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    Empfang mit 100 Gästen: Ehemalige Deutsche Weinkönigin Edelgard Bauer-Finter wird 60

    1975/76 trug sie die Krone der Deutschen Weinkönigin: Edelgard Bauer-Finter. Am Samstag, 2. Mai, feiert sie ihren 60. Geburtstag. Beim Empfang werden 100 prominente Weggefährten und Freunde im heimischen Weingut erwartet.

    Edelgard Bauer-Finter vor dem heimischen Weingut in Kirschroth mit einem gerahmten Foto von 1975/76, als sie die Krone der Deutschen Weinkönigin trug. Heute feiert sie ihren 60. Geburtstag mit einem Empfang. Das Foto gehört zu einer Ausstellung, mit der Gäste im Haus der Familie willkommen geheißen werden.
    Edelgard Bauer-Finter vor dem heimischen Weingut in Kirschroth mit einem gerahmten Foto von 1975/76, als sie die Krone der Deutschen Weinkönigin trug. Heute feiert sie ihren 60. Geburtstag mit einem Empfang. Das Foto gehört zu einer Ausstellung, mit der Gäste im Haus der Familie willkommen geheißen werden.
    Foto: Stefan Munzlinger

    Sie bittet ihre Gäste um Spenden für die Kinderkrebshilfe Mainz. Wir sprachen mit der Hauswirtschaftsmeisterin und ausgebildeten Winzerin.

    60 Jahre und ein bisschen weise - oder doch ein wenig mehr?

    Ich fühle mich schon weiser. Das Amt der Deutschen Weinkönigin hat mich sehr geprägt und zu meiner Persönlichkeitsbildung beigetragen. Durch den frühen Tod meiner Eltern prägte mich natürlich auch die Verantwortung für den Hof und die Familie. Da wir nach 250 Jahren zum ersten Mal keinen männlichen Hofnachfolger zur Verfügung hatten, bestimmte mein Großvater, dass ich als Sechsjährige, die zweite von drei Schwestern, zur „Erbhof-Bäuerin“ auserkoren werden sollte. Mein Traditionsbewusstsein in der neunten Generation ließ mich dann später, nach Meisterprüfung und Besuch der damaligen Landwirtschaftsschule, zur engagierten Geschäftspartnerin, auf Augenhöhe mit meinem zweiten Sohn Holger (33), dem jetzigen Betriebsleiter, werden. Von Mutter auf Sohn funktioniert die Zusammenarbeit weit besser als von Vater auf Sohn. Wir setzen auf Nachhaltigkeit - das beginnt bei Solaranlage und Holzhackschnitzelheizung und reicht bis zu Zelluloseröhren als Wildbissschutz bei Reben, Zuckerrohrfaserkorken, die zu 100 Prozent kompostierbar sind, und Klammern aus Maisstärke, um die Wingertsdrähte zusammenzuhalten.

    Der 60. Geburtstag: Fällt Ihnen das „Runden“ schwer?

    Nein, die 60 fällt mir nicht schwer, ich muss mir nichts mehr beweisen. Bei guter Gesundheit darf ich den wundervollen Beruf der Winzerin ausüben und bin glückliche Großmutter zweier Enkel. Außerdem bin ich gut eingebunden ins Vereinsleben, in den Gemischten Chor, den Sportverein und seit 22 Jahren als Landfrauenvorsitzende - all das lässt mich dankbar zurückblicken.

    Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit als Deutsche Weinkönigin, was wirkt bis heute nach?

    Die wunderbaren Begegnungen mit interessanten Persönlichkeiten wie dem damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel oder Wirtschaftsminister Dr. Hans Fridrichs. Dann der Besuch im Elysee Palast bei Präsident Francois Mitterrand. Beim EG-Gipfel in Maastricht lernte ich meinen Mann Joachim kennen. Gern erinnere ich mich an meinen ersten Anstoß eines Fußballspiels bei Hertha BSC im Olympiastadion, womit ich doch leicht überfordert war ...

    Was unterscheidet die einstigen Majestäten von den heutigen?

    Das Amt der Deutschen Weinkönigin wurde damals mehr geachtet als heute. Die Anrede war stets „Ihre Majestät“, obwohl ich auch schon mal mit „Hochwürden“ oder „Eminenz“ angeredet wurde. Strenge Terminplanungen und Protokolle waren an der Tagesordnung. Heute sind die Weinköniginnen oft auf sich allein gestellt und wissen meist nicht, wie und wo sie überall eingesetzt werden.

    Ist das Amt der Weinkönigin heutzutage noch „up to date“?

    Als Botschafterinnen des Berufsstandes ist es das auf jeden Fall, besonders wichtig ist es für den an Bedeutung ständig gewinnenden Tourismus. Leider hat das Amt aber an Popularität verloren, bedingt durch die Schwemme der anderen Branchenköniginnen.

    Was läuft gut mit dem Nahewein, was weniger gut?

    Durch die Vielfalt der Bodenarten in unserem Anbaugebiet haben wir natürlich tolle, interessante, fruchtige Weine zu bieten. Der selbst vermarktete Anteil ist an der Nahe am höchsten von allen Weinbaugebieten. Unser Jungwinzer Holger - er hat eine umfassende Ausbildung im Staatsweingut Bad Kreuznach durchlaufen - hat, stellvertretend für viele andere, wesentlich dazu beigetragen. Bemerkenswert ist, dass die Zahl der Winzerbetriebe in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen ist.

    Selbstvermarkter oder Genossenschaftswinzer - gibt es einen Königsweg im Weinbau?

    Jeder Winzer hat seine Philosophie und seine betriebliche Struktur. Einen Königsweg gibt es nicht. Der selbst vermarktende Winzerbetrieb ist sehr zeitaufwendig, lässt dem Betriebsleiter aber mehr Kreativität. Da die Auszahlungen der Genossenschaften in den Vorjahren kostendeckend und lukrativer geworden sind, ist die Mitgliedschaft eine gute Lösung für Betriebe mit geringem Arbeitskräftebesatz.

    Was muss man Kunden bieten, welche Rolle spielen Marketing und Hof-Präsentation? Und: Wie nehmen Ihre Gäste das Naheland wahr?

    Wein sollte, verstärkt durch den Tourismus, als Event vermarktet werden in unserer herrlichen Landschaft. Wir haben in unserem Betrieb damit die besten Erfahrungen gemacht, etwa mit Weinbergsrundfahrten oder mit der Verbindung Wein und klassische Musik, wir haben eine Ausstellung mit Requisiten aus meiner Zeit als Weinkönigin erstellt und ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen, beispielsweise das Betriebslogo mit 20 Meter großen Buchstaben in die eigene, dem Dorf nahe Wiese eingepflügt (siehe Google Earth Kirschroth; „live“ sehr gut zu sehen von der Weinbergsseite). So bleibt der Besuch an der Nahe in Erinnerung.

    Wie hat sich das Netzwerk der Weinköniginnen entwickelt, ist Ihr Rat bei den Institutionen gefragt?

    Durch regelmäßige Treffen, profitieren die jüngeren von den Erfahrungen der älteren Weinköniginnen. Mittlerweile haben wir bereits drei Generationen Weinköniginnen vereint. Besondere Freude haben wir bei der jährlichen Ernte des Königinnenweinbergs, am Norheimer Kafels samt einer großen Präsentation zu einem späteren Zeitpunkt im Staatsweingut Bad Kreuznach. Dazwischen stehen wir ständig per E-Mail in einem guten Kontakt.

    Die Fragen stellte Stefan Munzlinger

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