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    Flügel abgerissen: Windrad in Lind außer Betrieb

    Vom Windrad auf der Linder Höhe ist aus noch ungeklärter Ursache ein Rotorflügel abgebrochen und auf den Sockel der Anlage gestürzt. Ein weiteres Teil schlug auf einer benachbarten Weide ein. Möglicherweise wurde dabei ein Schaf verletzt.

    Der Flügel liegt zerbrochen am Sockel des Windrades. Die Halterung schlug auf einer benachbarten Weide ein.
    Der Flügel liegt zerbrochen am Sockel des Windrades. Die Halterung schlug auf einer benachbarten Weide ein.

    Der Vorfall, der sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag, 15. November, ereignete, wird jetzt von Fachleuten untersucht. Der Eigentümer, der Zweckverband Wasserversorgung Eifel-Ahr - Verbandsvorsteher ist Landrat Jürgen Pföhler -, hatte die Panne nicht publik gemacht.

    Das beschädigte Windrad auf der Linder Höhe: Nach dem Vorfall wurde es abgeschaltet.
    Das beschädigte Windrad auf der Linder Höhe: Nach dem Vorfall wurde es abgeschaltet.

    Das Windrad ist Teil des Hochbehälters auf der Linder Höhe, der erst im Juli eingeweiht wurde. Durch den neuen Hochbehälter werden die Ortsgemeinde Lind mit ihren Ortsteilen Lind, Obliers und Plittersdorf und die Ortsgemeinde Kirchsahr mit ihren Ortsteilen Binzenbach, Burgsahr, Hürnig und Kirchsahr zentral mit Trinkwasser versorgt. Es handelt sich um eine bundesweit einmalige Pilotanlage. Der Clou: Die Anlage ist in Sachen Energieversorgung autark. Eine Kleinwindkraft- sowie eine Fotovoltaikanlage sollen Energie produzieren, die den Eigenverbrauch des Hochbehälters deckt, und darüber hinaus noch Strom für den übrigen Betrieb liefern. Der vierflügelige Rotor der 24 Meter hohen Windkraftanlage - die Flügel sind fünf Meter lang - dreht sich nicht wie bei Großwindanlagen horizontal, sondern vertikal.

    Warum in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein Flügel zu Boden stürzte, ist nach den Worten von Verbandsgeschäftsführer Theo Waerder "unerklärlich". Auch der Hersteller, die in Thüringen ansässige Stahlbaufirma Amperius, habe für den Vorfall keine Erklärung. Entdeckt wurde der Schaden Sonntagmorgen. Ein Flügel lag im Mastbereich. Das Windrad wurde daraufhin außer Betrieb genommen und die Umgebung großräumig abgesperrt. Geplant war, den Rotor komplett abzumonieren. "Ein Steiger war da und auch ein Kran, aber es war zu windig", berichtet Waerder. Auch Tage später ist der zerstörte Rotor noch nicht demontiert. Der herabstürzende Flügel hat offenbar auch die Solaranlage gestreift. Hier sei aber nur ein Bagatellschaden entstanden, sagt der Geschäftsführer.

    Über die Ursachen des Zwischenfalls kann er nur mutmaßen. "Irgendetwas muss sich gelöst haben", sagt Waerder. Ein Verarbeitungs- oder Montagefehler sei denkbar. Oder lag es am starken Wind? "Die Daten sind noch nicht ausgewertet. Dagegen spricht aber, dass es sonst keine Sturmschäden gibt." Der Vorfall werde jetzt von Experten des Fraunhofer Institutes untersucht. "Wir wollen lückenlos aufklären", verspricht Waerder. Er räumt ein, dies sei ein Rückschlag für das 1,4 Millionen Euro teure Pilotprojekt. "Es bremst uns bei diesem Anlagetyp aus." Man werde sich beim Hersteller schadlos halten. "Ein solcher Schaden nach fünf Monaten Laufzeit ist nicht akzeptabel", erklärt Waerder.

    Dass es in jener Nacht teilweise sehr stürmisch war, bezeugt Willibert Müller aus Lind. Als er am nächsten Morgen nach seinen elf Schafen schaute, lag eines benommen am Boden. Auf der Weide, etwa 70 Meter vom Windrad entfernt, war ein circa zwei Meter langes und rund 30 Kilogramm schweres Stahlstück eingeschlagen und hatte eine tiefe Furche hinterlassen: die Halterung des abgerissenen Flügels. Ob das Schaf von dem Teil getroffen wurde, ist unklar. "Es ist nur eine Vermutung", sagt Müller. Mit dem Zweckverband steht er in Kontakt. Das äußerlich unverletzte Schaf hat sich wieder etwas berappelt.

    Die vom Land mit 700 000 Euro geförderte Anlage war erst am 17. Juli feierlich eingeweiht worden. Landrat Jürgen Pföhler hatte sie als weiteren "Baustein auf dem Weg des Kreises zur 100-Prozent-Erneuerbare-Energie-Region" bezeichnet. Gegner des Windrades ärgern sich, weil es just an jener Stelle steht, an der ein Aussichtsturm 2011 per Bürgerentscheid verhindert worden war.

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