40.000
Aus unserem Archiv
Remagen

Rhein-Ahr-Campus: Mit Poesie, Sport und Musik gegen Neonazis

Jan Lindner

An diesem Tag des Remagener Ausnahmezustands konzentriert sich das Geschehen unmittelbar am Rhein-Ahr-Campus (RAC). Hier treffen auch am 18. November Hunderte Neonazis und Gegendemonstranten aufeinander – strikt voneinander getrennt von Hundertschaften der Polizei in Kampfmontur.

Der Remagener Rhein-Ahr-Campus und das Friedensbündnis wollen beim Tag der Demokratie ein deutliches Zeichen setzen – und hoffen auf viele Besucher auf dem Hochschulgelände.
Der Remagener Rhein-Ahr-Campus und das Friedensbündnis wollen beim Tag der Demokratie ein deutliches Zeichen setzen – und hoffen auf viele Besucher auf dem Hochschulgelände.
Foto: Jan Lindner

Direkt an diese Zone, in die sicheren Mauern der Hochschule, möchten Asta und Remagener Friedensbündnis diesmal einige Hundert Interessierte locken.

Dazu haben sie ein pralles, vielseitiges Programm organisiert: mit Poetry Slam, Infomeile, einem Lauf mit 2,4-Kilometer-Runde, einer Ausstellung, Reden und Musik. In unmittelbarer Nähe zu scheinbar trauernden Rechten und lautstarken Gegendemonstranten wollen sie ein deutliches, friedliches Zeichen setzen für Demokratie, Toleranz und bunte Vielfalt.

Die Hochschule hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker beim Tag der Demokratie eingebracht. Diesmal verlagern sich die Veranstaltungen rund um den Remagener Demonstrationstag noch mehr vom Marktplatz an den Campus. Gleichwohl wollen die Organisatoren diese Verlagerung nicht als Konkurrenz verstanden wissen, sondern als Ergänzung. Über Alte Straße und Goethestraße sollen Interessierte den ganzen Tag über zwischen den beiden Orten pendeln können. Dazu sollen auch Roller und Fahrräder bereitstehen.

Karin Keelan (Friedensbündnis) sagt: „Vergangenes Jahr gab es in der Innenstadt ein sehr gutes Programm, aber leider nur wenige Besucher.“ Besonders junge Menschen hätten sich dort etwas verloren gefühlt. Grade sie wollen die Akteure am Campus ansprechen. Robert Schmidt (Asta) meint: „Wir gehen dahin, wo auch die Rechten sind. Wir rufen zum Denken auf und setzen ein politisches, aber unparteiisches Zeichen.“ Um 14 Uhr spricht zudem Innenminister Roger Lewentz als einer von fünf Rednern.

An der Hochschule sind auch sämtliche Schulen aus Remagen und Sinzig vertreten, Jugendeinrichtungen, Caritas, DGB, Hospizverein, HoT. Bei einigen Eltern der Schüler mussten die Organisatoren einiges an Überzeugungsarbeit leisten, wie Schmidt sagt: Eltern waren besorgt, eben wegen der insgesamt rund 1000 Menschen dort: 500 Gegendemonstranten, 250 Neonazis und Polizisten. Schmidt: „Doch wir konnten sie überzeugen, dass es hier sehr sicher ist.“

Er rechnet mit bis zu 300 Besuchern der vielen Veranstaltungen an der Hochschule. An deren Außenfassade zur Joseph-Rovan-Allee werden Plakate angebracht, die Fotos von Kriegsopfern zeigen. Einige der abgebildeten und getöteten Juden, Sinti, Roma, Schwulen und Regimekritikern kamen aus Remagen und Umgebung.

Die Veranstaltungen am 18. November im Überblick:

  • 10 bis 12 Uhr: Historischer Gedenkspaziergang, Parkplatz Grabenstraße
  • 10.30 bis abends: Infomeile, Reden, Musik, Lauf (14 Uhr), Rhein-Ahr-Campus
  • 10.30 Uhr: Antifademo „Opfermythos Remagen zerstören“, Bahnhofsvorplatz/Stadtgebiet
  • 11 Uhr: Ökumen. Gottesdienst, Kapelle Schwarze Madonna
  • ab 12 Uhr: Eine-Welt-Laden Remagen/Sinzig, Ev. Kirche
  • 13 bis 16 Uhr: Bühnenprogramm mit Musik von De Räuber und Paveier, Marktplatz
  • 13 bis 16 Uhr: Neonaziaufmarsch (Bahnhof – Friedenskapelle – Bahnhof)

Weitere Infos unter www.buendnis-remagen.de und www.laufderdemokratie.wordpress.com

Von unserem Redakteur Jan Lindner

Hier kommt es zu Verkehrsbeschränkungen

Aufgrund der diversen Demonstrationen kommt es in Remagen am Samstag, 18.11. November, in der Kernstadt zu großen Verkehrseinschränkungen. Altstadt und Fußgängerzone sind über B 9 und Nordeinfahrt zu erreichen.

Die Rheinpromenade ist offen; hierüber kommt man auch zum Rhein-Ahr-Campus. Zusätzliche Parkplätze, wie alle anderen an diesem Tag kostenlos, gibt es an Promenade, Schwimmbad und Sportplatz. Einige Straßen werden längere Zeit nicht befahrbar sein: Joseph-Rovan-Allee, Mittelstraße, Goethestraße, Jahnstraße, Von-Lassaulx-Straße, In der Wässerscheid sowie in den angrenzenden Wohngebieten Am Römerhof, Frankenstraße, Friesenstraße, Schillerstraße, Alter Fuhrweg et cetera.

Bad Neuenahr-Ahrweiler
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Online regional
Nina Borowski

Nina Borowski

Regio-CvD Online

 

Mail

Anzeige
epaper-startseite
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach