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Remagen

Besucher zurückhaltend: Streetfood ist vielen wohl zu teuer

Petra Ochs

Mit dem Slogan „Ein Wochenende, zwei Veranstaltungen“ lockte Remagen die Besucher. Der Genuss stand dabei ganz klar im Mittelpunkt – künstlerischer Art beim Kunstsalon (Bericht folgt) und handfester kulinarischer Art bei der zweiten Ausgabe des Streetfoodfestivals. Für dieses verwandelten sich Teile von Remagen bei bestem Wetter drei Tage lang zu einer großen Fressmeile.

Mehr als 20 Foodtrucks und mobile Garküchen, Imbissbuden sowie zwei Marktstände mit Gewürzen und italienischen Spezialitäten hatten sich auf den Parkplätzen „Grabenstraße“ und „An der alten Post“ sowie in der Josefstraße formiert. Mit Poffertjes und Crêpes, Churros und Burritos, Gyros und Kartoffeltwistern, asiatischen Wokgerichten, Fritten und Currywurst waren die üblichen Verdächtigen natürlich wieder mit dabei. Doch das Hauptaugenmerk lag ganz klar auf Burgern in zig Variationen, Steaksandwiches und Pulled Pork. Zu finden gab es auch interessante Kombinationen, etwa die mit Softeis gefüllten Waffeln oder Frozen Cappucino. Bei anderen kulinarischen Angeboten war die Art der Zubereitung das i-Tüpfelchen. Zum Beispiel bei den Pastagerichten aus dem Parmesanlaib oder bei den langsam gegarten Spareribs aus dem Riesensmoker.

Die gab es unter anderem am Stand der Salland Smokers aus den Niederlanden. Und auch ansonsten wurde hier das Garen von Fleisch regelrecht zelebriert. So garte das „Shovel Steak“ tatsächlich über Kohle auf einer Schaufel im Metallfass – rustikaler geht es kaum. „So schmeckt Köln“ war dagegen das Motto am Stand von Elke Hönsch. „Ich bin der erste kölsche Foodtruck“, verkündete „Elli“, die ihren Job bei einer Bank an den Nagel gehängt hat, um mit ihrer kölschen Küche beruflich einen ganz neuen Weg einzuschlagen. Burger und Pulled Pork gab es auch bei ihr – Letzteres allerdings gepökelt und zusammen mit traditionellem Kraut-, Kartoffel- oder Nudelsalat serviert. Für diejenigen, die eher auf Traditionelles stehen, hielt sie Eintöpfe und Suppen, Wirsing- und Möhrengemüse sowie hausgemachte Frikadellen bereit.

Mit allerlei buntem Gemüse belegt präsentierte sich das „Viking's Bread“. Obwohl die Wikinger zu ihrer Zeit ja viel herumgekommen sind, hat die von Standbetreiber Kevin Lagerlin entwickelte Fastfoodspezialität eigentlich gar nichts mit den Wikingern am Hut – ganz konkret treffen hier türkisch inspirierte Fladen auf griechisch inspirierten Schafskäse. „Ich hab einfach einen guten Namen gesucht“, erklärte Lagerlin. Und der Name „Viking's Bread“ passte zu der besonderen Stulle, die kräftig und ganz ohne Firlefanz daherkommt.

Ein Hingucker beim Streetfoodfestival war das „Seafruit & Seefood Boat“ – ein zum Foodtruck umfunktioniertes altes Boot. Früher war es tatsächlich mal auf dem Wasser unterwegs, jetzt aber geben an Bord lecker zubereitete Garnelen und Scampi sowie geräucherte Forellen den Ton an.

Und wie macht sich Remagen als Foodfestival-Standort? Nach Ansicht von Patrick Klaas, Chef im Burritos-Stand, hatte der erste Festivaltag trotz des guten Wetters noch eindeutig Luft nach oben. Nach der überaus erfolgreichen Foodfestival-Premiere im vergangenen Jahr hatte er sich mehr erhofft. Auch der Samstag begann eher verhalten. „Wir warten ab“, meinte Klaas. Und tatsächlich: Im Verlauf des Nachmittags füllten sich die Gassen vor den Ständen und die mit hohen Zelten überdachten Tische mehr und mehr. Ein Wermutstropfen waren aber die gepfefferten Preise: Unter 5 Euro war kaum etwas zu bekommen, ein Burger ging für rund 7 Euro über die Theke. Eine Besucherin brachte ihren Frust mit der Preisgestaltung so auf den Punkt: „Wenn man mit der ganzen Familie kommt, kann man arm werden.“

Von unserer Mitarbeiterin Petra Ochs
Bad Neuenahr-Ahrweiler
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