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Kreis Ahrweiler

Trierbach und Wirftbach: Auch kleinere Flüsse haben Besonderheiten

Die Ahr und ihre Zuflüsse gehören zum Flusssystem des Rheins. In diesem Strom sammelt sich das Wasser aus einer kaum überschaubaren Anzahl von Quellgerinnen, die sich zu immer größeren Fließgewässern vereinigen.

Etwa 50 Meter vor der Mündung in die Ahr bietet der Trierbach eine besonders attraktive Kulisse mit der St.-Katharinenkapelle von Müsch und der Brücke.
Etwa 50 Meter vor der Mündung in die Ahr bietet der Trierbach eine besonders attraktive Kulisse mit der St.-Katharinenkapelle von Müsch und der Brücke.
Foto: Werner Dreschers

Von Winfried Sander, Vorstandsmitglied der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler

Das vom Flusssystem entwässerte Gebiet, das Einzugsgebiet, wird durch Wasserscheiden abgegrenzt. Das Einzugsgebiet (Entwässerungsgebiet) des Rheins hat eine Fläche von etwa 200.000 Quadratkilometern. Bedeutende Flüsse sind der Rhein mit seinen vielen Quellflüssen, und dann Aare, Ill, Neckar, Main, Nahe, Lahn, Mosel, Saar, Ahr, Sieg, Ruhr, Lippe und Vechte. Das Einzugsgebiet der Ahr beträgt gut 897 Quadratkilometer. Analog zum Rhein erstreckt sich auch das Einzugsgebiet der Ahr über eine Vielzahl von Nebengewässern, die weit ins Hinterland hineinreichen. Für die Ahr sind dies im oberen Teil beispielsweise die größeren Bäche Trierbach, Armuthsbach und Adenauer Bach.

Der Trierbach zwischen Kirmutscheid und Müsch.
Der Trierbach zwischen Kirmutscheid und Müsch.
Foto: Werner Dreschers

Der Trierbach bezieht sein Wasser durch den Zufluss von 22 kleineren Gewässern in einem Einzugsgebiet von 116 Quadratkilometern. Auf seiner 25 Kilometer langen Reise von der Quelle bis zur Mündung in die Ahr liegt ein Höhenunterschied von 320 Metern. Die Größe der Einzugsgebiete von Gewässern sind für die Entstehung und Gewalt der über sie hereinbrechenden Hochwasser von großer Bedeutung – und das Einzugsgebiet des Trierbaches ist mit 116 Quadratkilometern, also 116 Millionen Quadratmetern, erheblich.

Laut klimatologischer Messungen hat die Eifel in den vergangenen 30 Jahren einen durchschnittlichen Niederschlag von 800 Millimetern auf den Quadratmeter im Jahr. Das entspricht 800 Litern auf dieser Fläche. Nach wissenschaftlichen Berechnungen fließen davon etwa 60 Prozent in ein Gewässer ab, 40 Prozent verdunsten auf der Landoberfläche. Der Trierbach hat bei seiner relativ großen Länge und seiner für einen Mittelgebirgsbach mittleren Höhendifferenz eine geringe Steilheit, folglich eine geringe Geschwindigkeit und damit wiederum eine geringe Erosionskraft.

Ein altes Gebäude im Wirftbachtal.
Ein altes Gebäude im Wirftbachtal.
Foto: Werner Dreschers

Zu den Zuflüssen des Trierbachs gehört der Wirftbach. Er hat eine Länge von etwa zwölf Kilometern, die Quelle liegt bei 579 Metern im Bereich der Start- und Zielgeraden des Nürburgrings. Er bildet sich aus dem Zusammenfluss vom Hatzenbach und einem namenlosen Gewässer. Der Wirftbach mündet bei Kirmutscheid auf einer Höhe von 317 Metern in den Trierbach und hat bis dahin einen Höhenunterschied von 262 Metern bewältigt. Das Einzugsgebiet umfasst somit rund 22 Quadratkilometer.

Der Wirftbach besitzt einige Besonderheiten: So bildet er sich an einer Gewässerscheide, wo sich zwei Gewässersysteme voneinander trennen. Am Ring geht es auf der einen Seite in den Nettebach und auf an der anderen in die Ahr. Seine ehemalige Quellmulde unmittelbar an der Zielgerade des Nürburgrings ist durch den Bau der Rennstrecke zugeschüttet, und sein weiterer Verlauf wurde im oberen Bereich verrohrt.

 Der Wirftbach.
Der Wirftbach.
Foto: Werner Dreschers

Bei der Aufnahme von Oberflächenwasser aus dem Bewirtschaftungsbereich innerhalb des Nürburgrings hat der Wirftbach eine besondere Rolle als Vorfluter. Das Oberflächenwasser der versiegelten Flächen, Gebäude, Wege und Parkplätze wird in aller Regel über das Kanalsystem dem Wirftbach zugeführt. Die versiegelte Fläche, die dem Wirftbach eine Menge Wasser einbringt, beträgt immerhin etwa 17 Hektar. Diese Niederschlagsmenge wird seit dem Bau der Grand-Prix-Strecke im Jahr 1984 in den Wirftbach abgeleitet. Die Folge: eine erhebliche Erosion des Gewässers in die Tiefe – teilweise bis zu zwei Meter. Mitte der 1990er-Jahre wurde der Bach als Ausgleichsmaßnahme für die Eingriffe in Natur und Landschaft beim Bau des Fahrsicherheitszentrums I am Nürburgring renaturiert. Der Bau eines umfangreichen Regenrückhaltebeckens, das mit einer Drosselung des Abflusses versehen ist, reduziert die Intensität des Abflusses, vermindert somit die Erosion in die Tiefe und die Gefahr von Hochwassern für die weiter unterhalb liegenden Ortschaften, sprich: für Wirft.

Die BUND-Kreisgruppe hat ihre Bachpatenschaft dazu genutzt, die standortfremden Fichtenbestände entlang des Baches zu entfernen und typische, gewässerbegleitenden Baumarten wie Esche und Schwarzerle anzupflanzen. Der Wirftbach verfügt in seinem Verlauf über einen großen Bestand an ökonomisch attraktiven Fischteichen, beispielsweise die Barweiler Mühle.

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