Erdball tragen ihren Namen. Es gibt sogar Flüsse und Gebirgsketten, die "Santa Lucia" heißen.

    Doch damit nicht genug: "Santa Lucia" ist der Titel von Spielfilmen und Schnulzen. Weltberühmt wurde ein in der Mitte des 19. Jahrhundert entstandenes neapolitanisches Volkslied, das außerhalb Italiens vor allem in Skandinavien durch die Verbreitung des Lichterfestes am Luziatag jedes Kind kennt. Kein Wunder, haben doch den Ohrwurm "Santa Lucia" so populäre Interpreten wie Enrico Caruso und Elvis Presley gesungen.

    Dieser illustren Liste hat gerade die Redaktion der Rhein-Hunsrück-Zeitung eine eigene Version hinzugefügt - mehr dazu mit SONGTEXT AUF HUNSRÜCKER PLATT.

    Sagen, Aberglaube und Brauchtum: Viel Hype um die "Königin des Lichts"

    Und auch was Sagen, Aberglaube und Brauchtum angeht, kann es Luzia mit fast allen Heiligen aufnehmen.

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    Auch wenn man bedauern mag, dass sich die volkstümliche Luzia-Verehrung vom religiösen Kern ziemlich weit entfernt hat - die Lichtersymbolik lässt sich trefflich in den historischen Kontext einordnen. So soll sich Luzia, als sie die von der römischen Staatsmacht verfolgten Glaubensgenossen mit Nahrung versorgte, einen Lichterkranz aufs Haupt gesetzt haben, um den Weg zu ihren Verstecken zu finden. Dadurch hatte sie beide Hände frei zum Tragen der Speisen.

     

    Aus dieser Überlieferung heraus pflegen die Schweden ein originelles Feiertagszeremoniell: Die älteste Tochter des Hauses schlüpft am Luziatag in ein langes weißes Kleid und trägt als Kopfschmuck einen grünen Kranz voller brennender Kerzen. Dieses Licht am Luziatag soll nicht nur die Finsternis durchbrechen, sondern auch den bevorstehenden Weihnachtsglanz ankünden.

    Apropos Luciatag. Der 13. Dezember war bis zur gregorianischen Kalenderreform Ende des 16. Jahrhunderts der kürzeste Tag des Jahres. Daher ist es kein Wunder, dass sich gerade in nördlichen Gefilden die Menschen nach Licht sehnen. Da kommt die Lichtgestalt Lucia wie gerufen.

    Mastershausen und Basselscheid halten Luzia hoch

    Bei allem Hype um die "Königin des Lichts" - bei uns fristet Luzia doch eher ein Schattendasein. Aber sie steht nicht gänzlich abseits von der Rhein-Hunsrücker Bühne. In zwei Orten ist sie präsent: in Masterhausen und im Emmelshausener Stadtteil Basselscheid. Dort wird Luzia als Schutzpatronin verehrt.

    Luzia-Figur in Basselscheid
    Luzia-Figur in Basselscheid
    Foto: Wolfgang Wendling

    In Basselscheid ist bereits Anfang des 17. Jahrhunderts eine Kapelle mit dem Luzia-Patrozinium belegt. Gefeiert wird das Patronatsfest stets am Sonntag, der dem Gedenktag am nächsten liegt. Das war am Sonntag, 11. Dezember, der Fall. Um 14 Uhr wurde Gottesdienst in der Filialkapelle gefeiert. Anschließend traf man sich im gegenüberliegenden Gemeindehaus zur "Basselscheider Kirmes".

    Auch im Gebet am Patronatsfest der heiligen Luzia kommt die Lichtersymbolik zum Vorschein. Die Gläubigen beten darum "dass sie nach ihrem Beispiel als Kinder des Lichtes leben". Der Emmelshausener Pfarrer Christian Adams betont daher den Vorbildcharakter der Heiligen: "Luzias Leben in einer Zeit voller Dunkelheit war ein Lichtblick für viele Menschen, weil es von einem starken Glauben getragen war."

    Luziamesse am 17. Dezember: Alter Luzia-Brauch lebt wieder auf

    In Mastershausen ist die Luzia-Verehrung seit mindestens 600 Jahren ausgeprägt. Bereits 1412 ist die Lichtgestalt als Zweitpatronin neben St. Alban belegt. "Aber sie konnte sich durchsetzen", weiß der Mastershausener Pfarrer Benno Wiederstein. 1569 wird nur noch Luzia als Schutzpatronin genannt.

    In früheren Zeiten kam in Mastershausen sogar die mit der Schutzpatronin verbundene Lichtersymbolik voll zur Geltung. Die Kommunionkinder sind am Luiziatag mit ihren weißen Gewändern in die Kirche eingezogen, wobei ein Kind den Lichterkranz trug, erinnert sich Küsterin Renate Kölzer-Schuler.

    Dieser in den vergangenen Jahren eingeschlafene Brauch feiert in der diesjährigen Luziamesse am Samstag, 17. Dezember um 19 Uhr fröhliche Urständ. Anlass ist die 50-Jahr-Feier der Pfarrkirche, die am 18. Dezember 1966 an gleicher Stelle wie die Vorgängerkirche aus den Jahren 1773/78 geweiht wurde. In diese neue Kirche hielt der barocke Glanz der ursprünglichen Kirche Einzug - mit der Luzia-Figur am Hochaltar. "Das ist eine der schönsten Darstellungen der heiligen Luzia nördlich der Alpen", hat Pastor Wiederstein von einem Kunstkenner erfahren.

    Die Lichtgestalt im Advent rückt in der Luzia-Messe am Samstag gerade auch in ihrer religiösen Dimension ins rechte Licht. "Wir ehren Dich, St. Luzia, sei uns als Vorbild immer nah. Du gabst Dein junges Leben hin, gib uns von Deinem Opfersinn." Wenn Chorleiter Harald Braun mit seinem Kirchenchor und der Gemeinde das Mastershausener Luzia-Lied anstimmt, erstrahlt der barocke Glanz der Kirche noch heller.

    Luzia wurde um 283 in Syrakus, Sizilien, geboren. Dort wurde sie 304 im Zuge der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian mit dem Schwert ermordet, nachdem die Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen gescheitert war. Die Martyrerin wird häufig mit dem Schwert und dem Palmzweig dargestellt - so auch bei den Luzia-Figuren in Mastershausen und Basselscheid. Unter Papst Gregor I. im sechsten Jahrhundert wird Luzia in den Messkanon aufgenommen und heute im ersten Hochgebet genannt. Sie ist u.a. die Patronin der Armen, Blinden und Glaser.

    13. Dezember: Die Redaktion singt "Santa Lucia" - natürlich auf Hunsrücker PlattSa-han-ta-ha Lu-hu-ci-hi-aah!: Wolfgang Wendling über das Besondere am heutigen Luziatag
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