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Hoffeld

Hoffeld: Feuer und Flamme für Basalt (15)

Der Nürburgring und der Ahrsteig sind zwar nicht weit entfernt. Doch trotzdem scheint das kleine Hoffeld in der Verbandsgemeinde Adenau ziemlich weit abseits von allem gelegen zu sein. Touristen verirren sich nur selten in das hübsche Dorf, das noch weit bis ins 20. Jahrhundert vom Basaltabbau geprägt war. Eben diesem glorreichen Teil der Hoffelder Geschichte hat sich Roswitha Sesterheim verschrieben. Sie gestaltete Infotafeln zur steinernen Historie ihres Heimatortes und leitet Privatführungen zu den Abbaustätten.

Im ältesten erhaltenen Haus in Hoffeld wurde ein kleines Dorfmuseum eingerichtet. Mittendrin: Roswitha Sesterheim. Foto: Petra Ochs
Im ältesten erhaltenen Haus in Hoffeld wurde ein kleines Dorfmuseum eingerichtet. Mittendrin: Roswitha Sesterheim.
Foto: Petra Ochs

Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs

Mit ihrem Engagement tritt Sesterheim in die Fußstapfen des einstigen Hoffelder Dorfschullehrers Neumann. In den 1950er-Jahren wollte der seinen Schülern ihre Heimat vermitteln und verfasste zu diesem Zweck eine umfangreiche Chronik – über die erdgeschichtliche Entstehung der Eifel, das dörfliche und kulturelle Leben und natürlich über den Hoffelder Basaltbruch. „In der Chronik hab' ich schon als Kind immer gelesen", erinnert sich Roswitha Sesterheim. Schon damals interessierten sie die Passagen über den Steinbruch am meisten – wohl auch, weil ihn etwas Geheimnisvolles umgab: „Wir durften ja nicht zum Basaltbruch. Das war zu gefährlich."

Beschaulich geht es in Hoffeld zu. Der knapp 300 Einwohner zählende Ort liegt am Rande der Verbandsgemeinde Adenau im Grenzgebiet zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Im Tal fließt der Trierbach, auf den Höhen sind Reifferscheid und die Hohe Acht zu sehen. Und wo immer man im Dorf auch hingeht – fast überall ist Basalt verbaut: auf Wegen und Einfahrten, in den Gärten, am Dorfbrunnen. Im ältesten erhaltenen Haus haben einige engagierte Hoffelder – darunter auch Roswitha Sesterheim – ein kleines Dorfmuseum eingerichtet. Einmal im Jahr findet hier das Dorffest statt. Dann wird im alten Backes Pizza gebacken.

Vom einstigen Steinbruch auf der Bergkuppe Burgkopf, auch die „Burg" genannt, ist nur noch ein großer See geblieben, der die Abbausohlen unter seiner Wasserfläche verborgen hält. Nur zu gerne hält sich Sesterheim hier auf. Und sie möchte auch andere Menschen für das geologisch und biologisch so besondere Fleckchen Erde begeistern – alles im Rahmen des sanften Tourismus. Damit die Geschichte des Basaltwerks nicht in Vergessenheit gerät, wurde auf ihre Initiative hin das ehemalige Windenhaus, in dem die Loren aus den Sohlen gezogen wurden, „reaktiviert": Ausgestattet mit Schautafeln, dient es Wanderern zur Information. Zudem führen durch das Gebiet des Basaltkopfs drei Wanderwege, die mit weiteren Infotafeln beschildert sind.

Sesterheims Engagement wird inzwischen auch von Fachleuten anerkannt: Im vergangenen Mai geleitete sie Mitglieder der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft durch ihre Heimat. Aber auch ansonsten wird ihr nicht langweilig: Die gelernte Kunstglaserin malt gerne und werkelt viel im Garten. „Ich kann mich nicht einteilen – ich bin vielfältig", lacht Roswitha Sesterheim. Doch keine Frage: Der Basaltsteinbruch in Hoffeld wird sie weiter beschäftigen. Vielleicht wird sie sogar einmal ein Buch zum Thema verfassen.

Für privat geführte Spaziergänge rund um Burgkopf und Düngerlei steht Roswitha Sesterheim gerne zur Verfügung. Kontakt unter Telefon 02693/620

Bad Neuenahr-Ahrweiler
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