40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Ahrweiler
  • » Bachemer reiste um die Welt: Heinz Bremen ist Tierfilmer aus Leidenschaft
  • Aus unserem Archiv
    Bachem

    Bachemer reiste um die Welt: Heinz Bremen ist Tierfilmer aus Leidenschaft

    Heinz Bremen ist kein Hobbytierfilmer. Er sagt, das Tierfilmen sei seine Berufung, seine Passion. Der Bachemer ist Tierfilmer aus Leidenschaft. Wenn er von seinen Reisen nach Afrika, Ceylon, Kanada, Indien oder Island erzählt, springt dieser Funke über.

    Tierfilmer und -fotograf Hein Bremen mit seiner kleinen „Mouse-Cam“, die praktischerweise in seine Hosentasche passt. Foto: Celina de Cuveland
    Tierfilmer und -fotograf Hein Bremen mit seiner kleinen „Mouse-Cam“, die praktischerweise in seine Hosentasche passt.
    Foto: Celina de Cuveland

    Bremen verliert sich gern in seinen Beobachtungen. Dann berichtet der alte Mann mit den fröhlichen Augen ausführlich darüber, wie Akazien sich vor ihren Fressfeinden schützen oder wie das Paarungsverhalten der Schwarzstörche abläuft. Bremen hat in seinem Leben viel gesehen, von seinen Reisen brachte er rund 200 Videokassetten und mehr als 10000 Dias mit.

    Auch der Waldkauz hat es Bremen angetan. Foto: Heinz Bremen
    Auch der Waldkauz hat es Bremen angetan.
    Foto: Heinz Bremen

    Jetzt hat er es sich in Bachem gemütlich gemacht, lebt dort mit seiner Frau und reist nicht mehr so oft um den halben Erdball. Auch in der heimischen Natur lassen sich tolle Aufnahmen machen. Auf seinen Streifzügen hat er seine Ausrüstung immer dabei: Eine klitzekleine Videokamera, die „Mouse-Cam“, wie er sie nennt. „Die ist ein Wunder“, sagt er immer wieder, wenn er das Gerät in Händen hält. Super Zoom, einfache Handhabung und das Beste: Sie passt in Bremens Hosentasche. Davon hätte er bei seinen früheren Touren nur träumen können.

    „Ich hatte nie einen Sherpa“, erzählt er. „Ich finde, dass es unter der Würde eines Menschen ist, einfach nur mein Gepäck zu schleppen.“ Die schwere Ausrüstung trug er immer selbst, wie er sagt. Bremen war meistens allein auf Reisen. Auch tat er Dinge, vor denen andere Tierfilmer vielleicht zurückgeschreckt wären. Bremen erinnert sich, dass er jahrelang sehr fasziniert von Geparden war. Besonders der Kopf der eleganten Jäger hatte es ihm angetan. Er träumte davon, einmal nur den Kopf des Tieres aus nächster Nähe zu filmen. Und so kam es im Jahr 1998. Er schaffte es, sich in Namibia bis auf zwei Meter einem Geparden zu nähern und das Tier aus nächster Nähe zu filmen. „Ansich war das nicht gefährlich, das ist mir im Nachhinein klar geworden“, sagt er heute. „Mein Gastgeber dort hat mir wenig später erzählt, dass Geparden normalerweise gar keine Menschen angreifen.“ Auf die Einheimischen hat sich der Tierfilmer immer verlassen. Sie nahmen ihn mit, zeigten ihm die besten Plätze, um Tiere zu beobachten und warnten ihn vor brenzligen Situationen.

    Auch heute hat Bremen noch viele Kameras und Stative zu Hause in Bachem. Aber die „Mouse-Cam“ macht doch vieles leichter. Bevor er mit seiner Frau vor einem Jahr nach Bachem zog, hat er lange Zeit in Euskirchen gelebt. Und weil er mit seinen Aufnahmen ursprünglich kein Geld verdienen wollte, hat er Tuchmacher und Herrenausstatter gelernt. Jahrzehntelang führte er mit seiner Frau ein großes Modegeschäft in Euskirchen. „Ich habe tausend Menschen angezogen und meine Frau doppelt so viele“, erzählt er heute. Doch sein Herz hing immer an seiner Leidenschaft, der Tierfotografie. Über die Bilder kam er auch zum Bewegtbild, fertigte erste Videoaufnahmen an. So entstanden gut ein Dutzend vertonte Tierfilme, so zum Beispiel über das Leben von angesiedelten Mufflons in der Eifel oder die Flora und Fauna Ostafrikas.

    Aber Bremen filmt und fotografiert nicht nur. Der Rentner interessiert sich auf für das Verhalten der Tiere, hinterfragt ihre Lebensweisen und erforscht diese. Seine neueste Erkenntnis befasst sich mit dem Beuteanflug von Waldkäuzen. Der Vogel des Jahres 2017 segelt nahezu lautlos auf seine Beutetiere zu. Woran liegt das? Das sei nur möglich, erklärt Bremen, weil sich an der Vorderseite der Schwungfedern unzählige kleine Härchen befinden. „Wenn Sie mit einem Marmeladendeckeln wedeln, dann hören sie das“, macht er deutlich. Bestünde der Deckel aber aus Hunderten kleiner Fäden, deren Zwischenräume Luft hindurchließen, dann würde man nicht mehr viel von der Bewegung hören. Sein nächstes Projekt wird eine Dokumentation über Orchideenarten sein, die in der Eifel heimisch sind.

    Von unserer Reporterin
    Celina de Cuveland

    Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Online regional
    Nina Borowski

    Nina Borowski

    Regio-CvD Online

     

    Mail

    Anzeige
    Anzeige
    epaper-startseite
    Regionalwetter Bad Neuenahr-Ahrweiler
    Montag

    4°C - 5°C
    Dienstag

    2°C - 5°C
    Mittwoch

    4°C - 5°C
    Donnerstag

    4°C - 7°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach