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Sponheim/Nahe-Hunsrück

Heimatgefühle im WM-Finale: Stammt Kroatiens Wappen aus Sponheim?

Stefan Butz

Wenn morgen Kroatien gegen Frankreich im Fußball-WM-Finale steht, stehen sich zwei Teams gegenüber, deren Länder vieles mit unserer Region zu tun haben. Die Franzosen schickten immer wieder Truppen bis an den Rhein. Und die Sponheimer exportierten möglicherweise ihr rot-weißes Schachbrettwappen nach Kroatien. Das ist zumindest die Theorie des Heimathistorikers Uwe Anhäuser.

In die offizielle Geschichtsschreibung hat es die Position des Bundenbachers, der im Hauptberuf Reiseschriftsteller war, nicht geschafft. Trotzdem spricht einiges für seine These.

Los geht alles mit Siegfried und dem etwas nebulös bleibenden Stephan von Sponheim. Beide sollen in Sponheim am Soonwaldrand das Licht der der Welt erblickt haben – wohl nach dem Jahr 1000. Ob sie Brüder waren? Während Stephan wohl die Grafschaft Sponheim aufbaute, wurde Siegfried zum Stammvater der Kärntner Linie der Sponheimer und auch Herrscher über Kärnten und die Ungarische Mark. Sein Sohn Engelbert sicherte sich im späten 11. Jahrhundert die Markgrafschaft Istrien – eine Halbinsel, die heute größtenteils zu Kroatien gehört.

Wie eng und vielschichtig das Sponheimer Netzwerk war, zeige die Geschichte von Richardis von Sponheim, berichtet Anhäuser. Die Grafentochter aus dem Inngau ehelichte Siegfried von Sponheim, war Mutter des Stephan II. von Sponheim im Soonwald, ein anderer Sohn wurde Burggraf von Magdeburg. Als sie, „die erste Pilgerin“, starb, wurde ihr Leichnam in Sponheim und in Magdeburg aufgebahrt und in Kärnten begraben, berichtet Anhäuser.

Das 11. Jahrhundert gilt auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reichs, wozu damals Sponheim, Kärnten und Istrien gehörten, als Jahrhundert der Stadtgründungen, so Anhäuser weiter. Die Sponheimer Stadtrechte galten als fortschrittlich und seien gerne übernommen worden in den Landen der weit verzweigten Familie – und darüber hinaus. Das rot-weiße Schachbrett, das Stammwappen der Sponheimer, muss damals mit übernommen worden sein.

Ob das so war? Als gesichert gilt, dass das erste kroatische Wappen aus dem Jahr 1495 stammt und in der Innsbrucker Altstadt an einem Gewölbe prangt. Doch schon Siegfried I. erlangte großen Besitz in Tirol. Selbstverständlich könnte auch die offizielle Vermutung, wie das Wappen entstand, stimmen: dass die Kroaten ihr Schachbrett erhielten, weil Kroat' so ähnlich klingt wie Quadrat. Dann doch lieber die Sponheimer Geschichte.

Von unserem Reporter Stefan Butz
Bad Kreuznach
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