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Bad Kreuznach

Ziel des Bad Kreuznacher Arbeitskreis "Trennung": Auch nach einer Scheidung sollen sich Eltern gemeinsam für ihre Kinder einsetzen

Auch wenn ihre Beziehung nicht mehr zu retten ist, sollen Eltern die gemeinsame Verantwortung für ihre Kinder weiter tragen. Dafür setzt sich seit 2003 ein Arbeitskreis aus Juristen, Jugendämtern und Beratungsstellen ein.

Bad Kreuznach – Auch wenn ihre Beziehung nicht mehr zu retten ist, sollen Eltern die gemeinsame Verantwortung für ihre Kinder weiter tragen. Dafür setzt sich seit 2003 ein Arbeitskreis aus Juristen, Jugendämtern und Beratungsstellen ein.

Was Heike Bormann vom Diakonischen Werk sagt, klingt selbstverständlich: „Je besser sich die Eltern einigen, desto weniger leidet das Kind.“ Dennoch sieht die Realität oft anders aus. In ihrer Beratungsstelle sitzen nicht selten Paare, denen das Wohl ihrer Kinder weit aus dem Blick geraten ist. Statt solchen sinnbildlich den Kopf zu waschen, zeigt sie ihnen positive Aspekte für den Sprössling nach einer gütlichen Einigung auf. Scheidungsjuristen wie Anja Merk finden sich oft in dieser Zwickmühle: Ihr Mandant will etwas durchboxen, wovon sie aber denken, dass es dem Kind schaden wird.

In solchen Fällen versucht die Rechtsanwältin ihrem Kunden ins Gewissen zu reden, mit dem Ex-Partner zum Wohl des Kindes an einem Strang zu ziehen. Ihr Arbeitskreis hat zum Thema nun eine Broschüre heraus gebracht. Ein Zitat darin des italienischen Schriftstellers Dante Alighieri soll an die Vernunft der Streitparteien appellieren: Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: „Sterne, Blumen und Kinder.“

Nach einer Trennung gilt seit 1998 automatisch das gemeinsame Sorgerecht. Nur auf Antrag befasst sich das Amtsgericht mit der Frage, ob eine andere Regelung sinnvoll ist. Richterin Stefanie Fenkner fällt aber nur dann ein Urteil, wenn sich Eltern vorher mit professioneller Hilfe um eine gütliche Einigung bemüht haben. So müssen die Paare vorher das zuständige Jugendamt oder Beratungsstellen eingeschaltet haben. Zum Papa oder zur Mama? Was die Kinder bei der Anhörung äußern, wertet die Richterin bloß als Momentaufnahme. Mehr Aufschluss darüber, was die Sprösslinge tatsächlich wollen, geben langfristige Beobachtungen in einer speziellen Gruppe für Trennungskinder der Caritas. Schwester Hildegard Hoiß von der dortigen Lebensberatung beobachtet häufiger, dass nach zwölf Wochen in dieser Gruppe neue Regelungen getroffen werden.

Manche Paare liegen derart im Clinch, dass einer von beiden dem Ex-Partner nur noch einen sogenannten begleiteten Umgang einräumt. So können Kinder zumindest unter der Aufsicht von Sozialpädagogen weiter regelmäßig Kontakt zum Elternteil pflegen, der nicht mehr bei ihnen lebt. Bis zu ein Jahr lang dauern solche Begleitungen, bis eine andere Einigung erzielt ist, berichtet Barbara Schüler vom Kinderschutzbund. In jüngster Zeit ermöglicht sie auch häufiger Großeltern, ihre Enkel zu sehen. (gb)

Der Arbeitskreis hat eine Broschüre herausgebracht: „Eltern bleiben Eltern, Kinder bleiben Kinder – auch bei Trennung und Scheidung“. Infos gibt auch das Familiengericht: Telefon 0671/7080.

 

 

 

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