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    Altenburg

    Dinkelbäckerei Gasper: In Altenburg macht das Mehl den Unterschied

    Es ist der Duft, der von der winzigen Backstube der Dinkelbäckerei Gasper in Altenburg ausgeht. Dieser unverwechselbare Duft von frisch gebackenem Brot, die herbe Note von angesetzem Sauerteig und der süße Geruch von Rosinenstuten, der Kindheitserinnerungen aufleben lässt. Dem Vorbeikommenden bleibt nichts anderes übrig, als seiner Nase zu folgen. Hinein durch den schnuckeligen Verkaufsladen in die Backstube, das Herz der Dinkelbäckerei.

    Dort steht Maternus Gasper, sechster Bäcker in der vierten Generation. Er ist derjenige, der alles zusammenhält, den Teig knetet, Brote in den Ofen schiebt und Butter über frische Teilchen streicht. Ganz allein steht er von zwei Uhr nachts an, freitags auch schon ab Mitternacht, in der Backstube und bereitet seine Waren vor. Seit 28 Jahren haben sich die Gaspers auf Dinkelprodukte spezialisiert, seit 136 Jahren gibt es die Bäckerei in Altenburg schon. Und Maternus Gasper ist vielleicht der letzte Bäcker, der die Öfen in der kleinen Backstube anheizt.

    Ein Alleinstellungsmerkmal finden, das ist wichtig in der heutigen Zeit. Handwerksbäcker kämpfen gegen die wachsende Konkurrenz von Discountern, Großbäckereien und Industrieware. Da hilft nur eins: sich zu spezialisieren. Und das hat Maternus Gasper mit seiner kleinen Bäckerei in Altenburg getan. Vor 28 Jahren entstand die Idee, auf Dinkel zu setzen. Schließlich sei bis zum Nationalsozialismus auf den Feldern in der Region mehr Dinkel als Roggen angebaut worden, erklärt Gasper. „Damals war es noch nicht üblich, dass sich ein Bäcker so spezialisiert“, sagt der 55-Jährige. „Die Leute haben damals mit einem Augenzwinkern gesagt, dass ich spinne.“

    Doch die Vorteile der bekömmlichen Dinkelprodukte überzeugten. Das Getreide sorgt für eine gute Durchblutung, enthält viele Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Und mit der Zeit fanden auch immer mehr Allergiker den Weg in die kleine Bäckerei in Altenburg. „Das hängt aber immer stark mit dem Arzt zusammen, der sie berät“, weiß Gasper.

    „Manche Ärzte sagen, Dinkel sei super bei Glutenintoleranz. Andere raten davon ab, obwohl die Patienten keinerlei Probleme beim Verzehr von Dinkelprodukten hatten.“ Neben Dinkelbroten bietet Gasper auch noch Dinkelnudeln, Dinkelbrötchen, Dinkelbutterkekse und Dinkelnussecken an. Natürlich können auch einige Weizenprodukte oder Roggenbrote erworben werden. „Im Vergleich zu anderen Bäckereien ist unser Sortiment aber recht klein“, erzählt der Bäckermeister.

    Und genau da liegt das Problem. Zwar interessieren sich immer mal wieder junge Leute für eine Ausbildungsstelle bei der Dinkelbäckerei, doch Maternus Gasper kann sie derzeit nicht guten Gewissens einstellen. „Für die Prüfungen ist es wichtig, dass die Auszubildenden in einem Betrieb lernen, in dem es ein breites Sortiment gibt“, erläutert er das Problem.

    Seine beiden Töchter sind im Pflegebereich tätig, sie helfen nur vor St. Martin bei der Weckmannproduktion in der Bäckerei aus. Einen Nachfolger von Maternus Gasper gibt es bisher also nicht. Und das stimmt den Bäckermeister auch manchmal etwas nachdenklich. Schließlich produziert er Waren, die „zu einhundert Prozent aus Dinkel bestehen“, wie er mit Stolz in der Stimme sagt. Heutzutage keine Selbstverständlichkeit. In den Dinkelprodukten der Großbäckereien oder der Discounter steckt oft nur ein Teil Dinkelmehl, sie enthalten oft auch Weizen. In besonderen Härtefällen könne es sogar vorkommen, dass den Weizenbrötchen noch Gluten zugesetzt werden, um sie fluffiger zu machen. So erklärt sich Gasper auch die steigende Zahl der Intoleranzen und Allergien.

    Solange es gesundheitlich geht und die Kunden seine Produkte kaufen, möchte er die Bäckerei aber weiterbetreiben. Manchmal kommen Kunden sogar aus Siegburg, Köln oder Bonn, um seine Backwaren zu erstehen. Aber auch die Einheimischen wissen es zu schätzen, dass sie noch ihren eigenen kleinen Bäcker im Dorf haben.

    Von unserer Reporterin Celina de Cuveland

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