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Größtes Naturschutzprojekt: 10 Millionen Euro für obere Ahr (11)

Verbandsgemeinde Adenau – „Für Mensch und Natur, im Einklang mit Landwirtschaft, Hochwasserschutz und Tourismus": Mit diesen hehren Worten umschreibt die Kreisverwaltung Ahrweiler ihr Naturschutzprojekt „Obere Ahr – Hocheifel", das derzeit in der Verbandsgemeinde Adenau umgesetzt wird. Doch warum auch kleine Brötchen backen, wenn es sich um das größte Naturschutzprojekt im Kreis handelt

Die Fließgewässer und Auen im Adenauer Land – hier die Ahr mit dem „Prümer Tor“ zwischen Insul und Schuld – sollen beim Naturschutzprojekt „Obere Ahr“ in den kommenden Jahren renaturiert werden.<br /><br />
Die Fließgewässer und Auen im Adenauer Land – hier die Ahr mit dem „Prümer Tor“ zwischen Insul und Schuld – sollen beim Naturschutzprojekt „Obere Ahr“ in den kommenden Jahren renaturiert werden.

Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs

Für das über zehn Jahre laufende Maßnahmenpaket sind knapp 10 Millionen Euro veranschlagt. Projektträger ist der Kreis, mit im Boot sind Bund und Land: Sie finanzieren das Vorhaben zu 90 Prozent. Nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch mit Blick auf die Tourismusförderung in der Eifel sei das Projekt von großer Bedeutung, betonen die Verantwortlichen von Kreis, Land und Co.

Die Ziele sind hochgesteckt: Im Zuge der mehrjährigen Umsetzungsphase sollen die Oberahr und all ihre Zuflüsse auf einem Gebiet von rund 3300 Hektar geschützt und in ihrer natürlichen Entwicklung nachhaltig gesichert werden. Konkret heißt das: Eine Vielfalt an Arten und Lebensgemeinschaften von Pflanzen und Tieren soll erhalten beziehungsweise „entwickelt", das Gewässer-Aue-System (und damit das natürliche Hochwasser-rückhaltevermögen) gesichert oder wiederhergestellt und die naturraumtypischen offenen Täler mit ihren blütenreichen Wiesen in längeren zusammenhängenden Abschnitten bewahrt beziehungsweise wieder geschaffen werden. Der Gedanke dahinter: Je naturnaher ein Gewässer ist, umso größer ist der Beitrag, den es zum Hochwasserschutz leisten kann, weil Strukturen wie Gehölzsäume und ein abwechslungsreiches Gewässerprofil den Wasserabfluss bremsen.

Zudem wird bei dem Projekt die Durchgängigkeit der Gewässer für Wanderfische und andere Organismen etwa durch den Rückbau von Querbauten wiederhergestellt. Insgesamt 37 Ortsgemeinden waren in die mehrjährige Planung eingebunden, Landwirte und sonstige Flächeneigentümer wurden bei speziellen Veranstaltungen über die jeweiligen Vorhaben informiert. Die Umsetzungsphase läuft seit 2012. Der Anfang wurde dabei im Ar-muthsbachtal bei Wershofen und im Dreisbachtal gemacht. Im Planungsbereich sind bisher rund 70 gefährdete Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen worden. Im Armuthsbachtal wurden für die Wasserbaumaßnahmen erhebliche Flächen entlang des Bachs aufgekauft, und aus der ehemaligen Teichanlage „Auf der Hirtenwiese" entstand ein zusammenhängender Lebensraum für Amphibien. Die frühere drei Meter hohe Wehranlage wurde so umgestaltet, dass Fische und andere Wassertiere nun ungehinderten Durchgang haben.

Am Unterlauf des Dreisbaches wurde die Wehranlage Laufenbacher Hof abgebaut. Für weitere geplante Maßnahmen ist bereits Gelände angekauft worden: 2012 waren es 4,7 Hektar, im Jahr darauf 28,6 Hektar. Bis Februar 2014 wurden weitere 10,2 Hektar für den Naturschutz gesichert. Für das laufende Jahr geplant sind der naturnahe Umbau von drei Wehranlagen im Wirftbach, acht Maßnahmen zum Umbau von Rohrdurchlässen in Dreisbach und Eichenbach, der Rückbau von Sohlschwellen und Uferverbau im Eichenbach innerhalb der Ortslage Eichenbach und die Wiederherstellung des Grünlandes im Bereich „Mandelmühle" am Trierbach.

Übrigens: Alle Landschaftsmaßnahmen werden fotografisch dokumentiert. Um ganz genaue Vorher-nachher-Aufnahmen zu haben, ist sogar ein Hubschrauber im Einsatz. Aus einer Flughöhe von 300 Metern sind dank spezieller Technik Aufnahmen mit einer Bildgenauigkeit von fünf Zentimetern möglich. Für diese luftgestützte Bilddokumentation zeichnet im Rahmen eines Pilotprojektes eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Jens Bongartz vom RheinAhrCampus verantwortlich.

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