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    Bad Kreuznach

    Fahndung nach Bewerbern: Polizei informierte

    Bei der Polizei arbeiten, das wünschen sich nicht wenige junge Leute. Der Eignungstest hat es allerdings in sich.

    Zwei, die liebend gern Polizistinnen sein möchten: Sarah Pasdzior aus Hargesheim und Jasmin Baumgärtner (rechts) aus Hergenfeld informieren sich bei Polizeihauptkommissar Alois Mayer über die Voraussetzungen zur Bewerbung mit mittlerem Bildungsabschluss.
    Zwei, die liebend gern Polizistinnen sein möchten: Sarah Pasdzior aus Hargesheim und Jasmin Baumgärtner (rechts) aus Hergenfeld informieren sich bei Polizeihauptkommissar Alois Mayer über die Voraussetzungen zur Bewerbung mit mittlerem Bildungsabschluss.

    Von unserer Redakteurin Cordula Kabasch

    Ruhig ist es in den Räumen der Berufsbildenden Schulen Wirtschaft (BBS) an der Rheingrafenstraße in Bad Kreuznach. Und das, obwohl sich in sechs Klassenzimmern insgesamt 170 junge Leute aufhalten, die alle den gleichen Traum haben: Sie möchten Polizisten werden, und viele von ihnen würden am liebsten künftig bei der Kripo Dienst schieben. Bis dahin ist es für sie allerdings noch ein weiter Weg.

    Übungen fürs Auswahlverfahren

    Vielleicht haben sie am Samstag den ersten Schritt getan auf ihrem Weg zum Traumjob. Beim Bewerbertraining für den Polizeiberuf in der BBS in Kooperation mit dem Polizeipräsidium Mainz bekommen die Jungen und Mädchen, die meisten zwischen 15 und 17 Jahre alt, einen ersten Einblick, wie das Auswahlverfahren bei der Polizei Rheinland-Pfalz läuft. In der Aula macht Polizeihauptkommissar Alois Mayer von der Polizeidirektion Bad Kreuznach dem Auditorium jedenfalls gleich zu Beginn klar, dass die Durchfallquote nicht gerade niedrig ist. „Der Polizeiberuf hat hohe Anforderungen in psychischer wie physischer Hinsicht.“

    Alois Mayer muss es wissen, denn er bildet an der BBS Wirtschaft bereits seit 2008 in einem zweijährigen Ausbildungsgang junge Menschen zum „staatlich geprüften Assistenten für Polizeidienst und die Verwaltung“ aus, wobei die Anwärter gleich auch das Fachabitur erwerben. Danach können sie am Campus Hahn an der Hochschule der Polizei einen Bachelorstudiengang aufnehmen.

    Doch für den Ausbildungsgang an der BBS stehen maximal 32 Plätze zur Verfügung, und da werden die Bewerber auf Herz, Nieren und Verstand geprüft. Alle verlassen nacheinander die Aula, werden in sechs Gruppen eingeteilt – und ab geht es zum Diktat, zum Konzen-trationstest, zur Analogienbildung, zur Station „Arbeiten mit Zahlen“. Oder zum Merkfähigkeitstest.

    Alle sind konzentriert bei der Sache

    In jedem Klassenraum bietet sich das gleiche Bild: Mädchen und Jungen sitzen konzentriert an den Tischen und versuchen, möglichst viele Aufgaben richtig zu lösen. „Ihr habt drei Minuten Zeit“, sagt Polizeikommissar Kevin Lang-Lajendecker, der zusammen mit seinem Kollegen Daniel Harnecker den Merkfähigkeitstest abhält. Die jungen Leute müssen sich einen kurzen Text einprägen. Danach wird abgefragt, welche Infos hängen geblieben sind.

    „Wie viel darf man denn falsch beantworten?“, fragt ein Teilnehmer. Doch das kann man so nicht sagen, erfährt er. „Es gibt Teile im Auswahlverfahren, da darf man nicht durchfallen. Und es gibt welche, da kann man Schwächen durch Stärken in anderen Bereichen ausgleichen“, erklärt ihm Polizeikommissar Daniel Harnecker. Und er erzählt auch gleich, wie sein Auswahlverfahren ablief: „Wir mussten uns ein Bild einprägen. Und dann wurden wir gefragt, an was wir uns erinnern können.“Das könne man auch zu Hause üben, empfahl er den jungen Leuten.

    Zur gründlichen Vorbereitung auf das Auswahlverfahren rät auch Alois Mayer. „Der Sporttest und der Arztcheck bereiten oft ganz schöne Probleme“, weiß er. Den Lauftest schaffen leider nicht alle Bewerber. Und das Belastungs-EKG (Elektrokardiogramm) beim Arzt fällt auch für viele nicht so aus, wie es sollte.

    Zwei, die das Auswahlverfahren unbedingt schaffen möchten und deswegen das Bewerbertraining mitmachen, sind Sarah Pasdzior (16) aus Hargesheim und Jasmin Baumgärtner (15) aus Hergenfeld. Das Training und die Aufgaben finden sie nicht so schwer, und so hoffen sie auf einen Ausbildungsplatz bei der Polizei. „Wir wollen für Gerechtigkeit sorgen und Menschen in Not helfen“, erklärt Sarah den Berufswunsch der beiden. Polizeihauptkommissar Alois Mayer weiß, dass dazu einiges gehört, und das sagt er in der Aula ganz offen: „Man kommt an einen Unfallort, und da schreien Menschen, oder es gibt sogar Tote“, erklärt er. Situationen also, die belastend sind.

    Selbstcheck: Dem Job gewachsen?

    Deswegen sollen alle jungen Leute, die sich für den Polizeiberuf interessieren, einen Selbstcheck machen, ob sie dem Polizeialltag gewachsen sind. Ein Fragebogen hilft ihnen dabei. Zu lesen ist dort etwa: „Ich spreche ruhig mit Menschen, die mich anschreien oder beleidigen.“ Oder: „Ich spreche mit einer Person, die sich selbst töten will.“ Durch Ankreuzen geben sie an, wie sie sich dabei fühlen würden.

    In der Pause können sich die jungen Leute im Foyer mit Kuchen und Getränken versorgen. Da ist noch einmal Zeit für Fragen an die Profis. „Ich habe ein kleines Tattoo am Handgelenk. Muss das weg?“, möchte Sarah von Mayer wissen. Der bejaht. Auch Kleinigkeiten müssen schließlich stimmen, ehe aus der jungen Frau eine gestandene Polizistin wird.   

    Bad Kreuznach
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