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Rhein

Dänin radelt mit Cello auf dem Rücken über 1000 Kilometer den Rhein entlang

Der Rhein und seine Landschaft sind seit jeher Inspiration für Künstler. Europaweit außergewöhnlich dürfte allerdings die Konzertreise der Dänin Ida Johanne Kühn-Riegels entlang seines Ufers sein, die ihn mit ihrem Cello auf dem Rücken per Fahrrad 1000 Kilometer lang befuhr. Auf dem Abschnitt zwischen Koblenz und Köln fand sie Zeit für ein Gespräch mit der Rhein-Zeitung.

Die Dänin Ida Johanne Kühn-Riegels befuhr mit ihrem Cello auf dem Rücken per Fahrrad die Ufer des Rheins.
Die Dänin Ida Johanne Kühn-Riegels befuhr mit ihrem Cello auf dem Rücken per Fahrrad die Ufer des Rheins.
Foto: Judith Schumache

„Ich spiele leidenschaftlich gern Cello und fahre gern Fahrrad. Ich wollte zwei Leidenschaften miteinander verbinden“, sagt die 35-Jährige, die mit ihrem selbst gebauten Instrument und dem Drahtesel auch schon in Indien, Bhutan und Amerika unterwegs war. Der Rhein war für die Musikerin ein fantastisches Erlebnis.

Startpunkt war in der Schweiz

„Gerade der Abschnitt zwischen Koblenz und Bonn hat mir atemberaubend schöne Eindrücke vermittelt“, sagt Kühn-Riegels. Leider habe sie kein E-Bike, ansonsten hätte sie sich gern einige der imposanten Burgen und Schlösser oder auch den Rolandsbogen näher angesehen. Doch die Zeit drängte ein wenig, da sie eines ihrer 30 Konzerte auf ihrer Tour vor wenigen Tagen in der Kölner St.-Gereon-Kirche gab.

Im April ist Ida Johanne Kühn-Riegels in der Schweiz gestartet. Die Musikerin aus Kopenhagen ließ sich nach ihrem Studium an der königlich-dänischen Musikakademie für ihre Kompositionen auch sehr von den Eindrücken der Natur beeinflussen. „Vor allem hatte ich auch Glück mit dem Wetter. Es hat nur an drei Tagen geregnet“, sagt sie strahlend.

Sogar für Pferde konzertiert

Von den Menschen und Erlebnissen, die ihr auf ihrer Reise begegnet sind, sind ihr vor allem Folgende in bester Erinnerung geblieben: In Kelsterbach habe sie den Pfarrer Nico Kopf kennengelernt, ebenfalls Cellist und im früheren Berufsleben Fahrradmechaniker. „Bei seinem Konzert in der dortigen Kirche habe ich spontan eine Zugabe mit meiner Blockflöte gespielt. Und dann hat er auch noch mein Fahrrad komplett generalüberholt“, sagt sie lachend. Auch ein Konzert für Pferde hat Ida Johanne Kühn-Riegels gegeben. „Ich wollte einmal sehen, wie die Tiere reagieren. Sie waren so fasziniert, eines wollte sogar meinen Bogen fressen“, erzählt sie. Auf ihrer Facebookseite können sich Interessierte dieses amüsante Schauspiel ansehen. Auch auf der Internetseite des Eurovelo-15-Rheinradwegs wurde sie bei ihren Aktionen begleitet.

Ihr Cello hat sie sich selbst gebaut, weil sich das Instrument ihrer Auffassung nur für männliche Musiker eignet. Nachdem sie zwei Wochen einen Sommerworkshop für den Bau in Cambridge besucht hatte, werkelte sie mehr als 1000 Stunden, bis sie ihr eigenes kreiert hatte.

Mit dem Instrumentenkoffer wiegt es sechseinhalb Kilogramm, die sie die gesamte Route auf dem Rücken trug. Mittlerweile hat die Musikerin bereits die Niederlande erreicht. „Doch ich komme wieder“, verspricht sie. „Der Rhein ist einfach einzigartig. Und ich denke, ich habe hier noch vieles nicht entdeckt.“

Von unserer Mitarbeiterin Judith Schumacher

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