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Kirn-Land

Wildwasserfreunde lieben den Kellenbach

Der Kellenbach entwickelt sich mehr und mehr zu einem gar nicht mehr so geheimen Geheimtipp für Kanuten und andere Wildwasserfreunde. Da die in und um Kirn eher schwach organisiert sind, nutzen Gruppen aus der weiteren Umgebung die Strömungen und Strudel des Unterlaufs des Simmerbachs von Gemünden bis Simmertal. So zum Beispiel der Ruder- und Kanuverein Bad Kreuznach (RKV), wie Pressewart Armin Lobeck (49) bestätigt.

Der RKV Bad Kreuznach paddelt auf dem Kellenbach in Gruppen mit festgelegter Reihenfolge in voller Sicherheitsausrüstung: Helm, Schwimmweste, Neopren-Schutzbekleidung oder Trockenanzug und vor allem Rettungs- und Bergematerial sind immer dabei.
Der RKV Bad Kreuznach paddelt auf dem Kellenbach in Gruppen mit festgelegter Reihenfolge in voller Sicherheitsausrüstung: Helm, Schwimmweste, Neopren-Schutzbekleidung oder Trockenanzug und vor allem Rettungs- und Bergematerial sind immer dabei.
Foto: RKV Bad Kreuznach

Kirn-Land – Der Kellenbach entwickelt sich mehr und mehr zu einem gar nicht mehr so geheimen Geheimtipp für Kanuten und andere Wildwasserfreunde. Da die in und um Kirn eher schwach organisiert sind, nutzen Gruppen aus der weiteren Umgebung die Strömungen und Strudel des Unterlaufs des Simmerbachs von Gemünden bis Simmertal. So zum Beispiel der Ruder- und Kanuverein Bad Kreuznach (RKV), wie Pressewart Armin Lobeck (49) bestätigt.

Gerade für spontane Ausflüge der Bad Kreuznacher Kanuten eigne sich der Kellenbach ganz wunderbar, macht er deutlich – allerdings nur bei hohem Wasserstand ab einem Meter, ist doch der Kellenbach im „Normalzustand“ an vielen Stellen schlicht zu flach. Seinen Vereinskollegen scheint’s auch zu gefallen, berichten sie doch begeistert von den Erlebnissen auf dem Gewässer des wildromantischen Tals, sprechen gar von der „Ötz im Kellenbachtal“. Wer’s nicht weiß: die Ötz ist die Kurzform der Ötztaler Ache, einem Nebenfluss des Inn in den Ötztaler Alpen in Tirol. Das 35 Kilometer lange Gewässer gilt als Mekka der Wildwassersportler.

„In Gemünden angekommen, starteten wir unseren Sturzflug vom Hunsrück“, berichten die Bad Kreuznacher Kanuten und fügen hinzu: „Die gesamte Fahrstrecke bestand aus extrem schnellen Wasser, das zum Teil so breit dahinfloss dass man den Bach nur noch erahnen konnte.“ Die Begeisterung für den Kellenbach reißt nicht ab: „Große dicke Wellen und Löcher, kaum Zeit zum Luftholen und kaltes Schmelzwasser warfen die Frage auf, ob wir nicht doch an der unteren Ötz unterwegs waren.“ Der Kellenbach sei zwar auch an jenem Tag nicht so breit wie der berühmte österreichische Bruder, allerdings genauso wild gewesen. Von „Hindurch katapultieren“, und „Abtauchen in den Fluten der Schlucht“ ist die Rede, und das Fazit könnte für den Kellenbach nicht schöner sein: „So was hatten hier selbst die alten Hasen noch nicht erlebt.“

Lobeck war schon als 13-Jähriger im Kanu auf dem Kellenbach unterwegs. Auch heute fährt er „so häufig wie's geht“ an die Strecke zwischen Gemünden und Simmertal. Genau wie seinen Vereinskollegen hat es ihm der Lützelsoondurchbruch zwischen Gemünden und Königsau angetan. Denn ab dort herrscht „Wildwasser III“, also eine für die Region ungewöhnlich hoher Schwierigkeitsgrad, der auf den folgenden 500 Metern durch viele „Verblockungen“, also Hindernisse im Wasser, nicht gerade leichter wird. Auch die Wasserwalzen, die sich unterhalb der Wehre im Kellenbach bilden, sind für die Kanuten anziehend, weiß Armin Lobeck.

Zum Vergleich: Auf dem Glan herrscht meist die Stufe „Wildwasser I“ oder „Wildwasser II. Bei Stufe VI ist übrigens Schluss. Ein Gewässer mit solchem Wert gilt als unbefahrbar. Ähnlich gute Bedingungen für Wildwasserfreunde bieten laut Lobeck nur noch der Guldenbach vor Stromberg, der aber nicht mehr oft befahren werde, da er zu stark bewachsen sei. Auch mancher Naheabschnitt und stellenweise der Rhein bei Bingen bieten noch gute Bedingungen, so Lobeck.

Die Bad Kreuznacher Kanuten, die bisher wenige andere in Vereinen organisierte Wassersportler auf dem Kellenbach trafen, überwachen regelmäßig den dortigen Wasserstand – damit sie so schnell wie möglich wieder von Gemünden nach Simmertal rauschen können. Stefan Butz

Kirn
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