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    Schlaflos in Kreuznach: Immer mehr leiden unter Störungen

    Schnell noch mal die neuesten Meldungen lesen, die E-Mails checken und Nachrichten beantworten – wer sich vor dem Schlafengehen noch ausgiebig mit dem Smartphone beschäftigt, läuft Gefahr, Schlaflosigkeit zu fördern. Das bestätigt eine Untersuchung der Universität Basel. LED-Licht hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonins. Wer davon zu wenig hat, findet nur schwer in den Schlaf.

    Schlafprobleme fördern Gefahrenmomente: Wer müde und unkonzentriert Auto fährt, riskiert Unfälle durch sogenannten Sekundenschlaf.  Foto: dpa
    Schlafprobleme fördern Gefahrenmomente: Wer müde und unkonzentriert Auto fährt, riskiert Unfälle durch sogenannten Sekundenschlaf.
    Foto: dpa

    Immer mehr Menschen leiden unter Schlafstörungen. In Rheinland-Pfalz hat sich der Anteil der Erwerbstätigen, die von sich sagen, nicht zufriedenstellend schlafen zu können, im Jahr 2016 auf 76 Prozent erhöht. Waren es im Jahr zuvor nur rund die Hälfte der Befragten, so sind es in diesem Jahr schon mehr als Dreiviertel.

    Auch der Landkreis Bad Kreuznach ist davon betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt der jährliche Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK Gesundheit. Das hat die Krankenkasse anhand einer Online-Befragung herausgefunden. „Das hat mehrere Gründe. Die Leistungsanforderungen im Alltag steigen, das System aus Arbeit und Privatleben übt mehr Druck auf die Menschen aus. Man muss dauernd erreichbar sein“, formuliert Christian Schulze, Allgemeinmediziner aus Winterburg, bei der Präsentation des DAK-Gesundheitsreportes, der das Jahr 2016 analysiert.

    Der Fachbegriff für Schlafstörungen aller Art heißt Insomnien. Diese gibt es in vielen Ausprägungen. Ständiges Aufwachen, erschwertes Einschlafen und sich morgens trotz ausreichender Schlafmenge erschöpft fühlen gehören dazu, in ihrer Kombination miteinander bilden sie die schwerste Form einer Insomnie.

    Zu einem der größten Risikofaktoren gehört die Arbeit. Wer viel und lange arbeitet sowie viel über seine Arbeit sinniert, schläft schlechter. Wer sich zudem in einem unsicheren Arbeitsverhältnis befindet, ebenso Schichtarbeit, wechselnde Arbeitszeiten und vor allem Nachtarbeit begünstigen Insomnien. Manche Probleme sind aber auch hausgemacht, informiert Mediziner Schulze. „81 Prozent der Befragten schauen abends Fernsehen, 74 Prozent hängen regelmäßig am Laptop, Tablet oder Smartphone. Das hemmt die Einschlaffähigkeit.“

    Eine überaus kurzfristige und gefährliche Einschlafhilfe sind Medikamente, die allermeist aus der Gruppe der Benzodiazepine stammen und Namen wie Tavor, Stilnox oder Lexotanil tragen. „Sie machen zwar müde und helfen beim Einschlafen, machen aber ebenso hochgradig abhängig und können keine dauerhafte Lösung sein“, mahnt Schulze zur Vorsicht im Umgang mit Schlafmitteln.

    „Ein schwieriges Thema. Wir bieten deshalb Schlafberatung über eine Hotline an“, erklärt Jens Bäcker von der DAK. Unter der Rufnummer 040/325 325 805 geben Mediziner Hinweise und Tipps. Die psychische Komponente spiele bei Schlafproblemen eine große Rolle. Körperliche Leiden, die es erschweren, eine gute Schlafposition zu finden, seien aber nicht zu vernachlässigen, findet Schulze.

    Gerade mal 6,9 Prozent der Betroffenen lassen sich ärztlich behandeln. Auf die Zahl der Krankschreibungen wirken sich Schlafprobleme folglich kaum aus.

    Trotzdem war die auch im Jahr 2016 im Landkreis Bad Kreuznach überdurchschnittlich hoch – im Vergleich zum rheinland-pfälzischen Wert. Im Landkreis ist die Zahl zwar von 5 Prozent auf 4,5 Prozent gesunken, im Schnitt waren 2016 also von 1000 Arbeitnehmern immer 45 arbeitsunfähig, im Land waren es hingegen nur 41. Im Ranking aller Landkreise belegt Bad Kreuznach damit einen der hinteren Plätze. Nur in den Landkreisen Frankenthal und in der Stadt Pirmasens waren mehr Menschen krank.

    Die Top-3-Liste der dafür verantwortlichen Krankheitstypen hat sich nicht verändert. Ganz oben stehen die Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems mit Rückenproblemen und Ähnlichem. An zweiter Stelle folgen psychische Erkrankungen, danach Störungen des Atmungssystems. Interessant: 4,4 Prozent der Erkrankungsfälle sind für 51 Prozent der Fehltage verantwortlich. Im Klartext: Eine geringe Zahl von Langzeitkranken zieht die Statistik nach unten.

    Von unserem Redakteur Marian Ristow

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