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    Chancen für Sorgenkinder

    Wie viele Jugendliche in Stadt und Kreis stehen auf der Straße, gehen weder zur Schule noch in die Lehre? Landrat Diel möchte in Zusammenarbeit mit Betrieben, Arbeitsagentur und Wirtschaftsrat Abhilfe schaffen und das Potenzial der Sorgenkinder nutzen.

    Bad Kreuznach – Wie viele Jugendliche in Stadt und Kreis stehen auf der Straße, gehen weder zur Schule noch in die Lehre? Landrat Diel möchte in Zusammenarbeit mit Betrieben, Arbeitsagentur und Wirtschaftsrat Abhilfe schaffen und das Potenzial der Sorgenkinder nutzen.

     

    Die Schwächeren mitnehmen, sie fördern, ausbilden und für die Betriebe der Region Nachwuchsarbeitskräfte rekrutieren. Das hat sich Landrat Franz-Josef Diel vorgenommen. Sein Credo: „Es geht darum, um jeden Einzelnen zu kämpfen, dass er Arbeit und Brot hat und nicht von Transferleistungen leben muss.“ Diel verweist auf die Belastung durch überdurchschnittlich hohe Soziallasten.
    Es gebe eine hohe Dunkelziffer von Jugendlichen, die weder Schul- noch Ausbildungsplatz haben. Diel: „Wir wissen nicht, wie viele das sind, und was die machen.“ Vielleicht gelinge es mit Firmen und Arbeitsagentur, unterhalb der regulären Lehre weijährige Ausbildungsgänge zu etablieren.

    Netzwerk soll tragen
    Der Landrat hofft auf die Mithilfe der Berufsschulen und die Vernetzung von Wirtschaft, Schulen und Politik. Auch die Berufsberater, die „ Jobfüxe“ sind mit im Boot. Vielleicht könne der Kreis-Wirtschaftsrat helfen, das Potenzial der jungen Leute besser abzurufen. Das sei ein Stück weit Integrationsarbeit. Kommende Woche trifft man sich zu Gesprächen. Diel: „Es ist einen Versuch wert.“ Die Initiative hatte auch schon Udo Bamberger (Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum) ergriffen, um im Weinbau fachhelfer zu rekrutieren.
    „Jeder kann irgendwas, es gilt nur herauszufinden was“, sagt Petra Bürkle, Pressesprecherin der Arbeitsagentur. Auch Arbeitgeber müssten verstehen, dass nicht jeder alles kann, dass Anforderungsprofile in technischen Berufen sehr hoch sind. Eine Initiative, Jugendliche auf Werker- oder Helferebene auszubilden, laufe im Hunsrück, sagt Bürkle. Wie viele Jugendliche ohne Ausbildung und Lehre sind, das sei schwer zu erfassen. Bürkle: „Wer sich bei uns nicht meldet, ist in den Statistiken nicht abgebildet.“ Ein Problem: Viele Jugendliche mit schwachem Hauptschulabschluss gehen mangels Perspektive auf Fachschulen, scheitern an geforderten Noten in den Kernfächern und sind nach ein oder zwei Jahren am Ausgangspunkt.

    Schulsituation schwierig
    Problematisch sei auch die Schulsituation. In technischen Fächern fehlten Lehrer und Ausstattung. Die Misserfolge der Jugendlichen schaffen Frustpotenzial. Bürkle: „Unsere Sorgenkinder.“ Vielleicht gelinge es in einer konzertierten Aktion, etwas auf die Beine zu stellen. Kammern und Fachverbände müssten bei Prüfungsverordnungen Basisarbeit leisten. Immerhin: Arbeitsagenturleiter Karl-Ernst Starfeld ist im Wirtschaftsrat, Diel im Agenturverwaltungsausschuss. Die aktuellen Zahlen nach Abschluss des Ausbildungsjahres 2009/2010 liegen vor. Eine Ausgangsbasis, um die Dunkelziffer aufzuhellen.⋌ (as)

    Der „Oeffentliche“ meint: Es gibt niemand, der nix kann. Jugendlichen ohne Schul- und Lehrplatz Perspektiven zu eröffnen ist ein Hoffnungsschimmer in der oft trüben Integrationsdebatte und sichert Nachwuchskräfte in einer alternden Bevölkerung. Deshalb: Daumen hoch, dass der gute Wille belohnt wird!

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