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Kreis Ahrweiler

Fasten hat für Ahrkreisler vielerlei Facetten

Gegensätzlicher können die Zeiten wohl kaum sein. Gestern noch Jubel, Trubel, Heiterkeit auf den Straßen und in den Kneipen – und mit Aschermittwoch ist alles vorbei. Dieser Tag markiert, zumindest für die christlich geprägten Familien, den Beginn der Fasten- oder auch Passionszeit. 40 Tage Verzicht, Entsagung. Bis Ostern. Ausgenommen sind die Sonntage, an denen mit Brot und Wein in der Liturgie der Kirche die Fastenzeit unterbrochen wird.

Kreis Ahrweiler – Gegensätzlicher können die Zeiten wohl kaum sein. Gestern noch Jubel, Trubel, Heiterkeit auf den Straßen und in den Kneipen – und mit Aschermittwoch ist alles vorbei. Dieser Tag markiert, zumindest für die christlich geprägten Familien, den Beginn der Fasten- oder auch Passionszeit. 40 Tage Verzicht, Entsagung. Bis Ostern. Ausgenommen sind die Sonntage, an denen mit Brot und Wein in der Liturgie der Kirche die Fastenzeit unterbrochen wird.

Die Fastenzeit, die vorösterliche Bußzeit, erinnert an das Fasten Jesu Christi in der Wüste, vor seinem öffentlichen Auftreten. Der symbolische Akt der Reinigung zeigt sich auch heute noch im Verzicht: auf Alkohol, Nikotin, Süßwaren, Computerspiele oder andere Luxus- und Konsumgüter. Das Aschenkreuz, dass den Christen in der Messe zu Aschermittwoch auf die Stirn gezeichnet wird, soll ebenfalls an die Vergänglichkeit alles Weltlichen erinnern. Zudem soll die Asche, die verbrannten Palmzweige des Vorjahres, als Zeichen der Buße für die eigenen Sünden verstanden werden.

Neben den kirchlich-theologischen Gedanken des Fastens greift Jörg Meyrer, Dechant des Dekanates Ahr-Eifel und somit organisatorisch zuständig für 37 Gemeinden mit zusammen rund 42.000 Katholiken, im Gespräch mit der Rhein-Zeitung auch einige weltliche Aspekte mit auf. „Der bewusste Verzicht oder auch die Reduzierung stellen allzu oft auch eine Befreiung dar. Denn alles, was wir haben, hat uns auch“, unterstreicht Meyrer. Der Schwerpunkt der Fastenzeit in seiner „Heimatgemeinde“ Sankt Laurentius in Ahrweiler, wird auf der gemeinsamen Vorbereitung und dem Besuch der Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier liegen. „Zudem empfehle ich auch das Auto-Fasten, dass seit einigen Jahren als weiterer Schwerpunkt im Bistum Trier angeboten wird“, empfiehlt Meyrer auch mit Blick auf die stetig steigenden Spritpreise.

Weniger steigende Kosten, denn vielmehr die Gesundheit hatte die Gymnastikriege Dedenbach mit der Aktion „Kohle statt Qualm – Ein Dorf hört auf“ im Visier. Unter fachkundiger Anleitung durch Ernährungsberaterin Michaela Peters sollte eine Raucherentwöhnung durchgeführt werden. Der Erlös der Teilnahmegebühren wäre für ein sozial-caritatives Projekt gespendet worden. „Aufgrund mangelnder Anmeldungen, obwohl es eigentlich genügend Raucher rund um Dedenbach gibt, muss dieses Angebot leider ausfallen“, muss Vereinsvorsitzende Irmgard Harst enttäuscht feststellen. Sollten sich im Verlauf des Jahres dann aber doch noch weitere Interessenden finden, soll das Seminar nachgeholt werden.

Für Wolfgang Henn, Dekanatsreferent im Dekanat Remagen-Brohltal, ist es wichtig, dass Fasten nicht mit „kompletten Verzicht“ verwechselt wird. „Fasten sollte nicht zur Selbstqual werden. Vielmehr sollte die intensive Wahrnehmung im Vordergrund stehen“, sagt Wolfgang Henn. Hinter allem könnte dann die Frage stehen: „Wovon bin ich abhängig?“. Die Antwort auf eben diese Frage könne dann, nach der Reflektion durchaus zu der Erkenntnis führen, dass es sich lohnt, Dinge oder auch Gewohnheiten abzulegen. Eben daraus lasse sich ein Moment der Freiheit entwickeln. „Oftmals reicht es schon, sich mehr Zeit für sich selber, oder auch die Dinge zu nehmen. Das ermöglicht neue Einblicke und führt letztlich auch zu intensiveren Wahrnehmungen des ehemals Alltäglichen“, lautet die Empfehlung von Henn für die kommenden Tage und Wochen.

Im Kindergarten Sankt Peter in Sinzig werden die Kleinen schon seit vielen Jahren mit dem Gedanken des Fastens vertraut gemacht. Genauer mit dem „Spielzeugfasten“. Erika Scheuer, die Leiterin der Einrichtung erklärt: „Bis Ostern werden alle „fertigen“ Spielsachen weggeräumt. Stattdessen sollen die Kinder ihrer eigenen Kreativität mehr Raum geben“. Unterstützt werden die Kleinen durch spezielle Angebote wie den Konstruktionsraum oder den Rollenspielraum. Gerade in der Anfangszeit keine leichte Situation für Kinder und Erzieherinnen. Denn schließlich müssen die Kleinen erst einmal lernen, auch die Langeweile auszuhalten.  „Schon nach wenigen Tagen haben sich die Kinder an die neue Situation gewöhnt. Dass nach Ostern ein Teil des Spielzeugs erst gar nicht mehr ausgeräumt wird, bekommen viele Kinder gar nicht mit“, zieht Erika Scheuer eine positive Bilanz.

Bad Neuenahr-Ahrweiler
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