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Sinzig

Sinzig geht den Klimaschutz gemeinsam an

Die Stadt Sinzig verursacht jährlich insgesamt Energiekosten in Höhe von 23 Millionen Euro. Darin eingerechnet sind lediglich Erdgas- und Stromverbrauch, die Heizölkosten sind indes noch nicht erfasst.

Marion Gutberlet (links) und Kerstin Kriebs moderieren die Umsetzung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes in Sinzig.
Marion Gutberlet (links) und Kerstin Kriebs moderieren die Umsetzung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes in Sinzig.
Foto: Vollrath

Die meiste Energie geht für Wärme drauf. Aber: Rund die Hälfte der Kosten lässt sich einsparen durch eine energetische Sanierung, wie Kerstin Kriebs (Transferstelle Bingen) am Montagabend im Sinziger Rathaus vorrechnete.

Mit einem integrierten Klimaschutzkonzept sollen diese Einsparpotenziale ab sofort zentral ausgelotet und anschließend nach Möglichkeit auch umgesetzt werden. Das Projekt dauert ein Jahr. Allerdings dürfte so manche Wunschmaßnahme letztlich auch an ihren Kosten scheitern. In die Umsetzung soll in jedem Fall das lokale Handwerk stark eingebunden werden, um so den Wirtschaftskreislauf vor Ort zu stärken.

Die Auftaktveranstaltung am Montag haben 25 Menschen verfolgt: Stadträte, Ortsvorsteher, Mitglieder der Stadtverwaltung, Anna Jessenberger von der Energieagentur, Klaus Karpstein vom Solarverein Goldene Meile sowie ein paar interessierte Bürger. Mitte 2016 soll das Klimaschutzkonzept fertig sein und anschließend umgesetzt werden: in privaten und öffentlichen Gebäuden. Vorausgesetzt, der Stadtrat verabschiedet entsprechende Beschlüsse.

Bis dahin sollen in Projektgruppen und Workshops die Daten erfasst sowie Ideen und Vorschläge – auch von Bürgern – gesammelt werden. Koordiniert wird das Ganze von der Landesgesellschaft Transferstelle Bingen sowie von der Firma Grontmij um Marion Gutberlet, die solche Konzepte zur Regionalentwicklung erstellt und die Umsetzung moderiert.

Seit Juni sind Kriebs und Gutberlet damit befasst, die entsprechenden Daten für Sinzig zu ermitteln. Sie greifen auf Zahlen der Erdgasversorger und Schornsteinfeger zurück, analysieren das Solarkataster des Kreises und andere Statistiken. Sie sagen: "Das größte Potenzial zur Einsparung von Energie bieten Wohngebäude. Und hier gerade ältere Gebäude aufgrund ihrer Bausubstanz." Auch wenn diese bereits teilsaniert worden seien. Sie regten an, dass in der Sinziger Stadtverwaltung zumindest eine halbe Stelle für einen Klimaschutzmanager geschaffen wird.

Am Montag fragten sie zudem erste Vorschläge und Ideen ab zur Energieeinsparung: "Fortan wollen wir viele Maßnahmen gemeinsam entwickeln." Die gesammelten Anregungen sollen eine erste Orientierung für die Umsetzung bieten. Als Vorschläge genannt wurden von den Besuchern: der Bau kleinerer Windkraftanlagen auf privaten Flächen, Wärmerückgewinnung durch Trocknungsprozesse und vor allem die Erziehung der Eltern durch deren Kinder.

Denn: Mehrere Besucher sprachen die teils nach wie vor chaotischen Zustände am Sinziger Schulzentrum an, wo besonders Mütter ihre Kinder mit dem Auto fast direkt ins Klassenzimmer bringen. Eine Frau sagte: "Hier müssen wir auf die Kinder setzen."

In Sinzig gibt es laut Karpstein vom Solarverein derzeit mehr als 300 Fotovoltaikanlagen mit mehr als drei Megawatt: "Das ist beachtlich, das Potenzial ist aber nach wie vor sehr groß." Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger zählte die Maßnahmen auf, die zur Energieeinsparung bereits umgesetzt worden sind: etwa die Biogasanlage beim Abwasserzweckverband Untere Ahr, die beiden Blockheizkraftwerke in der Grundschule Sinzig und der Kita Storchennest. Zudem sind die Grundschulen in Bad Bodendorf und Westum sowie die Realschule plus mit Fotovoltaik ausgestattet. Auch gibt es am Sinziger Rathaus eine kostenlose Ladestation für Elektroautos und E-Bikes.

Von unserem Redakteur Jan Lindner

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