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    Burg LayenWirtschaft regional: WIV verändert sich, bleibt aber familiär strukturiert

    Das Gröbste ist überstanden. Bei der WIV Wein International AG in Burg Layen macht sich nach längerer Durststrecke vorsichtiger Optimismus breit.

    Bringen WIV offensichtlich wieder auf Kurs: die beiden Vorstände Dr. Bernd Köhler (rechts) und Dieter Freisler.
    Bringen WIV offensichtlich wieder auf Kurs: die beiden Vorstände Dr. Bernd Köhler (rechts) und Dieter Freisler.
    Foto: Gustl Stumpf

    So jedenfalls lassen sich die Signale aus dem Vorstand des nicht börsennotierten Familienunternehmens deuten, das einst von den Brüdern Kuno und Elmar Pieroth in Burg Layen gegründet wurde und später weltweit im Weindirektvertrieb Akzente setzte.

    „Die Restrukturierungsphase der Gruppe ist nahezu abgeschlossen, die Zeit tiefer Einschnitte vorbei“, bekräftigt Finanzvorstand Dr. Bernd Köhler im Gespräch mit dem Oeffentlichen Anzeiger. Seit Anfang Februar steht ihm Vorstandssprecher Dieter Freisler zur Seite, der sein Hauptaugenmerk künftig auf Direktvertrieb und Einzelhandel legt.

    Rund 250 Arbeitsplätze fielen der wirtschaftlich schwierigen Lage in den zurückliegenden beiden Jahren zum Opfer. „Sozialverträglich“, wie beide Vorstände betonen, auch wenn Kündigungen nicht ausblieben. „Jetzt haben wir eine stabile Basis, auf der wir aufbauen können. Weiterentwicklung ist immer auch ein Stück weit Veränderung“, sagt Köhler, der seit Mai 2015 das Unternehmen führt und dessen vorrangige Aufgabe die erfolgreiche Sanierung ist.

    Der Betriebsrat, zuständig für die WIV-Zentrale in Burg Layen mit rund 180 Mitarbeitern und die Zentralkellerei in Langenlonsheim mit rund 115 Mitarbeitern, will nicht widersprechen, teilt die Zuversicht des Vorstandes aber nur zum Teil. Für eine Entwarnung sei es noch zu früh, gebe es auch noch keine belastbaren Zahlen, heißt es. Nach Auskunft des Betriebsratsvorsitzenden Jürgen Schuster „ist die Belegschaft gespannt, wie es weitergeht“.

    Vor allem die Produktionsstätte mit Kellerei und Zentrallager sowie der Logistikdienstleister top Logistik GmbH, beides in Langenlonsheim, werden sozusagen noch als betriebswirtschaftliche Manövriermasse gehandelt. „Das beunruhigt die Mitarbeiter“, sagt Schuster, der nach Gesprächen mit Vorstandsmitglied Freisler allerdings davon ausgeht, dass der WIV voranbringt.

    „Der Weinbereich steht stark unter Druck, aber wir reagieren und stellen uns zukunftsorientiert auf“, unterstreicht Freisler. Große Wachstumsmärkte sieht er in Asien, speziell in Japan und China. Dort sei der Wein ein Thema, um sich sozial zu profilieren, und die Marke Pieroth deutlich im Premiumbereich angesiedelt. Den Vertrieb des Unternehmens sehen Köhler und Freisler inzwischen gut und effizient aufgestellt. 90 Prozent des Außendienstes bei der WIV-Tochter Bacchus sind seit 2015 mit Tablets und neuer Vertriebs-App unterwegs.

    Große Stücke hält Freisler außerdem auf den Einzelhandel, der in der WIV-Gruppe durch „Vino - Der Weinmarkt“ verkörpert wird. 18 dieser Filialen – weitere sollen noch im Laufe des Jahres hinzukommen – sind in besonders hoch frequentierten Einkaufszentren in Deutschland angesiedelt, zum Beispiel in Wiesbaden, Darmstadt und Eschborn, und präsentieren Weine, Sekte und Feinkostartikel. Der Service in diesen Märkten wird großgeschrieben. „Sie müssen keine zwei Minuten warten“, verspricht Freisler jedem Kunden eine prompte Verkostung, die keine Wünsche übrig lässt. Die Weinprobe als Erlebnis.

    Was die Familie Pieroth betrifft, versichert der Vorstand, dass WIV an den ursprünglichen Strukturen festhält. „Wir bleiben ein Familienunternehmen“, bestätigt Freisler. Die Ex-Vorstände Dr. Johannes Pieroth und Andreas Pieroth sind zwar nicht mehr im operativen Geschäft tätig, aber als Vorsitzender des Familienrats (Andreas Pieroth) und Aufsichtsrats (Johannes Pieroth) nach wie vor am Geschehen beteiligt.

    Als „die Wurzel des Geschäfts“ bezeichnet Finanzvorstand Köhler das Weingut Ferdinand Pieroth (Fläche 25 Hektar), das seit 1675 schon in zehnter Generation besteht und nun von Katharina Pieroth geleitet wird.

    Von unserem Redaktionsleiter Gustl Stumpf
     
    Die WIV Wein International AG mit Sitz in Burg Layen ist eines der weltweit führenden Unternehmen für den Vertrieb von Wein, Sekt und Spirituosen an den Endverbraucher. Neben dem Direktvertrieb ist WIV auch im Groß- und Einzelhandel sowie im Logistikbereich tätig und beschäftigt in 16 Ländern rund 3500 Mitarbeiter und Vertriebspartner. Entstanden ist WIV aus dem Weingut der Familie Pieroth, die seit 1675 Weinbau in Burg Layen betreibt. Im Geschäftsjahr 2016 erwirtschaftete die WIV-Gruppe einen Umsatz von 415 Millionen Euro (2015: 450 Millionen Euro). Die wichtigsten Märkte sind neben Deutschland noch Japan, Großbritannien und die Schweiz. Aktuell werden bei WIV 29 Auszubildende in neun verschiedenen Berufsbildern beschäftigt. Seit 1. Januar 2017 sind die bisherigen WIV-Töchter, das Großhandelsgeschäft Hallgarten Druitt & Novum Wines (Großbritannien) sowie die mac Messe- und Ausstellungscenter Service GmbH, in der Pieroth-Beteiligungsgesellschaft neben WIV als Schwesterfirmen gebündelt. gst

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