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Kirn

Schwimmunterricht: Ganz spielerisch die Angst vorm Wasser verlieren

Armin Seibert

Das Wasser nicht als Feind, sondern als sprichwörtlich tragendes Element begreifen und genießen. Das wollen Stadtwerke und Volkshochschule mit den Ferienschwimmkursen für Kinder von viereinhalb Jahren aufwärts im Kirner Jahnbad erreichen. Von Montag, 25. Juni, bis Ferienende laufen werktags jeweils um 11, 13 und 16.30 Uhr drei Kurse.

Gemeinsame Sache bei den Ferienschwimmkursen machen Stadtwerke und VHS Kirn. VHS-Leiterin Lena Lorenz hat das Goldene Schwimmabzeichen schon in Besitz, die Schwimmmeister Arthur Domke (von links) und Kersten Becker natürlich auch. Auch die zwölfjährige Alia Schuck kann's natürlich schon. Mit der Aktion haben 72 Kinder im Kirner Raum die Chance, es ihr nachzumachen.
Gemeinsame Sache bei den Ferienschwimmkursen machen Stadtwerke und VHS Kirn. VHS-Leiterin Lena Lorenz hat das Goldene Schwimmabzeichen schon in Besitz, die Schwimmmeister Arthur Domke (von links) und Kersten Becker natürlich auch. Auch die zwölfjährige Alia Schuck kann's natürlich schon. Mit der Aktion haben 72 Kinder im Kirner Raum die Chance, es ihr nachzumachen.
Foto: as

In kleinen Gruppen von höchstens acht Teilnehmern sollen die Kinder von den Schwimmmeistern Nico Kaiser und Arthur Domke in zehn Stunden lernen, ihre Angst vor dem Wasser zu überwinden, zu tauchen, zu gleiten und frei zu schwimmen. Am Kursende sollen die Kinder vom Beckenrand ins Wasser springen können und Tauchringe von der Treppe holen. Neben diesem Schwimmkurs mit Frühschwimmerabzeichen gibt es den Wassergewöhnungskurs „Jonas“, der noch früher ansetzt. Hier wird gespritzt, gelacht, Quatsch gemacht, die Basics werden vermittelt, sagt Schwimmmeister Kersten Becker. Augen, Ohren, Haare werden nass. Vielleicht lernt der ein oder andere schon schwimmen. Dank der Bürkle-Stiftung, die die Ferienkurse unterstützt, können konkurrenzlos preisgünstige Kursgebühren von 20 Euro angeboten werden. Darin enthalten sind auch die Eintrittsgelder.

Sie können es schon: schwimmen. Ab und an besuchen Schulklassen das Jahnbad. Die meisten Schüler sind Schwimmer, das Bad liegt ja auch um die Ecke. Dennoch haben sich die Schwimmfertigkeiten seit 20 Jahren deutlich verschlechtert, sagt Schwimmmeister Kersten Becker.  Fotos: Armin Seibert
Sie können es schon: schwimmen. Ab und an besuchen Schulklassen das Jahnbad. Die meisten Schüler sind Schwimmer, das Bad liegt ja auch um die Ecke. Dennoch haben sich die Schwimmfertigkeiten seit 20 Jahren deutlich verschlechtert, sagt Schwimmmeister Kersten Becker. Fotos: Armin Seibert
Foto: as

„Früher lernte man schwimmen oft noch im offenen Fluss“, erinnert sich Stadtwerke-Prokurist Jürgen Kehl. Die Zeiten sind vorbei, genauso wie die Zeiten, in denen es selbstverständlich war, dass alle Schüler einer fünften oder sechsten Klasse schwimmen konnten. Jahnbad-Schwimmmeister Kersten Becker erinnert sich an seine Idar-Obersteiner Schulzeit als Lehrer und Schwimmmeister mehrmals pro Woche zum Schwimmtraining einluden. Spaß machte das oft nicht, aber alle konnten's dann.

Heute würden oft eher Animationsprogramme anstatt echtem Schwimmunterricht in Schulen angeboten, merkt Becker vorsichtig kritisch an. Vielleicht helfe die Ferienaktion, dass sich das im Kirner Raum bessert. Immerhin hat man Platz für 72 Kinder in den Kursen. Die Anmeldungen laufen gut, sagt VHS-Leiterin Lena Lorenz, die selbst das Rettungsschwimmabzeichen in Gold absolviert hat.

„Da muss man gut 20 Prozent draufpacken, um die Voraussetzungen für die Schwimmmeisterprüfung zu erfüllen“, sagt Kersten Becker und lädt ein: Wer sich dafür interessiert, ist willkommen, denn deutschlandweit werden über 2000 Schwimmmeister gesucht, qualifizierter Nachwuchs fehlt. Mitunter liegt's weniger an den sportlichen Leistungen als an sonstigen Anforderungen der Meister. Bei teils über 1000 Badegästen im Jahnbad an heißen Tagen gilt's schließlich auch, mit Fingerspitzengefühl die Haus und Badordnung umzusetzen. Es sei nicht immer leicht, in manchen Situationen den richtigen Ton zu treffen. Natürlich geht es in erster Linie darum, Unfälle zu vermeiden. Jürgen Kehl sagt: „Das ist die ureigenste Aufgabe!“ Es sei nicht immer der Traumberuf, gerade sonn- und feiertags, sagt Becker, der auf die stark gestiegenen schulischen Anforderungen für Schwimmmeisteraspiranten hinweist. Kaiser und Domke haben es geschafft, stehen Badegästen, Schwimmern wie Nichtschwimmern mit Rat und Tat zur Seite. Um Schwimmmeisternachwuchs geht's ja nicht in den Ferienkursen. Die Scheu oder gar Angst vor Wasser zu verlieren, das ist das Ziel. „Wie beim Fallschirmspringen“, scherzt Becker: „Manche springen freiwillig, anderen muss man nachhelfen.“ Nur dass Fallschirmspringen keine Pflichtübung ist, Schwimmen aber seiner Meinung nach schon. Im Kirner Raum sieht's ganz gut aus, wie die Statistik der bei unserem Termin anwesenden Klassen der Kyrau-Realschule beweist: Alle 19 Kinder der Klasse 9d von Jennifer Klein können schwimmen, und von den 20 Kindern der Klasse 6c, die Sportlehrerin Sara Lang betreute, sind 18 Schwimmer. Übrigens: Die Ferientermine sind komplett voll. Wenn's wegen Gewitter Ausfälle geben sollte, sind keine Nachholtermine geplant. Bei Regen finden die Schwimmkurse natürlich statt.

Von unserem Redakteur Armin Seibert

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