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    Zukunft: Drei Dörfer arbeiten ihre Selbstständigkeit (24)

    Die Nähe zu Brück an der Ahr gab Ahrbrück seinen Namen. Die Gemeinde, die 1969 aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Ahrbrück, Brück und Pützfeld entstand, zählt rund 1200 Einwohner, drei Kapellen und eine Kirche sowie je zwei Möhnenvereine, Feuerwehren und Campingplätze mit alljährlich 17.000 Übernachtungen.

    Die Wallfahrtskapelle Putzfeld. Foto: Petra Ochs
    Die Wallfahrtskapelle Putzfeld.
    Foto: Petra Ochs

    Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs 

    Ahrbrück ist Endstation der Ahrtalbahn. Das um das Jahr 1900 errichtete Bahnhofsgebäude wird als solches aber nicht mehr genutzt: Es wurde zum Bürgerhaus umgebaut. Der Zusammenhalt in der Gemeinde ist gut, obwohl die Strukturen in den drei Ortsteilen noch immer an die einstige Selbstständigkeit erinnern. Ein Beispiel: Dreimal wird in Ahrbrück Kirmes gefeiert. Kein Problem, meint Ortsbürgermeister Heribert Seul. Sein ganzer Stolz ist übrigens das im Jahr 2010 eingeweihte Einkaufszentrum „An den Märkten" an der B 257 zwischen Brück und Pützfeld: Auf 2600 Quadratmeter Nutzfläche sind hier unter anderem ein Supermarkt, ein Imbiss, ein Café, ein Getränkemarkt und ein Reisecenter untergebracht. Als Bürgermeister hatte Heribert Seul das Projekt zur Ankurbelung der Gewerbesteuereinnahmen initiiert und drei Jahre lang versucht, alle Hindernisse zu umschiffen - denn eigentlich darf sich im kleinen Ahrbrück kein Nahversorgungszentrum dieser Größenordnung ansiedeln.

    Das Einkaufszentrum „An den Märkten". Foto: Petra Ochs 
    Das Einkaufszentrum „An den Märkten".
    Foto: Petra Ochs 

    „Am Anfang hat man mich für verrückt erklärt", erinnert sich Seul. Doch der Erfolg gab ihm recht: Die Geschäfte „An den Märkten" sind schon aufgrund ihrer günstigen Lage an der B 257 zwischen Altenahr und Adenau ein Kundenmagnet. „Wenn am Nürburgring was los ist, kriegen Sie hier morgens um halb zehn keinen Apfel mehr", erzählt Seul. Wenn es nach ihm ginge, würde das Einkaufszentrum deshalb sogar noch ausgeweitet. Doch zunächst steht für Ahrbrück ein anderes Projekt ins Haus: der Bau des neuen Feuerwehrhauses. Und auch der Lückenschluss des Ahrradwegs ist auf dem Plan. Dafür wird die alte Eisenbahnbrücke über der Ahr abgerissen und durch eine neue Brücke ersetzt, über die dann der Ahrradweg geführt wird. Den danebenliegenden Platz an der Ahr möchte die Gemeinde zu einem hübschen Rastplatz umgestalten.

    Heribert Seul und Rita Lohndorf vor dem ehemaligen Militärkasino. Foto: Petra Ochs 
    Heribert Seul und Rita Lohndorf vor dem ehemaligen Militärkasino.
    Foto: Petra Ochs 

    Der Ahrsteig spart das malerisch im Tal gelegene Ahrbrück allerdings aus. Ein Grund dafür ist das „Erbenland" rund um Ahrbrück: Die 130 Hektar wurden bereits zur Zeit Napoleons unter vier bis fünf Familien aufgeteilt und seitdem munter weitervererbt, sodass es heute mehr als 2000 Mitbesitzer gibt, die wegen teils erfolgter Bebauung wenig an einer Flurbereinigung interessiert sind. Der Waldreichtum und die besondere Lage des Gebiets um Ahrbrück zogen in den 1930er-Jahren militärisches Interesse auf sich: Noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde hier der Luftwaffenübungsplatz Ahrbrück eingerichtet. In Ahrbrück selbst erinnern heute noch einige architektonische Überbleibsel an die NS-Zeit, allem voran die Baracken und das ehemalige Militärkasino in der Sudetenstraße. „Das war für die Ewigkeit gebaut", meint Seul im Hinblick auf die Beständigkeit der Anlage. Nach dem Krieg diente sie übrigens als Auffangstelle für die ermländischen Bauernfamilien, die in den verlassenen Dörfern im Gebiet des Luftwaffenübungsplatzes siedeln wollten. Im Militärkasino, das die Gemeinde im Nachhinein gern zum Dorfgemeinschaftshaus gemacht hätte, ist heute ein Internethandel angesiedelt. Der Großteil der Baracken dagegen wurde 1975 abgerissen.

    Die alte Eisenbahnbrücke. Foto: Petra Ochs 
    Die alte Eisenbahnbrücke.
    Foto: Petra Ochs 

    Eben hier soll das neue Feuerwehrgerätehaus entstehen. Weitere Grundstücke dort werden mittlerweile als Bauland verkauft. Apropos Bauland: Das sucht die Gemeinde krampfhaft, denn als Wohngemeinde ist Ahrbrück recht attraktiv. Die Infrastruktur ist gut: Es gibt eine Grundschule und einen Kindergarten, einige Restaurants, eine Tankstelle, Banken und einen Arzt. „Nur die Post fehlt uns", meint die Erste Beigeordnete Rita Löhndorf. Auch das Vereinsleben ist rege. Es gibt zwei Kapellenvereine, einen Junggesellenverein, eine Frauengemeinschaft, Möhnen- und Karnevalsverein, den Angelsportverein und den Sportverein ABK. Die beiden Feuerwehren, die demnächst im neuen Gerätehaus zusammengelegt werden sollen, haben keine Nachwuchssorgen, und der Gemischte Chor Liederkranz Ahrbrück hat in Eigenleistung ein Sängerheim in Pützfeld errichtet, das nun auch von außen schön wird.

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