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Nürburgring

Motorenlärm wie Musik: Oldtimer Grand-Prix am Ring weckte Erinnerungen an große Rennen

So legendär wie die „Grüne Hölle“, so legendär war auch der AvD-Oldtimer-Grand-Prix (OPG) am zweiten Augustwochenende. So fest im Jahreskalender der Freunde des Automobilsports verankert sind sonst nur gesetzliche Feiertage. So war am Wochenende wieder richtig was los am Ring.

Und das nicht nur im Zentrum des Rings mit Fahrerlagern und direkt an der modernen Grand-Prix-Strecke, sondern auch die Legende der „Grünen Hölle“ entfaltete ihre ganze Pracht.

Die 46. Auflage des OGP erwies sich einmal mehr als der absolute Jahreshöhepunkt im historischen Motorsport Europas. Bei dem riesigen Angebot an Rennen, Präsentationen und Ausstellungen kam keine Langeweile auf. An jeder Ecke wartete eine andere Überraschung, gab es andere Erinnerungen an legendäre Fahrer und Fahrzeuge. Wer möglichst viel erleben wollte, nahm das einzigartige, historische Fahrerlager in Augenschein, um anschließend zum neuen Fahrerlager zu wechseln und schließlich von der Tribüne mindestens eines der immerhin rund 45 unterschiedlichsten Rennen anzusehen.

Die Entwicklung der Automobile und des Automobilsports ist sonst nirgendwo so komplett zu sehen wie bei der traditionellen Veranstaltung des kleinen aber feinen Automobil-Clubs von Deutschland (AvD). Mehr als 32 Stunden Programm auf der Grand-Prix-Strecke und der Nordschleife, über 600 historische Rennwagen aller Klassen von der Vorkriegsausführung bis hin zur Formel 1 der letzten Jahre gingen an den drei Festtagen an den Start. Die geschätzt mehr als 50 000 Zuschauer erlebten so eine ebenso interessante wie spannende Zeitreise durch die Automobilepochen. Diese war besonders hautnah zu erleben bei einem Besuch des historischen Fahrerlagers – des weltweit einzigen noch genutzten Original-Paddock aus den 1920er-Jahren.

Jede Fahrzeugbox hat hier seine eigene Rennsportgeschichte. Namen wie Rudolf Caracciola oder Bernd Rosemeier hallen hier noch nach. Dort versammelten sich Dutzende von Vorkriegsautomobilen, und besonders bei den jüngeren Zuschauern wurde mehr als einmal die Frage gestellt, ob die überhaupt laufen. Alle Zweifel wurden beseitigt, wenn dann einer der ebenso verwegen wie sein Gefährt ausschauender Pilot den Motor, begleitet von einer gewaltigen Abgaswolke und einem Riesenlärm anließ. Von den Vorkriegsrennwagen im historischen Fahrerlager über die bildschönen Grand-Prix-Wagen bis 1965 verging nicht einmal ein halbes Jahrhundert. Und doch scheinen diese Autos aus einer anderen Welt zu kommen.
Wiederum nur wenige Jahre später entwickelte sich die Technik rasant weiter, wie die historischen Formel-1-Fahrzeuge beweisen, und mündeten schließlich in den Boliden des 21. Jahrhunderts. Sie alle waren wieder bei den unterschiedlichsten Rennen oder Präsentationen auf ihrer Hausstrecke in Aktion zu sehen.

Auf den Tribünen herrschte ebensolches Gedränge wie im Fahrerlager, denn von dort aus war die Grand-Prix-Strecke am besten zu übersehen. Man wollte die gewagten Überholmanöver nicht verpassen, denn in den einzelnen Rennklassen wurde nicht nur zur Schau gefahren, es wurde um jeden Meter hart gekämpft. Wer ein solch historisches Fahrzeug sein Eigen nennt, möchte auch einmal das Gefühl erleben, bei der Siegerehrung einen Pokal in die Höhe recken zu können.

