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Rolandseck

Jugendliche rappen im Arp-Museum

Jugendliche ins Arp-Museum zu locken, ist oft gar nicht so einfach – es sei denn, sie werden selbst künstlerisch aktiv. So wie jetzt bei einem Ferien-Workshop. Kunst, das waren dabei Hip-Hop und Graffiti.

Rolandseck – Jugendliche ins Arp-Museum zu locken, ist oft gar nicht so einfach – es sei denn, sie werden selbst künstlerisch aktiv. So wie jetzt bei einem Ferien-Workshop. Kunst, das waren dabei Hip-Hop und Graffiti.

Hans Arps Dada-Kunst steht für totalen Zweifel an allem, ist provozierend und hat weder mit Idealen noch Normen etwas am Hut – also gerade für Jugendliche ein ideales Feld, um sich auszuprobieren. Das dachten sich die Organisatoren des fünftägigen Herbstferien-Workshops „HoT trifft Arp” des Sinziger Jugendzentrums und des Arp-Museums, an dem sich jetzt 30 Jugendliche ab 14 Jahre mit Feuereifer beteiligten.

Die Spraydosen im Anschlag, die Sprechgesänge von „Creutzfeld und Jakob“ als Hintergrundmusik, verewigt sich eine Gruppe von Jungen bei ihrer Graffitiaktion unter Anleitung von Kay Michelt und Nico Krahforst auf dem Bauzaun, der den Küchenanbau abgrenzt. „Es ist eine tolle Gelegenheit, legal eine so große Fläche mit Gleichgesinnten zu gestalten“, freut sich Fabian.
Im Neubau, dort wo sonst Lesungen mit internationalen Schriftstellern und Konferenzen stattfinden, dröhnen derweil die Hip-Hop-Beats. „Fünf, sechs, sieben, acht – und noch einmal enger zusammen“, kommandiert der Profitänzer und HoT-Mitarbeiter Sammy Yankey seine große Truppe von schwitzenden Mädchen und Jungen.
Konzentriert sind sie voll bei der Sache. Und das schon seit drei Tagen. „Sie müssen schließlich ein tolles Musikvideo drehen – da lohnt sich der Muskelkater“, meint der Coach schmunzelnd. „Wir tanzen hinter und vor und neben der Kunst – das sieht doch cool aus“, freut sich Rebecca.
Die Kameraarbeit übernimmt Profi Frank Walter mit Raphael Gilles und Lutz Drieling. „Das ist unsere Generation, voll Ehrgeiz und Motivation, Zeit für 'ne Revolution – die Gesellschaft ist Fake, wie Brüste aus Silikon“, ertönt im Nachbarraum der Refrain eines selbst gedichteten Raps. Die Kopfhörer auf, dem Rhythmus folgend, setzen die Jungen ihre Liedgedichte in eine aufnahmetaugliche Version um. Seytan filmt, und Keith sitzt als Technikexperte am Laptop. Unterstützung erhalten sie von Damir Mesic, der jahrelange Erfahrung in diesem Musikbereich hat.
„Das Museum ist kein hermetischer Raum, hier können auch Jugendliche in jeder Richtung kreativ arbeiten und erfahren, dass ihr Schaffen respektiert und geschätzt wird“, betont Susanne Blöcker vom Arp-Museum.

Mehr zum Thema lesen Sie in der Freitagausgabe der Rhein-Zeitung.

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