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Kirn

Jawort im Gewölbe: Paare lieben das Ambiente der Kirner Kyrburg

Sebastian Schmitt

Romantischer hätte es kaum sein können: Sven Wolf und Melanie Lorenz (35) heirateten am Samstag auf der Kirner Kyrburg – standesamtlich. Das Wahrzeichen der Nahestadt war für das in Ulm lebende Paar der ideale Ort, um sich das Jawort zu geben. Die kirchliche Trauung erfolgt im Sommer im Ulmer Münster.

Herzlichen Glückwunsch: Sven Wolf und die gebürtige Meddersheimerin Melanie Lorenz (35) heirateten am Samstag auf der Kirner Kyrburg – eines von rund 40 Paaren, die die Burg für ihr Jawort wählen. Das Paar lebt in Ulm, wo es im Sommer kirchlich heiraten wird.  Foto: Sebastian Schmitt
Herzlichen Glückwunsch: Sven Wolf und die gebürtige Meddersheimerin Melanie Lorenz (35) heirateten am Samstag auf der Kirner Kyrburg – eines von rund 40 Paaren, die die Burg für ihr Jawort wählen. Das Paar lebt in Ulm, wo es im Sommer kirchlich heiraten wird.
Foto: Sebastian Schmitt

Die Kyrburg hat mit der Möglichkeit, hier in den Stand der Ehe treten zu können, einen weiteren Pluspunkt gewonnen. Heiraten? Gern, aber am „schönsten Tag im Leben“ soll das Ambiente stimmen. Immer weniger Paare geben sich das Jawort im Rathaus.

2017 baten bisher mehr als zwei Drittel aller Paare den Standesbeamten ins Trauzimmer auf der Kyrburg. Jährlich sind es 60 bis 70 Brautpaare, die sich in Kirn trauen, nur 21 von ihnen im Rathaus. Die große Mehrheit entscheidet sich für das Trauzimmer auf der stadteigenen Burg – zuletzt tauschten dort Sven Wolf und Melanie Lorenz die Ringe. Das Paar steht für eine Generation, für die Begriffe wie Liebe, Treue und Zuversicht keine altmodischen Worte sind. Kennengelernt haben sie sich via Internet. Persönlich trafen sie sich zum ersten Mal am 22. Januar 2012 zu Hause bei Sven.

Das Brautpaar ist reisebegeistert, die Malediven, Island oder die Bergwelt wurden in den vergangen Jahren gemeinsam besucht, in die Flitterwochen geht es nach Japan. Sechs Monate Vorbereitungszeit gönnte sich das Paar, bis sich auch die Verwandten kennenlernten. „Das ist mittlerweile bei jeder zweiten Hochzeitsgesellschaft so. Wir hatten uns am 27. April zum Gespräch getroffen“, sagte Standesbeamtin Jolanta Werle. Sie erklärte das Wichtigste zur Historie der Burg und sprach die Worte, auf die Braut und Bräutigam sowie ihre Gäste warteten. Es folgten die Unterschriften, der Ringetausch, der erste Kuss als Ehepaar und das Vorlesen der Niederschrift. In all diesen Punkten unterscheidet sich eine Trauung im historischen Ambiente nicht von denen im Standesamt. Dann verließen Sven und Melanie das romantische Brautzimmer und wurden draußen von ihren Freunden mit Sekt und einem Geburtstagsständchen für die Braut empfangen, bevor abends der Polterabend in Melanies Heimatdorf Meddersheim stattfand.

Das Trauzimmer, das es seit 1999 im Burggewölbe gibt, lädt durch seine gute Akustik dazu ein, die Trauung musikalisch zu umrahmen, diesmal von Maria Schuster aus Seesbach. Trauungsrekordtag auf der Kyrburg war der 5.5.2005: Damals fiel der 5. Mai auf Christi Himmelfahrt, weshalb die meisten Standesämter geschlossen hatten, aber nicht in Kirn. Aufgrund starker Nachfrage war es geöffnet: sechs Trauungen an einem Tag – die erste um 9.30 Uhr, die letzte um 18.30 Uhr. 2018 schließen am 4. August gleich vier Paare vor Standesbeamtem Hans-Dieter-Hermes auf der Kyrburg die Ehe. In den Wintermonaten wird die Einrichtung von den Bauhof-Mitarbeitern eingemottet. Nicht nur Kirner reizt das Ambiente der Ruine. Von München bis Flensburg: Paare aus ganz Deutschland heirateten schon auf der Kyrburg.

Ganz ohne Papierkram geht's nicht: Wenn Auswärtige in Kirn heiraten wollen, müssen sie eine Genehmigung des Heimatstandesamtes vorlegen, erklärt Jolanta Werle. „Drei Viertel aller Kirner Trauungen werden inzwischen auf der Kyrburg vollzogen“, sagt Werle. Die „klassische Heiratssaison“ ist von Mai bis Juli, die Saison auf der Kyrburg läuft von April bis Oktober. In dieser Zeit bietet die Stadt Kirn zwei Samstage im Monat für Trauungen an. Der Standesbeamtin schwärmt: „Routine kenne ich nicht, denn jede Trauung ist für mich etwas Besonderes, etwas Anderes.“ Jedes Paar habe die Möglichkeit, eine individuelle Traurede zu bekommen – pointiert, aber Ernsthaft, verspricht Jolanta Werle. Man müsse lediglich ein paar Tage vor der Zeremonie einen eigenen Text abgeben.

Vier Standesbeamte, die Trauungen vornehmen dürfen, zählt die Nahestadt derzeit. Neben Jolanta Werle kann man auch von Stadtbürgermeister Martin Kilian, Viktoria Guggenberger und Hans-Dieter-Hermes getraut werden.

Von unserem Mitarbeiter Sebastian Schmitt

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