Bei heiterem Sommerwetter hatte sich eine Windhose vor dem Event-Bereich von Alfa Romeo gebildet. Mehrere Personen, die sich zum Zeitpunkt  auf der Dachtribüne des Event-LKWs aufhielten, wurden beim Umklappen des Vorbaus leicht verletzt. Zum Glück war die kleine Tribüne nur noch schwach besucht, da die meisten Besucher die kleine Tribüne kurz vorher verlassen hatten. Die Tribünen-Konstruktion musste abgebaut werden.  Der Platz wurde gesperrt, alle Fahrzeuge mussten für den Einsatz der Wehr weggeräumt werden.
Bei heiterem Sommerwetter hatte sich eine Windhose vor dem Event-Bereich von Alfa Romeo gebildet. Mehrere Personen, die sich zum Zeitpunkt auf der Dachtribüne des Event-LKWs aufhielten, wurden beim Umklappen des Vorbaus leicht verletzt. Zum Glück war die kleine Tribüne nur noch schwach besucht, da die meisten Besucher die kleine Tribüne kurz vorher verlassen hatten. Die Tribünen-Konstruktion musste abgebaut werden. Der Platz wurde gesperrt, alle Fahrzeuge mussten für den Einsatz der Wehr weggeräumt werden.
Foto: Antje Berger

Dazu waren auch viele der heute noch bekannten Starpiloten von Einst, wie zum Beispiel Derek Bell und Christian Danner, wieder an den Ring gekommen. In der Mercedes-Arena hatten zusätzlich die aktuellen Markenklubs groß aufgefahren, wie der Alfa Romeo Club Deutschland, der deutsche Maserati-Club, der Ferrari-Club Deutschland und natürlich der Porsche-Club. Eine größere und buntere Automobilvielfalt bei einer einzigen Veranstaltung ist kaum möglich und die ging weit über den klassischen Oldtimer hinaus.

Spaziergang durch die Geschichte des Motorsports: Berühmte Fahrer und Fahrzeuge

Nürburgring. Altertümliche Gefährte aus den Anfangstagen der Automobilgeschichte, die berühmten Rennfahrzeuge und Serien der vergangenen Jahrzehnte, spannende Rennen auf der Grand-Prix-Strecke und sogar Fahrten durch die legendäre „Grüne Hölle“.

In zwei Worten: Motorsport pur. Das alles waren die Zutaten, die den 46. Oldtimer Grand-Prix des Automobilclubs von Deutschland am Wochenende von Freitag bis Sonntag auf dem Nürburgring wieder einmal zu einem Mekka der Motorsportfans und ihrer Familien werden lies.

Vor 35 Jahren fand das letzte 1000-km-Rennen auf der Nordschleife statt. Im Training zu diesem Rennen fuhr Stefan Bellof am 28. Mai 1983 die bis vor wenigen Monaten schnellste Rundenzeit auf dem Eifelkurs. Mit 6:11,13 Minuten schaffte er die bis dahin einzig jemals gefahrene Runde mit einem Schnitt von über 200 km/h – natürlich in einem Porsche. 20 Jahre vor der Rekordfahrt, also 1963 hatte Porsche bereits den ersten 911er auf den Markt gebracht. Weitere 30 Jahre später, im Jahr 1993 folgte der Porsche 964.

Das alles war Anlass genug, einen Teil der Ausstellungsfläche in der Mercedes-Arena gegenüber der Mercedes-Tribüne geradezu mit über 500 Porsche-Fahrzeugen aller Altersklassen zu überschwemmen. Da schlug das Herz von so manch Autofan erheblich schneller, denn wer hätte nicht irgendwann einmal in seinem Leben ein solches Gefährt in der Garage, wie aktuell zum Beispiel den nagelneuen Porsche Carrera C. Wer gern die Wahl hat, der konnte auch von einem BMW, Alfa Romeo oder Maserati träumen. Diese Fahrzeuge standen gleich nebenan. Das war allerdings kaum ein Programmpunkt für Familien mit Kindern. Diese hatten mehr Freude an den zahlreichen Rennen auf der Grand-Prix-Piste. Ob da die kleinen Formel Junior Fahrzeuge über die Piste surrten, die Boliden der Deutschen Rennsport-Meisterschaften von 1972 bis 1981 oder die zweisitzigen Rennwagen und GT 1960/61 der Le-Mans-Serie ins Rennen gingen, immer war Spannung verbunden mit Nostalgie zu spüren.

Die Ruhe der ganz alten Fahrzeuge im Historischen Fahrerlager wurde nicht durch ein Rennen gestört. Sie sind teilweise viel zu alt und zu wertvoll, um noch bei einem Rennen aufs Spiel gesetzt zu werden. Für sie gab es gemütlichere Ausfahrten zu Plätzen, die so recht für ein Foto geeignet sind. Klar, dass sich auch jede Menge Prominenz aus der Reihe der bekannten Rennfahrer einfand um etwas für das Image zu tun. Wer Glück hatte, konnte sogar ein Autogramm erhaschen.

tar

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