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    Vor Stichwahl: Säbelrasseln bei Sinziger CDU

    Eine Woche vor der Stichwahl am Sonntag, 8. Oktober, fällt die Analyse der Sinziger CDU nüchtern aus. Die Ausgangslage für ihren Bürgermeisterkadidaten Andreas Braun ist schwierig.

    Nach der Wahl ist vor der Stichwahl (von links): Kandidat Martin Braun, Franz-Hermann Deres, Hans-Werner Adams und Volker Holy. Foto: Vollrath
    Nach der Wahl ist vor der Stichwahl (von links): Kandidat Martin Braun, Franz-Hermann Deres, Hans-Werner Adams und Volker Holy.
    Foto: Vollrath

    Eine Woche vor der Stichwahl zum Bürgermeister am Sonntag, 8. Oktober, fällt die Analyse der Sinziger CDU angesichts des mäßigen Abschneidens ihres Kandidaten Martin Braun am letzten Wahlsonntag mit 28,7 Prozent hinter dem unabhängigen Einzelbewerber Andreas Geron (45,4 Prozent) nüchtern aus. „Es war klar, es wird sehr, sehr schwer – und so kam es auch“, stellte der Vorsitzende Franz-Hermann Deres bei einer ersten Nachbereitung der Sinziger Christdemokraten im Schloss fest. „Martin Braun hat für die aufgestaute Unzufriedenheit der Bürger die Rechnung bekommen, zu viele Themen in der Stadt und die Verwaltung betreffend sind in die Schlagzeilen gekommen“, so sein Fazit. Die CDU müsse sich als Konsequenz daraus nun besser präsentieren und innerhalb des Parteivorstands nach Lösungen suchen. Doch nun starte ein neues, offenes Rennen. „Wir kämpfen bis zum 8. Oktober um jede Stimme“, kündigte Deres an, der Braun für seinen bisherigen Einsatz großes Lob aussprach.

    Säbelrasseln gab es von Markus Schlagwein, für den die vergangenen Wochen zwar von viel Wahl, aber zu wenig Kampf geprägt war. Allein die an diesem Abend getätigte Ankündigung Brauns, dass dieser keinen eigenen Dienstwagen brauche, würde sicher wieder irgendeinen schrägen Shit-Storm in den sozialen Medien auslösen, in denen kübelweise Dreck über den CDU-Stadtverband, den amtierenden Bürgermeister Wolfgang Kroeger und den CDU-Kandidaten ausgeschüttet worden sei. Schlagwein: „Wie kann es sein, dass Andreas Geron jetzt schon in der Verwaltung auftaucht, und Auszubildende zurechtweist, indem er ihnen sagt, was sie dürfen und was nicht“, fragte er. Verärgert äußerte er sich auch über folgenden Umstand: „Der (Geron) parkt seine blaue Affenschaukel auf dem Fußgängerweg vom Amtsgericht und im Halteverbot am Europabrunnen, wieso ist er in der Lage, sich solches Recht heraus zu nehmen?“ Gemeint ist der kleine Kasten-Pkw mit Werbebotschaften Andreas Gerons.

    CDU-Mann Braun selbst ist klar, dass er von einer schwierigen Ausgangsposition startet. „Aber das spornt mich eher an, als dass es mich entmutigt“, sagte er und warf noch einmal alle Argumente in die Waagschale, die die Sinziger dazu bewegen sollen, ihn zum Verwaltungschef zu machen. Er will im Fall seiner Wahl nach Sinzig ziehen, wisse, wo Vereinen der Schuh drückt. Er habe als Verwaltungsfachmann der Kreisverwaltung Behördenkontakte und Rechtskenntnisse und wolle als guter Chef ein Vorbild sein, der seine Mitarbeiter fördert, aber auch fordert. „Ich habe in den letzten Wochen unzählige Gespräche geführt und einen guten Einblick ins Sinziger Geschehen gewonnen“, so Braun. Seiner Ansicht nach müsse ein Ruck durch die Stadt und alle ihre Stadtteile gehen. Es solle niemand benachteiligt werden, auch wenn einer eine andere Meinung vertritt. Er wolle nicht spalten, sondern versöhnen. „Sinzig braucht keinen Bürgermeister, der sagt, dies geht nicht und das auch nicht – man muss auch mal 57 durch 2 teilen können und nicht immer auf Gesetze pochen“, meinte Braun. In Sachen Nahversorgungszentrum hätte er sich mehr Bürgerbeteiligung gewünscht, die Entscheidung hierzu sei aber im Stadtrat gefallen. Ein Nahversorgungszentrum könne auch eine Chance sein, wie man am Mittelzentrum der Kreisstadt sähe.

    Seinen ausdrücklichen Respekt versicherte Vorsitzender Franz-Hermann Deres dem dritten Kandidaten Manfred Ruch, der mit 25,8 Prozent der Stimmen bei der Bürgermeisterwahl ausgeschieden war. „Ich habe ihn mit seinen Zielen Transparenz, Kommunikation und Kreativität erst in der letzten Zeit richtig schätzen gelernt, es war ein sehr faires Miteinander“, so der Vorsitzende, der sich sicher ist, dass Manfred Ruch als Vorsitzender des Bürgerforums Sinzig auch in Zukunft gut tun werde.

    Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher

    Volker Holy kandidiert als Ortsvorsteher von Löhndorf

    Am Sonntag, 26. November, wird in Löhndorf der neue Ortsvorsteher als Nachfolger von Michael Kappl gewählt, der aus beruflichen Gründen von diesem Amt zurück getreten war und das derweil kommissarisch von Norbert Fuchs wahrgenommen wird. Mit einstimmigem Votum favorisierte die Sinziger CDU für dieses Amt Volker Holy, der dieses „Ja-Wort“ gerne annahm.

    In der jüngsten Sitzung der Fraktion im Sinziger Schloss stellte sich der 47-jährige Zimmermannsmeister, der in Löhndorf aufgewachsen ist und „dort jeden Stock und Stein“ kennt, vor: Der gebürtige Sinziger machte 1994 nach dem Wehrdienst seinen Meisterbrief und fungierte zunächst als Bauleiter der Niederzissener Firma Holzbau Adams, dann als Leiter der Kalkulations-Abteilung und seit bereits zehn Jahren als deren Betriebsleiter. „Löhndorf ist nicht so ganz einfach, deshalb ist es gut, wenn man es kennt“, meinte er. Der Kandidatenvorschlag der CDU wird laut dem Sinziger Vorsitzenden der Partei Franz-Hermann Deres von der FWG-Fraktion unterstützt. ith

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