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E-Mobilität: Unternehmen schließen Allianz

Reinhard Kallenbach

Die Zeit der ideologischen Debatten geht ihrem Ende entgegen. In den kommenden Jahren wird sich die Zahl der Elektroautos trotz ihrer umstrittenen Ökobilanz auch auf den Straßen der Region drastisch erhöhen. Denn: Nicht nur die Hersteller stehen wegen der starken Konkurrenz aus Asien unter Druck, auch das Handwerk und die Stromlieferanten müssen sich auf neue Herausforderungen einstellen. Vor diesem Hintergrund kündigt auch die Energieversorgung Mittelrhein (EVM) Investitionen in die Ladeinfrastruktur an.

Wie das Laden mit Ökostrom funktioniert, kann man beispielsweise auf dem Platz An der Alten Post in Remagen live erleben. Künftig werden öffentliche Ladestationen vor allem dort gebaut, wo es verkehrstechnisch sinnvoll ist. Und auch in privaten Garagen dürfte sich schon bald einiges tun. Foto: Vollrath
Wie das Laden mit Ökostrom funktioniert, kann man beispielsweise auf dem Platz An der Alten Post in Remagen live erleben. Künftig werden öffentliche Ladestationen vor allem dort gebaut, wo es verkehrstechnisch sinnvoll ist. Und auch in privaten Garagen dürfte sich schon bald einiges tun.
Foto: Vollrath

„Es ist der Markt“, kommentiert Stefan Daun knapp. Der Experte für E-Mobilität bei der EVM geht allerdings nicht davon aus, dass sich Elektrofahrzeuge in den kommenden Jahren auf der ganzen Linie durchsetzen werden. Das Nebeneinander unterschiedlichster Systeme wird nach seiner Meinung auch auf längere Sicht typisch sein. Dennoch dürften Elektroantriebe massiv Boden gutmachen. Das liegt vor allem daran, dass die Hersteller die Reichweiten deutlich verbessert haben und auch noch weiter verbessern werden.

Einmal laden, 300 Kilometer und weiter fahren: Das ist heute bereits möglich. Allerdings ist die Mehrzahl der verfügbaren Modelle mit stark begrenzten Reichweiten bis zu 150 Kilometern unterwegs, die, wenn Heizung oder Klimaanlage eingeschaltet sind, noch einmal verringert werden. Nach 50 bis 80 Kilometern nachladen – die vorhandene Lade-Infrastruktur passt nicht zu dieser Realität. Die EVM hat deshalb strategische Allianzen mit Unternehmen und Institutionen geschlossen. Sie sieht sich im nördlichen Rheinland-Pfalz als Vorreiter. Aktuell wird der Bedarf ermittelt, wobei man weit vorausschauend planen muss. Stefan Daun weist darauf hin, dass es einerseits darum geht, genügend Ladestationen zur Verfügung zu stellen, dass man andererseits aber aufpassen muss, angesichts zunehmender Reichweiten nicht zu viele Systeme aufzustellen. Eines steht jedoch fest: Die Bedeutung der eigenen Garage als Tankstelle wird zunehmen. Denn für den Privatbereich reichen „langsame Ladestationen“ aus, die schon für relativ kleines Geld erhältlich sind. Hier kann das eigene Auto einfach über Nacht aufgeladen werden. Wie Ulrich Elsenberger, EVM-Fachbereichsleiter Innovationsmanagement, jüngst bei einem Symposium bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz ausführte, ist das Ganze schon jetzt an Sondertarife und an ein Förderprogramm gekoppelt.

Das Beispiel zeigt: Der Versorger blickt gelassen in die Zukunft und sieht den Wandel in der Mobilität vor allem als Chance, neue Geschäftsfelder zu erschließen. Und auch das Handwerk stellt sich dem Wandel. „Bei uns ist E-Mobilität schon lange ein wichtiges Thema. Seit 2009 steht es auf unserer Agenda“, betont Mark Scherhag, der seinerzeit Obermeister der Kfz-Innung Mittelrhein war. Der Vizepräsident der Handwerkskammer (HwK) weist darauf hin, dass Reparatur und Wartung von E-Fahrzeugen heute fest zur Ausbildung des Kfz-Mechatronikernachwuchses gehören. Und auch in der Weiterbildung sind die neuen Anforderungen fest verankert. Denn: Ohne Zertifikat, das den Umgang mit Hochvolttechnik bestätigt, darf niemand an Elektrofahrzeuge ran. Dazu kommt, dass die Zusammenarbeit mit dem Elektrohandwerk, das für die Infrastruktur in der Fläche sorgt, künftig intensiver sein wird. Auch die Elektroinnung Rhein-Mosel ist Teil einer Allianz, zu der neben der EVM auch führende Autohäuser in Koblenz und Umgebung gehören. Das Motiv: Die Unternehmen stellen sich für die Zukunft neu auf und erweitern ihre Servicepakete durch Gesamtpakete, zu denen nicht nur klassische Dienstleistungen rund ums Auto, sondern eben auch Beratung rund um hochwertige Ladeboxen und den passenden Tarif gehören.

Stellt sich also ein ganzer Wirtschaftszweig auf den Abschied von Benzin- und Dieselantrieben ein? Mitnichten. Es geht um eine Erweiterung des Spektrums. Denn Experten sind sich sicher: Nicht nur im Schwerlastverkehr werden uns konventionelle Antriebe erhalten bleiben, sondern auch bei den privaten Pkw. Denn nicht überall können Ladesäulen errichtet werden, so zum Beispiel vor den klassischen älteren Mietshäusern in den Städten, wo es keine Privatparkplätze gibt und die Anwohner im öffentlichen Straßenraum parken.

Von unserem Mitarbeiter Reinhard Kallenbach

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