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    Niederhausen

    Die Fische sollen am Niederhäuser Nahewehr eine Fischtreppe bekommen

    Am Wasserkraftwerk Niederhausen soll noch 2011 mit dem Bau einer Fischwechselanlage mit Auf- und Abstiegshilfen begonnen werden. Damit ist zwar eine große Barriere für Wanderfische wie Aal, Lachs und Meerforelle beseitigt. Doch an der unteren Nahe gibt es in Sponsheim, Laubenheim und Gensingen noch große Mühlenwehre.

    Am Niederhäuser Wehr soll nun eine Fischwechselanlage gebaut werden. Der Konflikt zwischen Technik und Natur war mit ein Grund für die jahrelange Debatte über eine optimale Lösung.
    Am Niederhäuser Wehr soll nun eine Fischwechselanlage gebaut werden. Der Konflikt zwischen Technik und Natur war mit ein Grund für die jahrelange Debatte über eine optimale Lösung.
    Foto: Josef Nürnberg

    Niederhausen - Am Wasserkraftwerk Niederhausen soll noch 2011 mit dem Bau einer Fischwechselanlage mit Auf- und Abstiegshilfen begonnen werden. Damit ist zwar eine große Barriere für Wanderfische wie Aal, Lachs und Meerforelle beseitigt. Doch an der unteren Nahe gibt es in Sponsheim, Laubenheim und Gensingen noch große Mühlenwehre.

    Viele Wehre verhindern noch, dass Gewässer der Naheregion als eines der wichtigsten Laichgebiete der Rheinanliegerstaaten seine einstige Bedeutung zurückerhält. Die Fischereiverbände kämpfen deshalb darum, dass es nach dem Projekt Niederhausen an der ganzen Nahe weitergeht. An der oberen Nahe und den Nebenflüssen wurden in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Fischtreppen gebaut. Diese sind erst ihr Geld wert, wenn die Fische den Unterlauf unbeschadet passieren können. Heinz Günster, Präsident des Landesfischereiverbands, begrüßt die von Umweltministerin Ulrike Höfken gemachte Bauzusage in Niederhausen (wir berichteten). Er hofft, dass damit auch ein verletzungs- und tötungsfreier Abstieg der Fische am Wehr ermöglicht wird: „Sonst hat das keinen Wert.“
    Beim Fischaufstieg soll entlang des Betriebswegs der RWE eine Verbindung vom Unterwasser am Auslauf der Turbinen zum Oberwasser beim Einlauf in den Triebwerksgraben hergestellt werden. Auch ein Fischabstiegskanal ist geplant. „Der Aufstieg ist heute relativ einfach zu bauen“, weiß Günster. Man wisse, welche Beckengrößen zwischen den Treppen etwa für die Großsalmoniden nötig seien. Beim Abstieg hofft der Experte, dass eine Anlage mit Schrägrechen und horizontal angelegten Stäben realisiert wird. Damit hat man in Halle/Saale und weiteren Wehren in den neuen Bundesländern gute Erfahrungen gemacht.
    Das bestätigt Lothar Jörgensen von der oberen Fischereibehörde (SGD Nord) in Koblenz. Auf- und Abstieg am Niederhäuser Wehr sind zwei paar Schuhe. Jörgensen: „Der Aufstieg ist fachlich sauber und einwandfrei dargestellt, berücksichtigt den Rückstau des unterliegenden Wehres und das Würfelnattervorkommen.“ Beim Abstieg soll es eine Art Planerwettbewerb geben. Das Planungsbüro habe einen Vorschlag gemacht, doch womöglich sei das optimierbar.
    Jörgensen: „Momentan führt der Abstieg der Fische nur durch die Turbine mit hoher Schädigungsrate.“ Der Aufstiegskanal als Treppe nach unten werde von Fischen nur selten und zufällig gefunden. Dort ist die Lockströmung nicht stark genug. Die abschließende Entscheidung der RWE als Wehrbetreiber sei auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit, weiß Jörgensen. Denn die ökologische Verbesserung am Wehr führe zur Mehrvergütung des dort erzeugten Stroms.
    Die Abstiegsfrage solle spätestens bis zur Neukonzessionierung des Wasserrechts geklärt sein, heißt es im Umweltministerium. Jörgensen hofft, dass es bald eine Lösung gibt, denn seit 1991 sei er schon damit befasst – damals als Beauftragter der Bezirksregierung. Auch Hans-Walter Spindler, der als Kreistagsmitglied seit Jahren Anfragen zum Wehr gestellt hat, hofft, dass es vorangeht und das Wehr bald keine unüberwindbare Hürde darstellt. Heinz Günster denkt weiter: Wenn das Wehr in Niederhausen funktioniert, müssen die Wehre in Bad Kreuznach an der Salinenbrücke und Thressmühle entschärft werden. Günster: „Vorher kann man nicht von Ökostrom reden.“
    In Gensingen an der Rumpf-Mühle erwartet der Fischereipräsident die optimale Lösung: Aufstieg durch einen Nahe-Seitengraben, der direkt hinter dem Wehr beginnt und nicht wie geplant 300 Meter unterhalb. Und: Abstieg mit dem Schrägrechen-Prinzip. Der sei auch leichter zu reinigen als die herkömmlichen Anlagen, weiß der Experte Jörgensen. Dann fehlt nur noch der Einstieg von Aal, Meerforelle und Lachs in die Nahe. Denn an den Mühlen in Laubenheim und Sponsheim klemmt es noch. „Umweltministerin Höfken hat uns Hilfe versprochen“, beruft sich Günster auf die kürzlich erhaltene Zusage. Dann kann die Nahe endlich ihre Rolle ausspielen. Die Internationale Kommission zum Schutz des Rheines sieht sie als eines der wichtigsten Laichgebiete für Lachs und Meerforelle.

    Bad Kreuznach
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