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    Kreis AhrweilerEnergiewende: Solarverein fordert Fahrplan

    „Um dem vom Kreistag vorgegebenen Ziel näherzukommen, bis 2030 eine 100-prozentige Umstellung auf erneuerbare Energien zu erreichen, braucht es neben Leuchtturmprojekten ganz dringend einen Fahrplan.“ Darin sind sich die Teilnehmer des jüngsten informellen Treffs des Solarvereins Goldene Meile schon lange einig.

    Symbolbild: dpa
    Symbolbild: dpa

    Von unserem Mitarbeiter Andreas Wetzlar

    Auf die Frage nach der Erstellung eines „Fahrplans“ scheint nun die Europäische Akademie in Ahrweiler einen wichtigen Beitrag leisten zu können. Sie hat sich mit dem Entwurf für das Projekt „EnAHRgie“ erfolgreich beim Bundesministerium für Bildung und Forschung beworben. „Am Beispiel des Kreises Ahrweiler soll ein Gesamtkonzept für eine Landnutzung mit dem Schwerpunkt auf eine nachhaltige Energieversorgung entwickelt werden“, sagte Akademie-Projektkoordinator André Schaffrin. Das Projekt, das sich noch in der Definitionsphase befinde und frühestens im August 2014 anlaufen werde, versteht sich nach Aussage von Schaffrin als „interdisziplinäre Zusammenarbeit“ zwischen Wissenschaft und Praxis.

    Die Notwendigkeit des Handelns sieht der Sozialwissenschaftler durch mehrere Argumente gegeben. Zum einen müsse eine Energiewende allein aus „Platzgründen“ vorrangig im ländlichen Raum geschehen: „Studien zeigen, dass große Städte oder Ballungszentren aufgrund der begrenzten Flächen nur einen Anteil ihrer benötigten Energie selbst erzeugen können und deshalb auf den ländlichen Raum angewiesen sind.“

    Zudem könne die Energiewende als „Chance“ verstanden werden. Zwar tragen erneuerbare Energien zu einem gewissen Grad zur Verstädterung des ländlichen Raums bei, zum anderen werde durch Investitionen und Innovationen etwas gegen Herausforderungen wie die Landflucht unternommen.

    Die zwingende Dringlichkeit einer Energiewende machte Rainer Doemen, Energieexperte und Mitglied des Solarvereins Goldene Meile, bei einer Darstellung des allgemeinen Energieverbrauchs in Deutschland klar. Denn: Rund 70 Prozent des Verbrauchs entfallen auf Industrie und private Haushalte. Im Gebäudebestand entfallen 84 Prozent des anfallenden Energiebedarfs auf Wärme und lediglich 16 Prozent auf Strom. Nicht minder alarmierend: Der Anteil der regenerativen Energien liegt bei gerade einmal 22 Prozent.

    Das Projekt der Europäischen Akademie setzt an dieser Stelle an. Denn neben der Analyse des Status Quo in den Bereichen rechtliche Rahmenbedingungen, Demografie, Energie- und Stoffströme, Speicherpotenziale sowie der Finanzierungsmöglichkeiten sollen zudem Themen wie Weiterbildung, Bürgerbeteiligung und Nachhaltigkeit bearbeitet werden. Neben den wissenschaftlichen Experten aus acht Forschungsfeldern werden Praktiker aus Handel, Handwerk, Vereinen, Verwaltung sowie Netzbetreiber und Energieversorger vertreten sein. Schaffrin: „Ganz wichtig bei dem zunächst auf fünf Jahre befristeten Forschungsprojekt ist die Bündelung von Fachwissen und weniger die Durchsetzung einzelner Interessen.“

    Das von der Europäischen Akademie angestrebte Projekt stellt nach Ansicht von Klaus Karpstein, dem Vorsitzenden des Solarvereins, einen wichtigen Schritt für die Energiewende im Kreis Ahrweiler dar. Denn: „Nur eine systemische Vorgehensweise kann zum Erfolg führen. Mindestens genauso wichtig ist, dass auf lokaler Ebene, mit den lokalen Praktikern und vor allem auch mit den Bürgern gearbeitet wird.“

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