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    Kreis Bad Kreuznach

    Tiefbrunnen fördern noch relativ sicher

    Der Hochsommer im Frühjahr macht Pflanzen und Tieren zu schaffen. Überall wird gegossen, was das Zeug hält. Das bringt den Wasserversorgern der Region auch Geld in Kasse. Aber wie sieht es mit der Förderleistung der Brunnen aus? Noch keine Probleme melden die Wasserwerke übereinstimmend. Im Winter waren die Grundwasserreservoirs gut gefüllt worden.

    Im riesigen Wasserspeicher der Stadtwerke Bad Kreuznach stand der Pegel gestern zwar bei niedrigen 3,74 Metern, es flossen aber stündlich 500 Kubikmeter mehr dazu als abgezapft wurden. Noch gibt's genug von dem kostbaren Nass.
    Im riesigen Wasserspeicher der Stadtwerke Bad Kreuznach stand der Pegel gestern zwar bei niedrigen 3,74 Metern, es flossen aber stündlich 500 Kubikmeter mehr dazu als abgezapft wurden. Noch gibt's genug von dem kostbaren Nass.
    Foto: Armin Seibert

    Kreis Bad Kreuznach - Der Hochsommer im Frühjahr macht Pflanzen und Tieren zu schaffen. Überall wird gegossen, was das Zeug hält. Das bringt den Wasserversorgern der Region auch Geld in Kasse. Aber wie sieht es mit der Förderleistung der Brunnen aus? Noch keine Probleme melden die Wasserwerke übereinstimmend. Im Winter waren die Grundwasserreservoirs gut gefüllt worden.

    Bei den Wasserversorgern der Region macht sich der „Hochsommer“ im Mai zwar durch einen erhöhten Verbrauch bemerkbar, doch Probleme gibt es noch nicht. „Die Grundwasserstände sind auch bei uns noch nicht nennenswert zurückgegangen“, sagt Peter Schneider, Werkleiter der VG Rüdesheim. Selbst die Schüttungen der oberflächennahen Flachbrunnen seien noch recht stabil. Doch das sei keine lineare Funktion, kein gleichbleibender Rückgang. Nach einigen feuchten Jahren, dem nassen Sommer 2010 und guter Grundwasserneubildung gingen die Pegelstände langsamer zurück als erwartet. „Die Ressourcen sind natürlich nicht unerschöpflich“, weiß Schneider und nennt als Beispiel die Soonwaldquellen. Die „Schwämme“ im Quarzitgestein gelten als endlich, sagen Geologen, doch bei Regen füllten sie sich auch schnell wieder. Schneider betont: „Wir versorgen aus Soonwaldbrunnen nur die soonwaldnahen Orte. Im Süden gibt es eigene Quellen.“ Sparappelle müsse man noch nicht an die Bürger richten, obwohl der Verbrauch bis zu 40 Prozent über normal liegt. Der Mehrverbrauch liege vor allem daran, dass während der Pflanzzeit die Kulturen bewässert werden. Schneider: „Wenn wir mit dem Lautsprecherwagen durch die Dörfer fahren und zum Wasser sparen auffordern würden, wäre das vielleicht kontraproduktiv. Da werden erst mal Badewannen voll gemacht.“

    Nicht nur an Verkauf denken
    Anders als vor 20 Jahren, als es in einigen Gemeinden wegen Flachbrunnen echte Engpässe gab, sind durch Ringleitungen auch bei Trockenheit gute Versorgungsoptionen gegeben, sagt Schneider. Dass durch Mehrverbrauch auch mehr Geld in die Kasse fließt, sei zwar Gebühren stabilisierend, aber, so Schneider: „Kein verantwortlicher Versorger wünscht sich Verkaufserfolge in trockenen Sommern. Das ginge nicht lange gut!“
    Einen deutlichen Rückgang beim Wasserverbrauch stellen die Verbandsgemeindewerke Bad Münster-Ebernburg fest. Werkleiter Norbert Welschbach: „Vor zehn Jahren waren es 143 Liter, heute sind es 128 Liter pro Tag und Einwohner.“ Weil die VG-Werke einen eigenen ergiebigen Tiefbrunnen in Ebernburg betreiben und außerdem der Wasserverband Westpfalz im Notfall einspringt, sind die Mangelerscheinungen der 90er-Jahre auch hier Geschichte. Welschbach: „Der Tiefbrunnen bringt relativ sicher 50 bis 60 Kubikmeter pro Stunde“ Von der Westpfalz bezieht man derzeit nur soviel Wasser, damit die Leitungen gespült werden. Welschbach: „Wir haben eine Garantiemenge von 100 000 Kubikmetern, beziehen derzeit aber höchsten 30 000 bis 50 000.

    Wassersparen erhöht Gebühren
    Mit Wassersparen sei das auch so eine Sache, merkt Welschbach an. Bei gleichbleibenden Fixkosten von 40 Prozent mache sich ein Verbrauchsrückgang eher negativ bemerkbar, denn das lasse die Gebühren steigen. Welschbach: „Die Strompreise sind um 43 Prozent, die Wasserpreise um drei Prozent gestiegen. Bei uns wird ja auch kein Gewinn gemacht.“ Zum Glück sei die Trinkwasserversorgung vor zehn Jahren nicht an Konzerne verkauft worden, erinnert Welschbach. „Wir haben so viel Wasser, dass wir es verkaufen müssen“, scherzt er und fügt an: „Daseinsfürsorge wie Strom-, Gas und Telekommunikation gehört eigentlich in öffentliche Hände. Damit sollte keiner Gewinn machen.“
    Werkleiter Rainer Link und sein Team können auch in der VG Bad Sobernheim noch aus dem Vollen schöpfen, denn 2010 war nass, die Reservoirs gut gefüllt. Link: „Mai und Juni werden aber spannend, denn jetzt ist Pflanzsaison und die Leute beginnen ihre Rasenflächen zu wässern.“ Mit fünf ergiebigen Tiefbrunnen am Maasberg wird Bad Sobernheim versorgt, 17 weitere Brunnen, zwei Quellen und ein Brauchwasserbrunnen sorgen in einem ausgeklügelten Verbundsystem für Sicherheit. „Wir können auch Wasser vom Süden in den Nordbereich bringen, wenn’s knapp wird“, sagt Link. Mit Nachdruck gehen die Werke jetzt auch Rohrbrüchen nach, um Wasserverluste zu minimieren. Gerade wurde ein Leck am Brauchwasserbrunnen entdeckt, das jetzt repariert wird.
    Keine Förderprobleme haben übrigens die Verbandsgemeinden Meisenheim und Lauterecken. Sie beziehen Trinkwasser seit Jahren vom Wasserverband Westpfalz, der aus dem Landstuhler Bruch mit Wasser versorgt wird.

    Bad Kreuznach
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