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Bad Kreuznach

Kennzeichen? Ja, aber...: Verkehrschaos wird zum Schildbürgerstreich

Cordula Kabasch

Das Verkehrschaos in der Bad Kreuznacher Hofgartenstraße rund um die Grundschule und zwei Kitas hält an – und beunruhigt nach wie vor Eltern, die um die Sicherheit ihrer Kinder fürchten. Obwohl der Planungsausschuss bereits am 20. Juni sogenannte harte Maßnahmen beschlossen hat, um die Situation zu beruhigen, ist bislang nichts davon umgesetzt worden.

Eine alltägliche Szene vor der Hofgartenschule Nummer 14: Stau ist an der Tagesordnung.  Archivfoto: Stefan Munzlinger
Eine alltägliche Szene vor der Hofgartenschule Nummer 14: Stau ist an der Tagesordnung. Archiv
Foto: Stefan Munzlinger

Schulelternsprecher Kadir Yürekli ist besorgt: „Muss erst ein Unfall passieren, ehe die Verwaltung reagiert?“, fragt er.

Denn zu den Bring- und Abholzeiten stauen sich die Autos in der Hofgartenstraße nach wie vor. Fahrer wenden direkt vor den Schulgebäuden, setzen zurück bis auf den Gehweg oder stehen mitten im Parkverbot. Dazwischen wuseln Kinder herum: Ein alltägliches Bild vor den beiden Schulgebäuden Nummer 14 und 70.

Rund 1180 tägliche Autofahrten zählten die Verkehrsexperten vom Büro Planersocietät in Dortmund, das von der Stadt mit einer Expertise beauftragt wurde. Rund 600 Kinder besuchen die drei Einrichtungen, die alle auf einer Strecke von wenigen Hundert Metern liegen: die Kita Ilse-Staab im Rosengarten, der evangelische Matthäus-Kindergarten und die Grundschule Hofgartenstraße 14 sowie 70.

Erst die Schilder, dann die Markierung – das muss so sein!

Ein Zustand, den Kadir Yürekli in einem Wortspiel als „Schildbürgerstreich“ bezeichnet. Schließlich hängen alle Maßnahmen, die eigentlich in den Herbstferien umgesetzt werden sollten, von der Lieferung von insgesamt 65 Verkehrsschildern ab, darunter etliche Sonderanfertigungen. Zunächst gab es Verzögerungen beim herstellenden Werk. Dann hieß es: Als die bestellte Ware eintraf, war sie fehlerhaft. Auf Nachfrage teilte Stadtsprecher Hansjörg Rehbein nun mit, dass die Schilder an diesem Donnerstag losgeschickt und sodann „in einem Rutsch“ angebracht werden sollen.

„Abhängig ist das Ganze jedoch von den begleitenden Markierungen auf den Belagsoberflächen“, schränkt Rehbein ein. „Hierzu muss eine trockene Witterung und eine bestimmte Temperatur vorherrschen.“ Ohne Schilder seien die Fahrbahnmarkierungen nicht rechtskräftig. Deswegen müsse die Reihenfolge eingehalten werden.

Also heißt es erneut für Eltern und Kinder: Geduld ist gefragt. Die beweisen die Betroffenen indes schon lange. Die Verwaltung reagierte nämlich zunächst mit einigen wenigen sogenannten weichen Maßnahmen auf das Verkehrschaos. Ein Fußgängerüberweg in der Stromberger Straße und Tempo 30 im nördlichen Stadtteil reichten jedoch nicht aus, um an der verfahrenen Situation etwas zu ändern.

Appelle der Oberbürgermeisterin und der Schulleitung an die Eltern, das Auto doch stehen zu lassen, verhallten weitgehend ungehört. Daraufhin wurde im Juni im Planungsausschuss beschlossen, die im Gutachten empfohlenen harten Maßnahmen umzusetzen, und zwar zunächst testweise für ein halbes Jahr, da sich aus Kreisen der Anwohner, des Winzerverbandes und der Matthäuskirchengemeinde Widerstand gegen die Pläne gebildet hatte.

In den vergangenen Herbstferien sollte unter anderem mit folgenden Maßnahmen begonnen werden:

  • Einrichtung eines Fußgängerüberwegs an der Dessauer Straße und von Kiss-and-ride-Parkplätzen vor der Hofgartenstraße 14
  • Umwandlung von Steinweg und Rosengarten in Einbahnstraßen
  • Ausweisung einer Tempo-30-Strecke auf einem Teilabschnitt der Rüdesheimer Straße sowie Tempo 10 vor der Kita Ilse Staab
  • provisorische Verengung der Fahrbahn mit schwenkbaren Verkehrsinseln am Standort Hofgartenstraße 70.

Vor allem die Einrichtung des Fußgängerüberwegs in der Dessauer Straße wird sich noch bis ins kommende Jahr hinziehen, da dieser eine Beleuchtung erfordert und die Mittel dafür erst im Haushaltsjahr 2018 vorgesehen sind. Die Kosten all dieser Maßnahmen liegt bei rund 10.000 Euro. Klar ist jedenfalls, dass der Schulelternbeirat zeitnah sehen möchte, dass sich etwas tut. „Ich lasse meine Tochter morgens nicht allein zur Schule gehen“, sagt Kadir Yürekli dazu. „Das ist mir einfach zu gefährlich.“

Von unserer Redakteurin Cordula Kabasch

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