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Kreis Ahrweiler

Ausbildungsmarkt: Was Jugendliche wollen

Kfz-Mechatroniker, Kaufmann oder Kauffrau, medizinische Ausbildungsberufe und Friseurin zählen weiter zu den beliebtesten Ausbildungsberufen bei den Jugendlichen im Kreis Ahrweiler, die eine klassische Ausbildung absolvieren wollen.

Für viele junge Frauen im Kreis Ahrweiler ist Friseurin immer noch ein Traumberuf.  Foto: Vollrath
Für viele junge Frauen im Kreis Ahrweiler ist Friseurin immer noch ein Traumberuf.
Foto: Vollrath

Das korrespondiert jedoch nicht unbedingt mit jenen Berufen, die die Betriebe zur Ausbildung anbieten. Da stehen Hotel- und Restaurantfachleute, Köche, Maler, Elektroniker ganz oben auf der Angebotsliste, wie die Agentur für Arbeit feststellt. Die hat vier Wochen nach Beginn des Ausbildungsjahres Bilanz zum Ausbildungsmarkt 2016/2017 gezogen.

Danach haben sich im Bezirk der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, er umfasst die Stadt Koblenz und die Kreise Mayen-Koblenz, Cochem-Zell und Ahrweiler, 3818 junge Frauen und Männer zwischen Oktober 2016 und September 2017 an die Berufsberatung gewendet, um sich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützen zu lassen. Im gleichen Zeitraum meldeten die Betriebe im Agenturbezirk 4286 Ausbildungsstellen. Ende September waren 56 junge Menschen „übrig geblieben“. Ihnen standen zu diesem Zeitpunkt noch 337 offene Lehrstellen gegenüber.

Noch günstiger fällt die Bilanz für den Kreis Ahrweiler aus. Es gab 833 Bewerber und 826 Angebote. 10 Bewerber blieben unversorgt, 86 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das entspricht einer Quote von 8,6 Stellen für die unversorgten Bewerber.

Die Gründe, warum letztlich nicht alle Jugendlichen versorgt werden, kennt Agenturleiterin Ulrike Mohrs. „Gerade bei Jugendlichen scheitert eine erfolgreiche Vermittlung häufig an ganz praktischen Fragen – etwa dann, wenn der Traumjob in Koblenz vergeben wird und der junge Mensch in Cochem oder Adenau lebt und noch keinen Führerschein hat. Außerdem passen manchmal die Interessen der Bewerber und die Angebote der Arbeitgeber einfach nicht zusammen.“ Zwar werbe sie stets dafür, dass junge Leute offen für Alternativen seien. „Es gibt nämlich sehr viel mehr spannende Berufe, als die meisten Jugendlichen wissen.“ Aber völlig außer Acht lassen dürfe man seine Talente und Neigungen natürlich nicht. „Mit der Ausbildung wird der Grundstein für ein langes Berufsleben gelegt. Deshalb sollte die Arbeit unbedingt Spaß machen.“

Mohrs widerspricht der Vorstellung, dass es vor allem junge Leute mit schlechtem oder fehlendem Schulabschluss sind, die am Ende ohne Ausbildung da stehen. „Immer häufiger sind es sogar gute Schüler mit Mittlerer Reife oder Abitur, die leer ausgehen. Viele fangen einfach zu spät mit der Suche an. Andere wollten ursprünglich studieren, haben aber keinen Studienplatz bekommen. Und ziemlich oft sind es auch Studenten, die nach einigen Semestern bemerken, dass die akademische Ausbildung doch nichts für sie ist und sie viel lieber praktisch arbeiten würden.“

Für die Agenturleiterin ist es erstaunlich, „wie viele junge Menschen erst einmal aufs falsche Pferd setzen und sich oft nach Jahren umorientieren müssen“. Natürlich sei es nicht leicht, auf einem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, der sich immer schneller verändere, den Überblick zu behalten. „Aber deshalb gibt es ja Unterstützung: Bei der Berufsberatung bekommt jeder auf seine persönliche Situation abgestimmte Hilfe. Und die ist kostenlos.“

Eine Unterstützung, die weit über die reine Berufsorientierung und die Vermittlung von Ausbildungsstellen hinausgehe. „Gerade für jene Jugendlichen, deren Ausbildungssuche bislang an schulischen oder persönlichen Problemen scheiterte, hat die Agentur mittlerweile einen ganzen Baukasten an Hilfsangeboten, die von der klassischen Nachhilfe bis zur psychosozialen Betreuung während der Ausbildung reichen. Davon profitieren nicht nur die jungen Leute, sondern auch Arbeitgeber, die sich dank dieser Möglichkeiten eher bereit erklären, es mit einem Kandidaten zu versuchen, der auf den ersten Blick nicht unbedingt den eigenen Vorstellungen entsprochen hat.“ ua

Es gibt auch jetzt noch Möglichkeiten

Wer bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, der sollte nicht resignieren und aufs nächste Jahr warten, rät Mohrs. „Solange es noch möglich ist, den Stoff der Berufsschule aufzuholen, vermitteln wir weiter ins begonnene Ausbildungsjahr.

Wo das nicht mehr geht, sollten junge Menschen die Zeit nutzen, um ihre Chancen für die nächste Runde zu verbessern – etwa mit einem Langzeitpraktikum über die so genannte Einstiegsqualifizierung, die unter Umständen später sogar auf die Ausbildung angerechnet werden kann.“ Jugendliche und ihre Eltern können Kontakt zur Berufsberatung über die Servicenummer aufnehmen: 0800/455 55 00.

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