40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Ahrweiler
  • » Bio ist im Kreis Ahrweiler auf dem Vormarsch
  • Aus unserem Archiv
    Kreis Ahrweiler

    Bio ist im Kreis Ahrweiler auf dem Vormarsch

    Mit Bio-Produkten verbindet man vor allem Nachhaltigkeit, Regionalität, artgerechte Tierhaltung so wie verminderten Einsatz von Geniziden, Pestiziden und Antibiotika. Aber was steckt wirklich hinter der Marke „Bio“ und ihren Siegeln? Die Rhein-Zeitung hat sich bei Bio-Anbietern im Kreis Ahrweiler einmal genau umgeschaut.

    Lisa Görtz, Inhaberin von „Le Romarin“ in Bad Neuenahr, schwört auf die Siegel der privaten Verbände, wenn es um Bio-Produkte geht. Allgemein gilt: Als Verbraucher sollte man wissen, für was welches Bio-Siegel steht.
    Lisa Görtz, Inhaberin von „Le Romarin“ in Bad Neuenahr, schwört auf die Siegel der privaten Verbände, wenn es um Bio-Produkte geht. Allgemein gilt: Als Verbraucher sollte man wissen, für was welches Bio-Siegel steht.
    Foto: Kathrin Witsch

    Kreis Ahrweiler - Mit Bio-Produkten verbindet man vor allem Nachhaltigkeit, Regionalität, artgerechte Tierhaltung so wie verminderten Einsatz von Geniziden, Pestiziden und Antibiotika. Aber was steckt wirklich hinter der Marke „Bio“ und ihren Siegeln? Die Rhein-Zeitung hat sich bei Bio-Anbietern im Kreis Ahrweiler einmal genau umgeschaut.

    Lantershofen, Ringen, Bölingen: Überall in der Grafschaft erstrecken sich Felder, Wiesen und Ackerflächen. Bauern gibt es hier viele, Bio-Bauern allerdings nur zwei. Einer von ihnen ist Bert Krämer. Direkt auf der Rheinbacher Straße in Bölingen findet man seit 27 Jahren seinen Bio-Hof. Neben Johannes Nachtwey in Gelsdorf ist er der einzige biologisch arbeitende Bauer (Bio-Winzer ausgenommen) im ganzen Kreis. Die Nachfrage aber wird immer größer: „Der Trend zu Bio ist auf jeden Fall steigend. Die Leute legen mehr Wert auf Regionalität, Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein“, erklärt Krämer das Phänomen.

    Wem der Weg in die Grafschaft zu weit ist, der hat neben dem Direktvermarkter auch noch andere Optionen, ökologisch angebaute Lebensmittel zu kaufen. Etwa im Bioladen „Le Romarin“ in Bad Neuenahr. Von Brot, Gemüse, Obst über Fleisch bis hin zu Getränken und Käse bietet der kleine Laden alles, was das Bio-Herz begehrt. Neben Lebensmitteln, die mit dem gesetzlich vorgeschriebenen EG-Ökosiegel gekennzeichnet sind, erhält man hier auch Siegel, die von einem privaten Verband vergeben werden. Die drei größten in Deutschland sind Bioland, Naturland und Demeter. „Die Verbände haben viel strengere Auflagen. Bei Fleisch, Eiern oder Milch muss bei uns deshalb immer ein privates Siegel auf dem Produkt sein. Bioland, Naturland und Demeter geben dem Verbraucher eine hundertprozentige Sicherheit, dass ihr Produkt auch wirklich ökologisch angebaut und produziert worden ist“, weiß Lisa Görtz, Inhaberin von „Le Romarin“.

    Auch Claudia Froese, die seit 23 Jahren im Bioladen „Gänseblümchen“ in Sinzig arbeitet, verkauft fast ausschließlich Produkte mit Verbandssiegel. „Es sind mit Abstand die geringsten Anforderungen, die mit dem EG-Siegel erfüllt werden. Deswegen stammen bei uns die meisten Produkte von Händlern, die einem privaten Verband angehören.“

    Bio-Bauer Bert Krämer, der selbst Mitglied im Bioland-Verband ist, sieht das etwas anders: „Das EU-Siegel hat sicherlich nicht dieselbe Verbindlichkeit wie Verbandsware, trotzdem ist es, was den pflanzlichen Bereich angeht, verlässlich. Im Hinblick auf die Richtlinien bezüglich der Tierhaltung gibt es allerdings sehr große Lücken, daran muss definitiv gearbeitet werden.“

    Längst ist der Begriff „Bio“ zu einer Marke geworden, die auch Supermärkte für sich entdeckt haben. „Wir verkaufen ausschließlich Produkte mit dem EG-Ökosiegel, und das in großen Mengen“, berichtet Heinrich Bücker, Marktleiter im Hit Ahrweiler. Die Nachfrage nach Bio-Ware sei immens gestiegen. „Wir setzen größtes Vertrauen in unsere Hersteller und in das Siegel“, betont Bücker. Der Inhaber des Ahrtal-Centers, Timo Boden, steht dem EU-Siegel dagegen kritischer gegenüber: „Das Bio-Siegel ist ganz klar ein Kompromisslogo. Es bietet in jedem Fall einen Unterschied zu konventioneller Ware, aber man muss wissen, was dahintersteckt“.

    Für Timo Boden bieten Bio-Produkte mit dem EG-Ökosiegel nicht genügend Sicherheit im tierischen Bereich. „Obst, Gemüse und Getreidesorten. Das sind alles Sachen, wo ,Bio‘ Sinn macht. Aber bei der Tierhaltung müssen die Richtlinien unbedingt klarer definiert werden. Denn da kriegt der Verbraucher definitiv nicht, was er erwartet.“ Bio-Fleisch verkauft das Ahrtal-Center nur auf Bestellung. Neben dem gesetzlichen Siegel findet sich bei Timo Boden auch Ware mit dem Naturland-Siegel. Die Auswahl im Bio-Bereich ist im Ahrtal-Center, ähnlich wie im Hit, sehr groß: Nudeln, Joghurt, Müsli, Kaffee, Milch, Obst, Gemüse, Wein, Fisch und noch vieles mehr.

    Eins der größten Sortiment an Bio-Produkten im Kreis besitzt allerdings Rewe in Bad Neuenahr. Als Einziger bietet Jörg Schäfer seinen Kunden eine Ecke ausschließlich für Bio-Produkte: „Unser Bio-Sortiment erstreckt sich über eine Fläche von über 150 Quadratmetern. Dabei bieten wir neben dem EG-Ökosiegel auch Naturland-, Bioland- und Demeter-Produkte an.“ Das ist nur möglich, weil der Verkaufsraum, in dem die Bio-Produkte stehen, von den herkömmlichen Produkten klar getrennt ist. Nur dann dürfen die strengen Verbandssiegel auch in Supermärkten angeboten werden.

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Mittwoch

    10°C - 20°C
    Donnerstag

    12°C - 20°C
    Freitag

    12°C - 17°C
    Samstag

    11°C - 16°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach