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    Bad Kreuznach

    Noch 4 Tage: Bei Bügler dreht sich alles um die Ponys

    Ein echtes Jubiläum feiert der Bad Kreuznacher Dominik Bügler (59) auf dem diesjährigen Jahrmarkt. Denn mit seinem Ponyreiten „Goldener Westen“ ist er nun schon zum 25. Mal auf dem Bad Kreuznacher Jahrmarkt vertreten.

    Bügler ist Schausteller durch und durch. Wer sein Quartier an der Bosenheimer Straße besucht, der atmet so etwas wie Jahrmarktsluft. Im Hof stehen die Schaustellerfahrzeuge und als besonderer Schatz ein wundervoll restaurierter Hanomag-Schlepper. Doch der eigentliche Schatz der Büglers sind 22 Ponys. Unter anderem Island-, Shetland- und Haflinger-Ponys. Sie sind einerseits sein Kapital, andererseits liebt er die Tiere. „Ich höre jedes Schnaufen meiner Tieren“, sagt er.

    Kein Wunder, denn während des gut einwöchigen Aufenthaltes im Stammquartier beziehen die Büglers nicht ihr Wohnhaus, sondern leben weiter im Wohnmobil nahe bei ihren Tieren.

    Stolz erzählt Dominik Bügler, dass er einer Schausteller- und einer Zirkusfamilie entstammt. Als kleiner Bub stand er noch mit dem Vater als Clown in der Manege. Als das Überleben des Wanderzirkus immer schwieriger wurde, gründete sein Vater 1965 einen Ponyreitbetrieb. In den 80er-Jahren gründete er einen eigenen Betrieb. 

    Heute ist er von Kehl im Süden bis hin in den hohen Norden mit seinen Ponys unterwegs. „Ein Teil meiner Tiere reitet zurzeit rund um die Reeperbahn“, sagt er. Damit meint er, dass einige Tiere seines Betriebes beim Volksfest Hamburger Dom dabei sind. Eigentlich könnte er sich ja ausruhen, doch die Familie sucht ständig neue Herausforderungen. Jüngstes Baby ist der „Gold Rusher“ eine Achterbahn für Kinder, die man in Italien gebaut hat und die Sohn Stefan betreibt.

    Bügler würde Kritikern gerne die Haltung seiner Tiere zeigen

    Doch die Ponys lassen den Senior nicht los. „Das ist ein ganz anderes Maß von Verantwortung“, so Bügler. Damit ist er bei einem Thema angekommen, das ihn verärgert, nämlich die Kritik der Gegner des Ponyreitens.

    Bügler entstammt einer Schausteller- und einer Zirkusfamilie. In den 80er-Jahren gründete er seinen eigenen Ponyreitbetrieb.
    Bügler entstammt einer Schausteller- und einer Zirkusfamilie. In den 80er-Jahren gründete er seinen eigenen Ponyreitbetrieb.

    Er wünschte sich, dass die Gegner sich mit ihm auseinander setzen würden. Bügler: „Doch leider wird die Kritik ausschließlich über die sozialen Medien transportiert.“ Er würde ihnen gerne die Haltung seiner Tiere zeigen. Im Quartier an der Bosenheimer Straße leben die Tiere in einem luftigen Stall. Zudem besitzt er für die Tiere noch eine Weide in der Region. Sind sie unterwegs, ist er bemüht, eine Weide für die Ponys zu pachten. Zudem hält er die Tiere im Offenstall, der laut eigenen Angaben so viel kostet, wie ein kleines Einfamilienhaus.

    Offenstall und soviel wie möglich auf die Weide

    Schon früh im Jahr organisiert er Futter für seine Ponys bei einem Landwirt in der hiesigen Region. Auch Einstreu wird frühzeitig geordert. Es gibt keine Anbindehaltung und die Ponys wechseln immer wieder die Laufrichtung. „Nach drei, vier Stunden ist der Arbeitstag der Tiere beendet - je nach Tagesverfassung auch früher“, informiert er.

    Doch trotz der Kritik ist er gerne Schausteller und freut sich auf den Jahrmarkt in seiner Heimatstadt. „Die Teilnahme am Jahrmarkt ist für das Image wichtig, wobei erst das Gesamtpaket der Märkte ökonomisch den Erfolg ausmacht“, sagt er.

    Doch für ihn ist Wirtschaftlichkeit nicht alles. So freut er sich daran, wenn ein Kind ein bestimmtes Pony immer wieder reiten möchte. Oft fragen Kinder gezielt nach, ob das Pony aus dem vergangenen Jahr auch wieder dabei ist. Wenn ein Pony dann gerade Pause hat, kommt so manches Kind zwei Stunden später wieder, um auf ihm zu reiten. Ein Liebling aller Kinder ist der „Jecky“. Mütter geraten übrigens oft ins Schwärmen, wenn sie ein weißes Pony mit schwarzen Flecken sehen und sich an den „Kleinen Onkel“ aus Pippi Langstrumpf erinnern.

    Auch Erwachsene wollen gerne mal streicheln - für manche der erste Kontakt zum Pferd

     Viele Mütter kommen heute schon mit Kindern, die selbst schon als Kinder unser Ponyreiten besucht haben. Bügler macht deutlich, dass sein Unternehmen nicht den Anspruch hat, Kindern das Reiten beizubringen. „Aber vielleicht wecken wir ja die Lust am Reiten.“ Zudem ist es für viele Besucher von Jahrmärkten insbesondere in den Städten der erste Kontakt mit einem Pony. Erwachsene fragen, ob sie das Tier mal streicheln dürfen. „Wenn man dann sieht, wie zaghaft manch einer streichelt, merkt man, die Person hat noch nie im Leben ein Pony gestreichelt.“ bj

    Zum 25. Mal ist auch die Bad Kreuznacherin Lore Loritz mit ihrem Pfeilwurfstand sowie für 50 Jahre Paula Roscher (Reibekuchen) aus Darmstadt und Alexander Schreiber (Waffelbäckerei) aus Göbrichen dabei. 

    Bad Kreuznach
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