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    Kreis Kusel kippt sein Konzept: Draisinen-System bleibt

    VG Bad Sobernheim. Drei Schritte vor, fünf zurück: Beinahe wäre Staudernheim als Draisinen-Startpunkt von der Landkarte verschwunden. Zumindest, wenn es nach dem Kreis Kusel gegangen wäre.

    Die 40 Kilometer lange Draisinenstrecke zwischen Staudernheim und Altenglan ist nach wie vor gefragt – vor allem jedoch bei Auswärtigen. Die Menschen aus dem Nahe-Glan-Raum nutzen die Draisinen in den vergangenen Jahren eher selten. Die Euphorie des Anfangs hat sich wohl gelegt.
    Die 40 Kilometer lange Draisinenstrecke zwischen Staudernheim und Altenglan ist nach wie vor gefragt – vor allem jedoch bei Auswärtigen. Die Menschen aus dem Nahe-Glan-Raum nutzen die Draisinen in den vergangenen Jahren eher selten. Die Euphorie des Anfangs hat sich wohl gelegt.
    Foto: Roswitha Kexel

    Dessen Idee, die Nahegemeinde nur noch als Wendepunkt zu nutzen, sorgte für hitzige Debatten – in der VG Bad Sobernheim, die sich mit diesem Kuseler Konzept vom Draisinen-Projekt vollends „abgeschnitten" wähnte.

    Montagnachmittag dann die Entscheidung im benachbarten Musikantenland, in dem Landrat Dr. Winfried Hirschberger (SPD) regiert: Es bleibt alles beim Alten, nichts wird geändert, verkündete Pressesprecher Ralf Rohe, und betonte auf unsere Nachfrage sofort: Nein, diese Entscheidung habe nichts mit einer am Morgen verbreiteten Anfrage der Landtagsabgeordneten Bettina Dickes (CDU) zur Draisinen-Zukunft zu tun. Sie sei gefallen, noch bevor man von der Anfrage erfahren habe.

    Dass nun alles bleibt wie es bislang war, schmeckt den Kuselern als Hauptkoordinator des 2000 begonnenen Draisinenprojektes auf der stillgelegten Bahnstrecke nicht. Zwar trägt sich der Betrieb der 67 Metallgefährte aus den Einnahmen, doch entstehen jährlich an die 40 000 Euro Transportkosten, weil die Draisinen abends ja per Lastwagen zurück zu den Startpunkten gebracht werden müssen.

    Das war ein Grund für die angedachte Neuregelung, wonach die Kunden praktischerweise ihre Draisinen strampelnd selbst wieder zurückgebracht hätten.

    Grund zwei: Die Eingleisigkeit der Bahnstrecke erlaubt es nur, an geraden Tagen von Staudernheim nach Altenglan zu düsen und an ungeraden von Altenglan nach Staudernheim. Das habe schon häufig zu Gäste-Kritik geführt, so Ralf Rohe weiter. Daher auch die Idee, den Start nach Lauterecken zu verlegen, wo man an allen Tagen in beide Richtungen hätte fahren können – morgens in Richtung Staudernheim und Altenglan und nachmittags jeweils zurück.

    Das aber hätte bedeutet, dass die auf Zeit geliehenen Draisinen rasch wieder zu den Startpunkten hätten zurückkehren müssen; ohne einen längeren Aufenthalt in Staudernheim, Rehborn oder Meisenheim. Denn dafür hätte den Fahrern schlicht die Zeit gefehlt. Doch gerade um Touristen zu halten, wurde das Projekt mit anfangs jährlich 12 000 und heute stabilen 10 000 Draisinen-Buchungen doch vor 13 Jahren gestartet: Touristen „draisinen" durchs Land, legen hier und da ein Päuschen ein und essen und trinken und kaufen...

    Was der Sprecher der Kreisverwaltung Kusel betonte: Der Plan, die Gleise des Staudernheimer Draisinen-Punktes bis zum wenige Hundert Meter entfernten modernisierten Bahnhof zu verlängern und damit den ÖPNV-Anschluss zu erreichen, lägen keineswegs auf Eis: „Der Vorgang ist nach wie vor aktuell", so Ralf Rohe, „es handelt es sich nun mal um ein aufwendiges Genehmigungsverfahren."

    Nachdem der Kreis Kusel sein neues Konzept am Montag gekippt hatte, nahm der VG-Rat Bad Sobernheim, der eine Resolution dagegen verabschieden wollte, das Thema von seiner nicht   öffentlichen Tagesordnung. Auch das bereits September anberaumte Draisinen-Gespräch der beiden Landräte Franz-Josef Diel (CDU) und Dr. Winfred Hirschberger (SPD) wurde abgesagt. Stefan Munzlinger

    Kurzkommentar des "Oeffentlichen":

    Keine Alleingänge mehr

    Warum bei einer Idee bleiben, die am Ende nur zu einem führt: Zoff?! Dann lieber mit den anderen Akteuren neu denken. Höchste Zeit, dass der kleine Kreis Kusel – seine Übernachtungszahl liegt pro Jahr bei 75 000; die der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim bei 258 000 – die Absicht, den Draisinen-Startpunkt Staudernheim abzuschaffen, nach druckvollen Reaktionen seiner Nachbarn aufgegeben hat. Und jetzt überlegt alle, wie ihr die Schwachpunkte des Draisinen-Alltags beseitigen könnt – gemeinsam und nicht wieder einer im Alleingang! Stefan Munzlinger

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