40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Ahrweiler
  • » Natur: Lachse fühlen sich in der Ahr wieder wohl (23)
  • Aus unserem Archiv

    Natur: Lachse fühlen sich in der Ahr wieder wohl (23)

    Die Sonne blitzt im Wasser, während sich ein Eisvogel auf einem Ast niederlässt. Heidschnucken grasen am Flussufer, einzig die Nilgänse machen sich heute rar. „Hier ist die Natur noch in Ordnung", sagt Johannes Wagner, seines Zeichens Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung und zum Schutz der Ahr, kurz Arge Ahr. 

    Natur pur entlang der Ahr. 
    Natur pur entlang der Ahr. 

    Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs 

    Seit 30 Jahren hat der passionierte Angler dieses idyllische Stückchen der Ahr in Mayschoß gepachtet. Zwischen 800 und 1000 Mitglieder zählt der eingetragene Naturschutzverein Arge Ahr, in dem Einzelpersonen wie Fischereipächter, aber auch ganze Vereine und Gemeinden organisiert sind. Ihr gemeinsames Ziel ist es, das Ökosystem der Ahr zu erhalten. Die Arge Ahr selbst versteht sich als Vermittlerin und Ansprechpartnerin für Fischereibehörden, Gemeinden, Vereine und Pächter, wissenschaftliche Institute und sonstige Interessenvertreter. Bekannt wurde sie aber vor allem durch das Lachsansiedlungsprojekt. „Wir sind seit rund 20 Jahren dabei, den Lachs hier in der Ahr wieder heimisch zu machen", erklärt Wagner. Vor 19 Jahren gab es an eben dieser Ahrschleife in Mayschoß den ersten Lachsbesatz. Noch bis in die 1930er-Jahre gab es ein natürliches Lachsvorkommen (Ahr-Salm) in der Ahr.

    Johannes Wagner, passionierter Angler, hat seit 30 Jahren ein Stück Ahr bei Mayschoß gepachtet. 
    Johannes Wagner, passionierter Angler, hat seit 30 Jahren ein Stück Ahr bei Mayschoß gepachtet. 

    Deshalb und aufgrund der guten ökologischen Bedingungen wurde der in Rheinland-Pfalz liegende Teil der Ahr im Rahmen des Projektes „Lachs 2000" (inzwischen „Lachs 2020") von der Internationalen Kommission zum Schutze des Rheins als Wiederansiedlungsgewässer ausgewiesen. Seitdem gab es immer wieder auch kritische Stimmen zu den Aktionen rund um die Lachswiederansiedlung. „Diese Leute haben es nicht begriffen", entgegnet Wagner und bekräftigt, dass die Wiederansiedlungsbemühungen sehr wohl einen Sinn haben: „Es funktioniert." Das bewiesen die Bestandskontrollen, die einmal im Jahr durchgeführt werden. Unter der Leitung des begleitenden Biologen Jörg Schneider werden die Fische elektrisch abgefischt (sprich betäubt), gezählt, gemessen und gewogen, um nach der Prozedur wieder in die Freiheit entlassen zu werden. Ergebnis: Die Junglachse entwickeln sich gut, und seit 1999 werden auch Lachsrückkehrer nachgewiesen. Doch die „Rückkehrerraten" sind trotz guter Voraussetzungen inzwischen wieder rückläufig, wie Biologe Schneider 2013 in einem Bericht konstatierte. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren: Zunehmender Fischereidruck, Niedrigwasser, Trockenheit und Hitzewellen, aber auch der Ausbau von Wasserkraftwerken am Rhein werden genannt. Die Arge Ahr hält trotzdem an „ihrem" Lachsprojekt fest. „Es ist bewiesen, dass sich die zurückgekehrten Lachse in der Ahr erfolgreich fortgepflanzt haben. Damit ist der Lebenszyklus des Ahr-Salmes nach fast 100 Jahren wieder geschlossen", freut sie sich.

    Jedes Jahr soll weiterhin zwei bis drei Zentimeter großer Lachsnachwuchs in die Ahr eingesetzt werden. 
    Jedes Jahr soll weiterhin zwei bis drei Zentimeter großer Lachsnachwuchs in die Ahr eingesetzt werden. 

    Auch weiterhin wird die Arge deshalb alljährlich zwei bis drei Zentimeter großen Lachsnachwuchs in die Ahr einsetzen. Die Junglachse bleiben zwei Jahre lang in der Ahr, ehe sie über den Rhein ins Meer abwandern, um erst zur Fortpflanzung zurück in ihr Heimatgewässer zu kommen. Doch das Engagement der Arge Ahr, die auch schon mit der Ehrenplakette des Kreises ausgezeichnet wurde, beschränkt sich nicht nur auf Lachse. Ganz allgemein hat sie den Natur-, Arten- und Gewässerschutz im Sinn und begleitet auch Maßnahmen im Uferbereich und zur Wiederherstellung der linearen Durchgängigkeit der Ahr. Zwar kostet die Beseitigung der Aufstiegshindernisse (Wehre und Sohlenschwellen) viel Geld.

    Doch es lohnt sich, findet Wagner: Die Wasserqualität habe sich verbessert, und damit habe auch die Vielfalt der Fische zugenommen. Damit das so bleibt, unterstützt die Arge die Fischereipächter auch beim Fischbesatz. Derzeit steht vor allem die Bachforelle im Fokus, die vor Jahrzehnten noch in der Ahr heimisch war. Jungfische in verschiedenen Größen werden an unterschiedlichen Stellen der Ahr eingesetzt. Ziel ist eine reinrassige Bachforelle. 

    Die Ahr: Ein Kleinod unter den Rhein-Zuflüssen
    Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Samstag

    2°C - 7°C
    Sonntag

    3°C - 5°C
    Montag

    5°C - 6°C
    Dienstag

    4°C - 7°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach