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    AG Bad Neuenahr setzt auf die Telemedizin

    Mehr als 200 Projekte in Deutschland beschäftigen sich mit dem Thema Telemedizin. Forschungsgelder im dreistelligen Millionenbereich werden investiert, um auch in Zukunft ein flächendeckendes und bezahlbares Gesundheitssystem in Deutschland zu gewährleisten.

    Kein Ersatz aber Ergänzung für medizinische Leistungen soll der Computer werden. Die AG Bad Neuenahr baut ihr telemedizinisches Angebot aus.
    Kein Ersatz aber Ergänzung für medizinische Leistungen soll der Computer werden. Die AG Bad Neuenahr baut ihr telemedizinisches Angebot aus.
    Foto: picture alliance

    Über den Projektstatus scheint man dennoch nicht hinauszukommen. Es fehlt an gesetzlichen Vorgaben, Fragen des Datenschutzes sind ebenso wenig geklärt wie die Abrechnung der Leistungen durch die Krankenkassen. Ungeachtet dessen will die Bad Neuenahrer Aktiengesellschaft im Januar telemedizinische Leistungen im Kreis Ahrweiler anbieten.

    Die Fakten sind bekannt. Die Kassenärztliche Vereinigung geht davon aus, dass von derzeit 75 Vollzeitstellen bei Hausärzten im Kreis Ahrweiler bis 2020 mehr als die Hälfte (51,5 Prozent) bedroht sind, weil Mediziner in den Ruhestand gehen. Das Durchschnittsalter der Hausärzte im Kreis beträgt 55,5 Jahre. Gleichzeitig gibt es immer weniger junge Ärzte. Derzeit sind von den 82 Ärzten im Kreis nur 21 unter 50 Jahre, 29 zwischen 50 und 60 Jahren, 18 zwischen 60 und 64 und 14 bereits deutlich im Rentenalter. Wenn keiner der in Ruhestand gehenden Mediziner ersetzt würde, gäbe es 2020 bei uns noch 36 besetzte Vollzeitstellen.

    Für den Bad Neuenahrer AG-Vorstand Christoph Reinicke führt deshalb kein Weg an der Telemedizin vorbei. Nicht nur was die medizinische Versorgung betrifft, es gehe auch um Lebensqualität im Alter durch eingesparte Wege zum Arzt und Vorbeugung gegen Notfälle durch apparative Beobachtung. "Die Telemedizin ist das künftige Betriebssystem der Gesundheitswirtschaft und ermöglicht es gerade der älteren Generation sowie allen Pflegebedürftigen, ein uneingeschränktes und aktives Leben in den eigenen vier Wänden zu führen", ist Reinicke überzeugt.

    Die AG ist derzeit dabei, seine Immobilien auf Telemedizin umzurüsten. In der Seniorenresidenz Villa Sibilla und im AG-Sanatorium am Steigenberger Kurhotel laufen die Arbeiten bereits. Dank moderner Geräte und der Vernetzung mit dem Internet wird die Erfassung von Vitalparametern wie Gewicht, Blutdruck, Blutzucker und Bewegung ermöglicht. Der eigene Pflegedienst oder der Hausarzt des Patienten kann dann therapeutische Maßnahmen ergreifen - falls erforderlich. Beim Umbau der Häuser in der Felix-Rütten-Straße und der Beethovenstraße wird die zweite Generation telemedizinischer Einrichtungen berücksichtigt. Beispielsweise Bewegungssensoren.

    Doch das Angebot telemedizinischer Leistungen in den eigenen Liegenschaften ist nur der erste Schritt. Im Januar will die AG auch den Pflegedienst in der Stadt revolutionieren. "Die Beobachtungen der aufgezeichneten Daten können dank der modernen Technik auf jede beliebige Wohnung im Stadtgebiet, im Kreis Ahrweiler oder in ganz Deutschland ausgedehnt werden. Lediglich eine Internetverbindung und die Messgeräte werden benötigt. Die wiederum sind mit einem zentralen Server vernetzt, der alle medizinischen Daten des Patienten aufzeichnet und so ein umfassendes Bild über dessen Gesundheitszustand ermöglicht", erklärt Reinicke. Dadurch sei eine lückenlose und zuverlässige Beobachtung der relevanten Werte beispielsweise bei chronischen Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder dem metabolischen Syndrom gewährleistet.

    Mit ihren Leistungen zielt die AG auf die lukrative Klientel der Selbstzahler. Aber auch Kassenpatienten hat man im Blick. 2016 hofft Reinicke den ersten integrativen Versorgungsvertrag mit einer Krankenkasse ausgehandelt zu haben. "Weil längst bekannt und belegt ist, dass durch Prävention und Langzeitversorgung die Kosten gesenkt werden können." Am Ende, ist Reinicke überzeugt, "profitieren Patienten, Ärzte und die in der Therapie eingebundenen Berufsgruppen von der Telemedizin". Nur die Krankenhäuser nicht: "Unser Konzept von Telemedizin soll helfen, dass die Leute durch präventive Maßnahmen (Bewegung, Ernährung) erst gar nicht mehr ins Krankenhaus kommen. Denn die Krankenhäuser sind in unserem Gesundheitssystem nach wie vor der größte Ausgabeposten."

    Von unserem Redaktionsleiter Uli Adams

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