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Bad Sobernheim/Staudernheim

Versteckte Plätze und schöne Landschaften: Museumstag im Regen

Bernd Hey

„Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“ – unter diesem Thema sollten beim internationalen Museumstags die Besucher gezielt angesprochen werden. Doch der Regen am Sonntag verhagelte die Idee. Bei der 41. Auflage blieben die Gäste meist aus.

Im Museum Nahe der Natur in Staudernheim erläutert Michael Altmoos (rechts)  Uwe Rumeney und dem jungen Museumsgast Emil Maus im ersten Stock des Schmiedegebäudes, wie das einstige Warenlager zeitnah und budgetorientiert zu einem Atelier ausgebaut werden soll.  Foto: Bernd Hey
Im Museum Nahe der Natur in Staudernheim erläutert Michael Altmoos (rechts) Uwe Rumeney und dem jungen Museumsgast Emil Maus im ersten Stock des Schmiedegebäudes, wie das einstige Warenlager zeitnah und budgetorientiert zu einem Atelier ausgebaut werden soll.
Foto: Bernd Hey

Auch dem Staudernheimer Mitmachmuseum Nahe der Natur von Ursula und Michael Altmoos blieben die Gäste am Sonntag fern. Erst nachmittags, als die Sonne stärker hervorkam, war eine Führung in die Moosgarten-Märchenwelt des Steinbruchs mit der Drachenschlucht und einer unberührten Waldwildnis und den Naturgarten möglich. Eine Besucherin aus Obermoschel steckte einen Schein in die Spendenbox – sie war von der Vielfalt fasziniert und will wiederkommen.

Familie Altmoos nahm sich Zeit, das Gespräch mit Gästen aus den USA und Israel zu pflegen und die ganze Museumsvielfalt samt Ausstellungen sowie vier Kilometer Wildnispfade zu präsentieren.

Uwe Rumeney aus Stromberg war vor Ort. Rumeney ist zertifizierter Sachverständiger für Bauschäden, Bauleiter, Zimmermeister und Berater für die Reaktivierung des einstigen Schmiedegebäudes am Museumseingang.

Im Keller in der Schmiede mit Esse und Amboss scheint die Zeit im ehemaligen Steinbruch der Familie Jokel seit 60 Jahren stehen geblieben zu sein. Hier wurden Werkzeuge zur Steinbearbeitung geschärft – darüber war im ersten Geschoss ein Magazin zu finden, in dem Geräte und Arbeitsmittel aufbewahrt wurden.

Beides soll als Schmiede im Original und als Atelier aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst werden. „Budgetorientiert“, wie Michael Altmoos betont – denn Aufgaben und Arbeit gebe es viel und bei dem Wetter wie am vergangenen Sonntag und den geminderten Einnahmen hält sich der Fortgang der Renovierungsarbeiten in Grenzen. Trotzdem gelte es, zeitnah zu handeln, um das Gebäude vor dem Verfall zu retten, bekräftigte Altmoos.

Anfang Juni ist eine größere Fossilienausstellung mit Infos aus der Unesco-Welterbegrube Messel bei Darmstadt im Staudernheimer Museum geplant. „Am Samstag kamen Fossilien und Unikate, Saurierspuren, Reptilien und Vögel, die ersten Urpferdchen sowie Zeugnisse der ersten Entwicklung der Säugetierfamilie, quasi Erdgeschichte live und zum Anfassen an“, wie das Ehepaar Altmoos erläuterte. Das müsse nun noch für die ganze Familie präsentiert werden. Auf die Kinder warten Mitmachelemente und Miniaturtiere wie etwa kleine Mammuts oder Wollnashörner.

Am 17 Juni findet dann bei einem Geo-Tag der Artenvielfalt als Außenstation gemeinsam mit dem Regionalbündnis Soonwald-Nahe ein Aktionstag mit einem Sinnesparcours unter dem Thema „Lebendige Wiesen“ statt. All dies werde derzeit vorbereitet. Auch im felkestädtischen Igelsbachtal, dem Sitz des Freilichtmuseums, rief der Kuckuck am Sonntag lautstark, während Ziegen und Schafe friedlich grasten. An interaktiven Spielestationen war Logik und Kreativität gefragt – etwa am Haus Ürzig und im Kelterhaus Briedern, wo die Museumsmäuse Frida und Anton Kindern das richtige Kehren mit dem Reiserbesen näherbrachten. Vom Freundeskreis des Museums war Urgestein Margot Gras im nostalgischen Museumsladen anno 1920 von Anna Mathias präsent und beantwortete alle Fragen. Beispielsweise boten Besucher Blechspielzeug an. „Am Muttertag gemeinsam etwas mit der Familie unternehmen. Das dachten sich die Familien Kiss und Kumpa aus Dirmstein bei Grünstadt – ihr Ausflug war lange geplant.

Auch wenn die gezielt angesteuerten Vorzeigerestaurants der Region am Muttertag geschlossen hatten und letztlich der Pizzabäcker gerne in die Bresche sprang, wollen sie wiederkommen und schwärmten von einer „überaus attraktiven Region und landschaftlicher Schönheit“.

Von unserem Reporter Bernd Hey

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