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Bad Kreuznach

Deckensturz im Bad Kreuznacher Justizzentrum: Ursachenforschung läuft

Wie konnte es dazu kommen, dass im neuen, erst im September 2017 eingeweihten Justizzentrum in der John-F.-Kennedy-Straße in der Nacht von Montag auf Dienstag in einem Gerichtssaal Teile der hölzernen Deckenpaneele heruntergefallen sind? Und wie ist die Pannenserie in dem Neubau zu erklären?

Im neuen Justizzentrum läuft längst noch nicht alles rund.  Foto: Ch. Jäckel
Im neuen Justizzentrum läuft längst noch nicht alles rund.
Foto: Ch. Jäckel

Die Schadensanalyse und Ursachenforschung laufe noch, berichtet der Landesbetrieb Liegenschaften und Baubetreuung (LBB) auf Anfrage des „Oeffentlichen“. Weil dazu Ortstermine, Gespräche und Abstimmungen mit mehreren Beteiligten notwendig seien, „können wir seriös noch keinen Zeitpunkt nennen, zu dem das Ergebnis der Untersuchung feststeht“.

Bei einer aufgrund des Vorfalls vorgenommenen Überprüfung aller Decken in dem neuen Gebäude waren an mehreren Paneelen Verformungen entdeckt worden, unter anderem im Schwurgerichtssaal und drei weiteren Gerichtssälen. Betroffen sind laut LBB ausschließlich die Verhandlungsräume im Erdgeschoss. „Die Decken wurden aber umgehend fachgerecht gesichert, so dass keinerlei Gefahr für Personal und Besucher besteht und der Justizbetrieb ohne Einschränkungen weiterläuft“, betont der Landesbetrieb.

Es ist leider nicht das einzige Problem: Jüngst schwächelte bei zweistelligen Minusgraden die Heizungsanlage im dritten Stock. Auch bei der Bedienung der Lüftungs- und Lautsprecheranlagen in den Gerichtssälen hakt es immer wieder.

Für ein schwerwiegenderes Manko, den höchst eingeschränkten Mobilfunkempfang, fühlt sich der LBB nicht zuständig. Kein Witz: Juristen und Besucher müssen sich aus dem Fenster lehnen, wenn sie mit dem Handy telefonieren wollen. Die Behörde wäscht ihre Hände in Unschuld: „Es ist nicht planerischer Standard des Landes, die Räume so zu gestalten oder technisch auszurüsten, dass alle privaten Mobilfunknetze ungestört empfangbar wären.“ Was wohl bedeutet: Eine Besserung ist nicht in Sicht.

Der vom Finanzministerium beaufsichtigte Landesbetrieb mit seiner Zentrale in Mainz, zu dessen acht Niederlassungen die in Idar-Oberstein gehört, steht in der Schmuckstadt massiv in der Kritik: Dort wird die Sanierung des Polizeigebäudes bereits mit dem Berliner Flughafen verglichen, weil die Kosten von zunächst kalkulierten 1,5 auf nunmehr 6,9 Millionen Euro gestiegen sind. Der zunächst für Herbst 2015 anvisierte Fertigstellungstermin musste wegen erst nach Baubeginn entdeckter Statikprobleme und Schäden mehrfach verschoben werden. Nach derzeitigem Stand sollen die Arbeiten jetzt erst Mitte 2019 abgeschlossen werden – Ausgang offen.

Der dortige LBB-Chef hatte angemerkt, dass mehrere Mitarbeiter, die direkt mit der Baustelle befasst waren, den Landesbetrieb verlassen haben. Sind Fluktuation und damit wechselnde Ansprechpartner für die Projektbeteiligten ein grundsätzliches, zu Reibungsverlusten führendes Problem? Der LBB weist auf einen Generationswechsel hin: Wie in der gesamten öffentlichen Verwaltung gehen auch dort die zahlenmäßig starken Einstellungsjahrgänge in diesen Jahren in den Ruhestand. Große Neubauprojekte durchlaufen einen Entwicklungs-, Planungs-, Genehmigungs- und Bauprozess, „der mehrere Jahre in Anspruch nehmen kann“. Es sei, auch wegen der Arbeitsmarktsituation, „in keiner privaten oder staatlichen Organisation möglich, eine personelle Kontinuität über die gesamte Laufzeit eines Bauprojektes vollständig sicherzustellen“, unterstreicht der Landesbetrieb.

Von Kurt Knaudt

Bad Kreuznach
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