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Bad Neuenahr-Ahrweiler

Traum erfüllt: Anatol Käbisch ist Schauspieler

Anatol Käbisch beginnt mit 15 Jahren seine Schauspiel-Karriere bei einem Musical-Projekt in Westum und spielt heute erfolgreich beim Berliner Ensemble. Dabei ist die Konkurrenz groß und das Geschäft hart.

Anatol Käbisch aus Ahrweiler arbeitet inzwischen erfolgreich als Theaterschauspieler am Wiener Burgtheater und beim Berliner Ensemble.
Anatol Käbisch aus Ahrweiler arbeitet inzwischen erfolgreich als Theaterschauspieler am Wiener Burgtheater und beim Berliner Ensemble.
Foto: Hans-Jürgen Vol

Von unserer Reporterin Celina de Cuveland

Anatol Käbisch stammt aus Ahrweiler, ist gerade einmal 24 Jahre jung und hat es doch schon geschafft, sich seine beiden größten Träume zu erfüllen. Denn Anatol arbeitet als Theaterschauspieler am Wiener Burgtheater und beim Berliner Ensemble – zwei Bühnen, die als führend im deutschsprachigen Raum gelten. Um als Schauspieler so richtig durchzustarten, brauchte der geborene Bad Bodendorfer jede Menge Talent und auch ein Quäntchen Glück. Die Konkurrenz ist groß und das Schauspielgeschäft hart.

Angefangen hat alles bei "Musical for you", einem Projekt zur Förderung junger musikalischer Talente, im Sinziger Ortsteil Westum. Anatol Käbisch war damals 15 Jahre alt. Schon seit er denken kann, wollte er Schauspieler am Theater werden. Anatol turnte lange beim TV Heppingen – die Akrobatik und Beweglichkeit, die er sich dort aneignete, sollten seine Karriere später maßgeblich prägen. Auch besuchte er eine Jugendstuntschule in Köln – für halsbrecherisch anmutende Rollen hatte Anatol von Anfang an etwas übrig. Immer wieder sprach er bei Musicalschulen vor, unter anderem in Hannover und in München. Als er einen Platz bei TheaterTotal in Bochum bekam, zog er für ein Jahr dorthin und spielte in dem Drama "Planotow" von Anton Tschechow einen Räuber. "Die Rolle passte total gut zu mir", erinnert sich Anatol. "Um sie authentisch zu spielen, musste ich super beweglich sein."

Drei Monate lang tourte Anatol mit dem Stück durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Anschließend zog es ihn an die Alanus Hochschule nach Alfter, wo er begann, Schauspielerei zu studieren. Währenddessen arbeitete er mit dem Schauspielprofessor und Theaterregisseur Dieter Braun an der Rolle "Viktor" im Stück "Kinder an die Macht". "Viktor war mein Sprungbrett", berichtet Anatol. "Ich mag diese fiesen, gemeinen Rollen gerne. Mit den sympathischen Charakteren kann ich nicht so viel anfangen."

Überhaupt sollten angehende Schauspieler viel öfter das tun, was sie wirklich gut können, findet Anatol. Zu oft werde sich verstellt, nur um zu zeigen, wie vielseitig man ist. "Wenn man das macht, was man kann, dann kann man alles erreichen", sagt Anatol. Und er weiß, wovon er spricht. In Wien sprach er an der Universität für Musik und darstellende Kunst vor, an der er inzwischen seit drei Jahren eingeschrieben ist.

"Ich habe mich neben internen Rollen und Stücken auch nach außen orientiert", sagt Anatol. "Irgendwann bekam unsere Uni eine Mail vom Burgtheater, in der stand, dass dort eine Besetzung gesucht wurde." Anatol bewarb sich, sprach ganze drei Mal vor unterschiedlichen Dramaturgen und Regisseuren des Burgtheaters vor – und bekam schließlich die Rolle. "Die haben mich sechs Wochen auf eine Antwort hoffen lassen", sagt Anatol. Heute kann er lachen, wenn er davon spricht. Damals war die Wartezeit die Hölle für den jungen Mann.

"Selbst als ich die Rolle spielen durfte, hatte ich oft Angst, dass ich als Jungschauspieler doch noch raus geschmissen werde", sagt er. Schließlich wurden sogar während der Proben gestandene Burgtheaterschauspieler von dem Stück ausgeschlossen. "Irgendwann wollte der Regisseur mit mir sprechen", erinnert sich Anatol. "Da dachte ich: Jetzt ist es aus. Traum geplatzt." Doch statt ihn rauszuschmeißen, bot der Regisseur ihm eine feste Rolle im Berliner Ensemble an. Anatol konnte es erst gar nicht fassen. "Dass ich kleiner Wicht beim Berliner Ensemble spielen darf, ist eine wahnsinnig große Ehre", sagt er. Anatol spielte einen der Räuber in Friedrich Schiller Stück "Die Räuber", den Faust in Goethes "Faust" und die Hauptrolle in der "Deutschstunde" von Siegfried Lenz.

"Normalerweise kommen junge Schauspieler wie ich an großen Theatern nur zu kleinen Rollen", sagt Anatol. Mittlerweile kann er von seiner Gage gut leben, die Aufführungen machen ihm Spaß, Anatol ist glücklich. Wie es weiter gehen soll? "Gute Frage", sagt der junge Mann. "Meine Träume habe ich verwirklicht. Mal sehen, was danach kommt." Im September tritt Anatol mit dem Berliner Ensemble im Théâtre du Châtelet in Paris auf.

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